Gibt es einen Anspruch auf ein englisches Arbeitszeugnis?

12.08.2019
Für eine Bewerbung ins Ausland braucht es oftmals englischsprachige Unterlagen. Doch wie sieht es mit dem Arbeitszeugnis aus? Muss der deutsche Arbeitgeber das auf jeden Fall ausstellen?
Gibt es Anpruch auf ein englisches Arbeitszeugnis? Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Gibt es Anpruch auf ein englisches Arbeitszeugnis? Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Die Arbeitswelt wird internationaler: In Zeiten der Globalisierung streckt so mancher Arbeitnehmer seine Fühler auch ins Ausland aus - und umgekehrt. Für die Bewerbung braucht es dann oftmals englischsprachige Unterlagen. Doch wie sieht es mit dem Arbeitszeugnis aus?

«Sich einfach ein deutsches Arbeitszeugnis auf Englisch erteilen zu lassen, das muss der Arbeitgeber nicht mitmachen», sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Grundsätzlich haben Arbeitnehmer also keinen Anspruch auf ein Zeugnis auf Englisch.

Es gebe aber Unternehmen, die etwa auch Arbeitsverträge auf Deutsch und Englisch ausstellen. «Daraus kann sich ein Anspruch ableiten», sagt Bredereck. Ein englisches Arbeitszeugnis wäre dann vor Gericht einklagbar. Es lohne sich jedoch in solchen Fällen, schon vorab eine Regelung mit dem Arbeitgeber zu treffen.

«Von diesen Fällen abgesehen sind Arbeitgeber oft bereit, ein englisches Zeugnis auszustellen», weiß Bredereck. Außerdem gebe es die Möglichkeit, sich das deutsche Zeugnis extern übersetzen zu lassen. Das Ergebnis sei dann oft ein besseres als eines, das in unprofessionellem Englisch vom Arbeitgeber ausgestellt wurde.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Arbeitszeugnis behält normalerweise sein Ursprungsdatum. Foto: Jens Büttner/dpa Arbeitszeugnis spät verlangt: Keine Rückdatierung Selbst das Datum eines Arbeitszeugnisses kann zu einem Streit führen. So zogen eine ehemalige Mitarbeiterin und der Arbeitgeber schließlich vor Gericht, um zu klären, welcher Zeitpunkt denn nun angegeben werden muss.
Arbeitnehmer haben ein Recht darauf, dass ihnen ein Arbeitszeugnis ausgestellt wird. Foto: Jens Büttner Habe ich einen Anspruch auf ein Zeugnis? Ein Arbeitnehmer kündigt. Oder der Vorgesetzte wechselt. Das können zwei Gründe für ein Zeugnis sein. Ob jeder eins bekommt und was drinstehen muss, darüber klärt der Arbeitsrechtler Peter Meyer auf.
Ein polemisch formuliertes Zeugnis kann für den Arbeitgeber teuer werden - wenn er sich zuvor zu einem wohlwollenden Schreiben verpflichtet hat. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Zwangsgeld für polemisches Zeugnis Von einem Arbeitszeugnis kann die weitere Karriere abhängen. Deswegen verpflichten sich manche Arbeitgeber dazu, es wohlwollend zu formulieren. Verstoßen sie dagegen, droht ihnen nicht nur eine Geldstrafe.
Kein Platz für Spott: Ein Arbeitszeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Ironie hat im Arbeitszeugnis nichts zu suchen Ein Arbeitnehmer schlägt seinem Chef einen Text für ein Abschlusszeugnis vor. Der setzt bei allen positiven Formulierungen noch eins drauf. Aus einer «sehr guten Auffassungsgabe» wird eine «extrem gute Auffassungsgabe». Ist das zulässig?