Bräuche müssen zum Brautpaar passen

08.04.2019
«Das gehört bei einer Hochzeit einfach dazu!» Sätze wie diese hören künftige Brautpaare öfters. Das Problem: Jeder meint damit etwas anderes. Was bei der eigenen Feier dazugehört, muss jedes Paar daher selbst entscheiden - und rechtzeitig kommunizieren.
Pflichtprogramm? Das blaue Strumpfband ist ein Hochzeits-Klassiker - was aber nicht heißt, das Brautpaare nicht darauf verzichten dürfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Pflichtprogramm? Das blaue Strumpfband ist ein Hochzeits-Klassiker - was aber nicht heißt, das Brautpaare nicht darauf verzichten dürfen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nicht nur vor der Hochzeit, auch bei der Feier selbst gibt es für Brautleute einiges zu tun. Zumindest dann, wen man nur einen Bruchteil der gängigen Bräuche begeht:

Da gibt es Baumstämme zu zersägen, Eröffnungstänze zu tanzen, Kuchen anzuschneiden, Strumpfbänder auszuziehen, Spiele zu überstehen und schließlich noch einen Strauß zu werfen.

Und irgendwo dazwischen muss der Bräutigam womöglich auch noch seine entführte Frau suchen. Muss das sein? Schließlich hat nicht jedes Brautpaar Lust dazu - andererseits gibt es hier und da Verwandte und Freunde, die diesen oder jenen Brauch erwarten. «Jedem Brautpaar ist es natürlich selbst überlassen, in wie weit es Kompromisse machen möchte», sagt Hochzeitsplanerin Svenja Schirk. «Ich rate generell: «Tut nur, was ihr auch wirklich möchtet!»»

Das gilt für ungeliebte genau wie für gewollte Bräuche. Beispiel Einzug in die Kirche: Manchem mag es altbacken erscheinen, wenn der Vater der Braut seine Tochter an den künftigen Ehemann übergibt. Andere finden vielleicht genau das schön - und können das dann auch so machen. Für den Rest gibt es Alternativen: «Viele Brautpaare sehen sich zum Beispiel mittlerweile vor der Kirche erste Mal ohne ihre Gäste und schreiten dann gemeinsam den Gang entlang», sagt Schirk.

Und wer mag, kann sich auf die Suche nach seiner eigenen Variante machen - beim Einmarsch genau wie bei Bräuchen und Spielen. «Hochzeitsspiele haben eins gemeinsam: Sie sollen etwas symbolisieren», sagt Schirk. Beim Zersägen von Baumstämmen geht es etwa um Teamarbeit - und das lässt sich auch mit anderen Aktivitäten symbolisieren, wenn man das möchte.

Wer derartige Bräuche und Spiele gar nicht haben will, kann das ebenfalls durchsetzen. «Wichtig ist nur, dies bereits im Vorfeld klar und deutlich zu kommunizieren», sagt Schirk. Bei von ihr geplanten Hochzeiten sei das oft der Fall - ohne dass Gäste, die etwas beitragen wollen, dadurch ausgegrenzt werden. «Oftmals findet man doch schöne Kleinigkeiten, mit denen die Gäste ein Lächeln ins Gesicht von Braut und Bräutigam zaubern.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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