Geschwister: So erklären Eltern unterschiedliche Regeln

01.01.2021
«Die dürfen das aber auch!!!» In Familien mit mehr als einem Kind läuft dieser Satz in Dauerschleife. Wie finden Eltern einen guten Kompromiss zwischen kleinen und großen Bedürfnissen?
Was die Großen schon dürfen, ist für die Kleinen oft noch tabu. Eltern sollten ihren Kindern die unterschiedlichen Regeln gut erklären. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Was die Großen schon dürfen, ist für die Kleinen oft noch tabu. Eltern sollten ihren Kindern die unterschiedlichen Regeln gut erklären. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Fürth (dpa/tmn) - Wer was wann darf, ist zwischen Geschwistern ein Dauerthema. Die Kleinen sind frustriert, weil sie in der Regel weniger Freiheiten haben als die Großen. Denen geht es dafür auf den Keks, wenn sie den Jüngeren zuliebe Abstriche machen oder Kompromisse eingehen müssen. Wie können Eltern dieses Dilemma regeln?

Als Erstes können sie sich von der Vorstellung verabschieden, es allen recht zu machen. Streit gehört zur Geschwisterbeziehung essenziell dazu und wird sich nicht wegzaubern lassen. «Eltern sollten vor allem von Situation zu Situation schauen, was passt, und das größere Kind so gut es geht in die Verhandlungen einbeziehen», rät Dana Mundt. Sie ist Sozialpädagogin bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Wichtige Regeln gelten für alle

Gleichbehandlung sollten Eltern bei den wichtigsten Regeln walten lassen: Zähne putzen, alle essen zusammen, wer früher fertig ist, muss erst fragen, bevor er aufstehen darf. «Das gilt zumindest dann, wenn das jüngere Geschwisterkind nicht mehr im Kleinkindalter ist.»

Begleitend dazu können sich Eltern überlegen: Was kann ein Ausgleich sein, was darf das ältere Kind mehr, länger, zusätzlich machen oder haben? Den Frust des Jüngsten sollten Eltern auffangen, indem sie kurz und kindgerecht erklären, dass der große Bruder oder die Schwester früher auch nicht alles konnten und durften.

Beim Medienkonsum an Unterschieden festhalten

Sinnvoll ist es laut Mundt, vor allem beim Medienkonsum unterschiedliche Maßstäbe anzulegen: Was die Inhalte beim gemeinsamen Fernsehen angeht, orientiert man sich am besten am jüngeren Kind. Dafür darf das ältere Geschwisterkind vielleicht insgesamt mehr gucken und dann auch mal etwas, was schon für sein Alter geeignet ist.

Nerven sparen können sich Eltern bei Punkten, die praktisch nicht trennbar sind - Stichwort Süßigkeiten. Wer beim ersten Kind lange die «Kein Zucker»-Fahne hochhalten konnte, wird das beim zweiten oder dritten Kind schwieriger hinbekommen. «Das kleiner Kind orientiert sich nun mal nicht nur an den Eltern, sondern auch den anderen Geschwistern.»

© dpa-infocom, dpa:201229-99-844351/2

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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