Haus- und Gartenbeleuchtung stört Wildtiere

23.09.2021
Künstliche Lichtquellen erhellen hier und da die Nacht. Vielen ist nicht bewusst, welche negativen Auswirkungen das mit sich bringen kann. Sie schaden zum Beispiel der Tierwelt.
Wenn die Außenbeleuchtung an einem Wohnhaus die ganze Nacht leuchtet, ist das völlig unnötig. Besonders nach oben gerichtete Lichtstrahlen irritieren Vögel und Insekten. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
Wenn die Außenbeleuchtung an einem Wohnhaus die ganze Nacht leuchtet, ist das völlig unnötig. Besonders nach oben gerichtete Lichtstrahlen irritieren Vögel und Insekten. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Passau (dpa/tmn) - Gehören Sie zu jenen, die es märchenhaft schön finden, wenn die Außenfassade des Hauses nachts angestrahlt und der Garten mit Lichterketten und Lichtkegeln in Szene gesetzt wird? Leider hat die romantischen Illuminationen auch eine Schattenseite: Sie verursachen Lichtverschmutzung.

So nennen Forscher und Umweltschützer die Form der Umweltverschmutzung, wenn sich künstliches Licht negativ auf Mensch und Tier auswirkt. «Künstliche Lichtquellen machen die Nacht zum Tage. Das verhindert die Melatoninproduktion der Menschen, die dadurch schlechter zur Ruhe kommen. Auch Tiere werden im Tag-Nacht-Rhythmus gestört», sagt Marianne Wolff vom Verbraucherservice Bayern.

Durch die Lichtstrahlen in der Dunkelheit würden Mäuse und Fledermäuse irritiert. «Vögel verwechseln das künstliche Licht mit der Dämmerung und fangen an zu früh zu singen. Tausende Insekten und Falter schwirren sich um eine Lichtquelle zu Tode statt nach Futter zu suchen», zählt Marianne Wolff die Folgen auf. Und daran hätten eben nicht nur Straßenlaternen, Reklametafeln oder angestrahlte Kirchen und Rathäuser ihren Anteil.

Die stromsparenden Effekte von LED- und Solarlicht-Technik hätten auch im Privatgebrauch die Lichtverschmutzung befördert: «Früher wäre niemand auf die Idee gekommen, 60-Watt-Glühbirnen die ganze Nacht im Außenbereich leuchten zu lassen, sondern nur wenn man es braucht», sagt Wolff. Gerade im Herbst würden Nebeltröpfchen das Licht wie Aerosole in alle Richtungen streuen. Daher plädiert Wolff dafür: «Alles was nachts sinnlos leuchtet, sollte abgestellt werden.»

Und welche Maßnahmen reduzieren nächtliche Beleuchtungen noch?

- Lichtquellen nicht nach oben richten, sondern nach unten

- Kaltweißes und bläuliches Licht wirkt besonders anziehend auf Insekten. Daher sind warmweiße LEDs zu bevorzugen

- Lichterketten auf dem Fensterbrett müssen nicht die ganze Nacht leuchten

- Das Haus die gesamte Nacht über anzuleuchten, ist unnötig

Zur Person: Marianne Wolff ist Projektleiterin Umweltbildung beim Verbraucherservice Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund e.V., einem Mitglied im Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbänden.

© dpa-infocom, dpa:210922-99-317644/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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