Spielzeug nicht nach Geschlecht des Kindes auswählen

29.11.2016
Ein Blick ins Kinderzimmer reicht meist, um zu wissen, ob es einem Jungen oder einem Mädchen gehört. Während die einen gern mit Autos und Rittern spielen, umgeben sich die anderen mit Feen und Schminkpuppen. Eltern sollten solchen Geschlechterklischees entgegenwirken.
Alles nur in Rosa? Mädchen sollten eine breite Auswahl an Spielzeug haben - unabhängig vom Geschlecht. Foto: Andrea Warnecke
Alles nur in Rosa? Mädchen sollten eine breite Auswahl an Spielzeug haben - unabhängig vom Geschlecht. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Alles pink oder blau? Eltern suchen Spielzeug besser nicht danach aus, ob es für einen Jungen oder ein Mädchen ist. Wichtiger ist, die Neigung des Kindes im Blick zu behalten.

«Eltern sollten sich die Frage stellen: Was mag mein Kind gern, wofür interessiert es sich?», sagt Prof. Petra Lucht vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Technischen Universität Berlin. Viele Spielzeug-Klassiker, die früher geschlechterneutral waren, werden heute etwa in einer speziellen Mädchen-Variante angeboten - die Spielwarenindustrie versucht bewusst, die Geschlechter anzusprechen.

Eltern sollten sich davon nicht einschränken lassen. «Wenn die Tochter ganz begeistert von der Eisenbahn ist, dann greifen Eltern am besten ganz selbstverständlich zur Eisenbahn», rät Lucht. Das Gleiche gelte für den Jungen, der gern mit Puppen spielt. Wichtig sei, dass zu Hause eine breite Palette an Kinderspielzeug für beide Geschlechter angeboten wird, aus dem das Kind jederzeit wählen kann.

Oftmals haben auch die Freunde der Kinder eine bestimmte Art von Spielzeug, das das eigene Kind dann ebenfalls möchte. «Verbote oder Gegendruck bringen da wenig», sagt Lucht. Stattdessen sollten Eltern entspannt bleiben. «In einem bestimmten Alter haben Mädchen manchmal besonders viele rosafarbene Sachen im Zimmer - in der Pubertät kann sich das schnell wieder ändern.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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