Mails sind auch ohne Lesebestätigung nachverfolgbar

04.03.2021
Werbe-Mails verstopfen nicht nur das Postfach, sie können dem Absender auch einiges über das Nutzerverhalten verraten. Verantwortlich dafür sind oft sogenannte Tracking-Pixel. Wie sich Empfänger vor ihnen schützen.
Wer Tracking-Pixel in E-Mails blockieren will, sollte das automatische Nachladen von Grafiken und Bildern in E-Mails deaktivieren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer Tracking-Pixel in E-Mails blockieren will, sollte das automatische Nachladen von Grafiken und Bildern in E-Mails deaktivieren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ob und wann eine E-Mail geöffnet worden ist, lässt sich einfach nachvollziehen. Gut für den Absender, der vielleicht Werbezwecke oder andere Ziele verfolgt. Schlecht für den Empfänger, der es als seine Privatsphäre betrachtet, ob, welche und wann er Nachrichten liest.

Technisch stecken sogenannte Tracking-Pixel hinter der strittigen Funktionalität. Das sind kleinste, praktisch unsichtbare Grafikdateien, die überall in einer E-Mail versteckt werden können. Mit der Lesebestätigung, die manche Mail-Programme anbieten, oder die manchmal erbeten wird, haben die Pixel nichts zu tun.

Sie funktionieren also auch dann, wenn man eine Lesebestätigungsfunktion gegebenenfalls deaktiviert hat. Die Mail-Nachverfolgung per Pixel wird von zahllosen Dienstleistern angeboten. Und wer immer möchte, kann sie nutzen.

Alle Mail-Empfänger, die auf diese Art und Weise nicht «beobachtet» werden wollen, können sich aber auch schützen. Sie müssen nur das automatische Nachladen von Grafiken und Bildern in E-Mails deaktivieren. Damit verhindern sie, dass Tracking-Pixel vom Server des Tracking-Dienstleisters nachgeladen werden können.

Das Deaktivieren nachgeladener Bilder ist in Mail-Programmen und -Apps für Rechner und Smartphones oft problemlos möglich. Bei vielen Webmail-Diensten funktioniert dies hingegen nicht. Nicht verwechseln sollte man eingebettete und nachgeladene Bilder. In eine Mail eingebettete Bilder werden auch dann angezeigt, wenn man das Nachladen von Bildern deaktiviert hat. Sie erlauben aber keine Rückschlüsse über das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-673540/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eine für alle: Friendly versteht sich als Social Browser, der in einer App alle großen Netzwerke vereint. Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn Was es mit Wrapper-Apps auf sich hat Kaum ein Smartphone kommt ohne Facebook, Instagram und Co. aus. Doch die Apps der Netzwerke sind oft daten-, strom und speicherhungrig. Gibt es Alternativen?
Wie kommen die Suchergebnisse eigentlich zustande? - Das fragen sich viele bei der Internet-Recherche. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Suchmaschinen besser verstehen Schnell mal googeln! Suchmaschinen sind im Alltag längst eine Selbstverständlichkeit. Welchen Einfluss das den Anbietern verleiht, sollten sich Nutzer immer wieder vor Augen führen.
Google-Konto-Nutzer können durch ein paar Klicks in den Einstellungen ihre Daten vor der Weitergabe an ein Webtracking-Unternehmen schützen. Foto: Sebastian Kahnert Tracking-Einstellungen im Google-Konto überprüfen Google-Konto-Nutzer sollten die Datenschutz- und Aktivitätseinstellungen überprüfen. Ansonsten landen die Daten bei einer Online-Marketing-Firma. Mit ein paar Klicks lässt sich das aber verhindern.
Achtung Nepp: Im Fahrwasser der Corona-Krise dümpeln allerlei Cyberkriminelle. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Diese Cybercrime-Fallen lauern in der Corona-Krise Große Ereignisse oder Krisen rufen auch Online-Kriminelle auf den Plan. Zur Corona-Krise haben sie im Netz längst ihre Fallen aufgestellt. Tappen Sie nicht hinein!