Was man mit dem E-Perso machen kann

14.11.2018
Auto ummelden, Meldebestätigung beantragen, Postident-Verfahren nutzen: Wofür man oft einige Wege zurücklegen muss, reicht mit dem E-Perso der Gang ins Internet. Wie kann man sich für den elektronischen Ausweis anmelden und wofür ist er hilfreich?
Um die Online-Ausweisfunktion neuer Personalausweise nutzen zu können, braucht man ein Lesegerät oder ein kompatibles Smartphone. Foto: Ole Spata
Um die Online-Ausweisfunktion neuer Personalausweise nutzen zu können, braucht man ein Lesegerät oder ein kompatibles Smartphone. Foto: Ole Spata

Berlin (dpa/tmn) - Mit einem E-Personalausweis lässt sich mancher Behördengang sparen und online erledigen. Beim Bundesamt für Justiz ein Führungszeugnis zu beantragen oder beim Kraftfahrt-Bundesamt den Punktestand abzufragen, sind zur zwei Beispiele.

Es kommt auf den Wohnort an

Bei den Bürgerämtern hängt die Funktionalität stark vom Wohnort ab: Manche Kommunen bieten viele Möglichkeiten von der Meldebestätigung bis zum An- und Abmelden eines Fahrzeugs, andere unterstützen den E-Perso kaum. Im Netz bietet die Website personalausweisportal.de des Bundesinnenministeriums eine Übersicht, wo sich die digitale Ausweisfunktion für was nutzen lässt.

Sie beschränkt sich nicht nur auf Bürgerdienste. Versicherungen und Unternehmen unterstützen den E-Perso zum Teil auch. So kann man sich bei der Deutschen Bahn etwa für das Lastschriftverfahren anmelden oder das Postident-Verfahren der Deutschen Post nutzen.

Wie man den E-Perso erhält

Was man dafür braucht, ist ein E-Perso mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion (e-ID),ein durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziertes Lesegerät oder ein kompatibles Smartphone mit NFC-Chip und die AusweisApp 2 - dieses kostenlose Programm läuft auf Computern mit Windows (7/8/10) und macOS, für Mobilgeräte gibt es die App für iOS und Android.

Unter ausweisapp.bund.de gibt es eine Liste von kompatiblen Geräten, die einen Anhaltspunkt liefert, ob das eigene Smartphone oder Tablet das Auslesen des E-Persos unterstützt - alternativ könne man etwa einen Bluetooth-Kartenleser nutzen, der an das Mobilgerät gekoppelt wird.

Zur Nutzung der Online-Ausweisfunktion am PC müssen Anwender einen Kartenleser kaufen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie auch ein NFC-fähiges Android-Handy mit dem Rechner verbinden. Ausweisapp.bund.de bietet dafür in seiner Rubrik «Fragen und Antworten» eine Anleitung.

Ein E-Perso kostet Antragsteller unter 24 Jahren 22,80 Euro und ist dann für sechs Jahre gültig. Antragsteller ab 24 Jahren zahlen 28,80 Euro bei zehn Jahren Gültigkeit. Bis Ende November 2020 laufen die letzten chiplosen und laminierten «alten» Personalausweise aus. Danach wird es nur noch den E-Perso geben.

Rechtsanspruch auf schnelles Internet

Kanzleramtsminister Helge Braun sagte im ARD-«Morgenmagazin», in den nächsten vier Jahren sollten alle Verwaltungsleistungen auch digital angeboten werden - egal, ob bei Bund, Land oder Kommune. Ziel ist es, rund um die Uhr für die Bürger erreichbar zu sein - um das Auto umzumelden, Personalausweise zu beantragen oder Kinder nach der Geburt anzumelden zum Beispiel.

Die Bundesregierung hat jetzt einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet für alle Bürger von 2025 an versprochen. Bis dahin solle der Ausbau des Glasfasernetzes fertig sein, sagte Braun in der ARD vor der Digitalklausur der Regierung in Potsdam. Dann könnten die Bürger ihr Recht auf einen schnellen Internetanschluss auch einklagen, wenn nötig.

Informationsbroschüre des BMI (pdf)

Personalausweisportal des Bundesinnenministeriums

Kompatible Mobilgeräte - Übersicht der AusweisApp2-Website

Fragen und Antworten bei ausweisapp.bund.de


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Der elektronische Personalausweis soll Bürgern das digitale Ausweisen gegenüber Behörden und Unternehmen erleichtern. Wirklich weit verbreitet ist seine Nutzung bislang nicht. Foto: Ole Spata Mühsamer Amtsgang mit E-Personalausweis Wir buchen Flugtickets online, buchen Tische im Restaurant mit dem Smartphone oder überweisen Geld auf andere Konten. Alles ziemlich einfach. Aber wenn es um staatliche Dienstleistungen geht, stößt die digitale Einfachheit schnell an Grenzen.
Gerade einmal acht Prozent der Befragten des E-Government-Monitor 2016 nutzen die De-Mail zum rechtssicheren Kontakt mit Behörden. Foto: Ole Spata Nutzung von E-Government steigend, aber immer noch verhalten Elektronischer Kontakt mit Behörden ist in Deutschland noch längst nicht der Normalfall. Nicht einmal jeder Zweite nutzt E-Government-Leistungen. Ganz düster sieht es für die Zusatzfunktionen des E-Persos und die De-Mail aus.
Der Personalausweis mit elektronischer Identitäts-und Signaturfunktion sollte nur in geprüfte Kartenlesegeräte gesteckt werden. Foto: Stephanie Pilick Personalausweis: Nur empfohlene Lesegeräte nutzen Die Steuererklärung online abgeben, sich beim Bürgeramt ummelden oder einwandfrei seine Identität nachweisen: All das geht mit der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises. Aus Sicherheitsgründen sollte man dabei aber nur geprüfte Geräte nutzen, warnen Experten.
Das Video-Ident-Verfahren wird oft über eine Smartphone-App realisiert. Alternativ läuft die Prüfung der Identität an einem Rechner mit Webcam. Foto: Andrea Warnecke So wird das Video-Ident-Verfahren missbraucht Auch wenn es für den erhofften Traumjob ist: Sensible Informationen wie die Bankverbindung oder Fotos vom Personalausweis verschickt man nicht per Mail. Spätestens wenn ein vermeintlicher Arbeitgeber in spe zum Video-Ident-Verfahren bittet, sollten die Alarmglocken schrillen.