Gaming-Trends der Zukunft – wie werden Video- und Computerspiele 2025 aussehen?

25.04.2019
Die Wandlungsfähigkeit, besser gesagt, die Erweiterung bestehender Möglichkeiten, ist in wenigen Bereichen besser nachzuvollziehen, als im TV-Bereich und der Computer- und Videospielbranche. Beide hängen maßgeblich zusammen, denn ohne leistungsstarke Farbfernseher hätte es wohl nie die Spielekonsolen gegeben, die es heute gibt. Und hätten sich die PC-Monitore und Flatscreens nicht deutlich verbessert, gäbe es auch heute nicht die Computerspiele, die wir kennen. Aber trotz all der Errungenschaften ist gerade die Game-Industrie eine Branche, die nicht einfach stillsteht. Was heute neu ist, kann morgen schon wieder alt sein. Aber was wird sich in dem Bereich bis 2025 tun?
Foto: dife88 (CC0-Lizenz) / pixabay.com
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Auch die Spielebranche wird cloudbasiert

Es gibt ja durchaus schon einige Spiele, die auf Clouds basieren. Browsergames gehören dazu, aber auch etliche Multiplayergames nutzen in der Cloud abgelegte Dateien, um das Spielerlebnis zu bieten. Mit Stadia wird aber Google das Cloud-Gaming auf ein ganz neues Level bringen:

  • Rechner - alles, was mit der Cloud zusammenhängt, ist extrem leistungsstark, sodass Millionen Spieler zugreifen können, ohne dass es zu Problemen kommt.
  • Einfachheit - liegt das Spiel auf der Cloud, hat der Spieler diverse Vorteile. Er selbst benötigt nur noch den Internetzugang und irgendeinen Rechner, nicht aber einen leistungsfähigen Gaming-PC. Auch Konsolen sind dann überflüssig, da keine Installationen oder abspielbare Medien mehr benötigt werden.
  • Überall möglich - das ist ja schon der Vorteil von Browsergames. So lange ein Endgerät genutzt wird, welches einen Browser besitzt und aufs Internet zugreifen kann, lassen sich Browsergames spielen. Mit dem Cloud-Gaming wird das ebenso sein.

Für passionierte Gamer, aber auch für Familien, bietet die Cloud-Variante den Vorteil, dass sie nicht ständig neue Konsolen oder verbesserte Computermodule anschaffen müssen. Häufig ist es auch so, dass gerade jüngere Spieler nicht mit einer einzigen Plattform auskommen, da die beliebten Spiele plattformbasiert ausgegeben werden. Mit Pech sind also verschiedene Konsolen und ein Rechner notwendig. Durch die cloudbasierten Spiele dürfte dieser Doppelt-und-Dreifach-Kauf der Vergangenheit angehören.

Virtual Reality im Spielebereich

Passionierte Spieler möchten voll und ganz ins Spiel hineingezogen werden. Sicher gelingt das mit einem großen Monitor, einem Headset oder auch einem großen TV-Gerät, dennoch bleibt die Realität im Augenwinkel bestehen. Nicht aber, wenn die Virtual Reality genutzt wird. Längst arbeiten Spieleentwickler an VR-Spielen und verbessern die Brillen nahezu monatlich. Generell hat der Bereich viel Potenzial, wenn einige Schwachstellen behoben werden:

  • Brille - viele VR-Brillen sind recht schwer und unkomfortabel. Für einen echten Spielgenuss müsste sich hier also etwas ändern.
  • Leistung - aktuell werden die Brillen wahlweise mit dem Smartphone, dem PC oder einer Konsole verknüpft. Je nach Modell übernehmen Konsole, PC oder die Brille die Rechenleistung. Die Brille müsste sich möglichst mit einer Cloud verbinden lassen, damit diese Zwischenschritte entfallen.
  • Steuerung - auch hier gibt es noch Verbesserungsbedarf. Um ins Spiel einzugreifen, müssen Spieler weiterhin real mit einer Tastatur oder einem Joypad arbeiten.
  • Rundum - je nach Brille ist es unpraktisch, gleichzeitig ein Headset aufzusetzen. Um jedoch ein rundum gelungenes Spielerlebnis »im Spiel« zu erreichen, müsste auch der Sound vernünftig dargestellt werden.

Ein besonderes Problem mit den VR-Brillen ist bislang noch, dass viele Personen arge Probleme haben, sich mit der Brille zu bewegen. Hier kommt es häufiger zu Schwindel oder auch Übelkeit, da sich das virtuelle Bild mit jeder Bewegung verändert. Eventuell ließe sich das Problem jedoch mit Ankerpunkten innerhalb des Blickfelds beheben. Alternativ dürfte der Gewöhnungseffekt auch dieses Problem gut lösen.

Neben gewöhnlichen Spieleherstellern übt sich auch die Glücksspielbranche an einem echten VR-Erlebnis:

  • Live-Spiele - in Online-Casinos kann freilich schon lange gepokert werden und vielfach gibt es die Live-Spiele. Werden diese jedoch mit VR untermalt oder sind sie über VR-Brillen zugänglich, würde automatisch die so gefragte Pokertischatmosphäre entstehen. Es kommen immer wieder neue Anbieter hinzu, die ganz eigene besondere Vorteile mit sich bringen. Es lohnt sich auf jeden Fall, die verschiedenen Anbieter auszuprobieren, da jeder mit besonderen Vorzügen aufwartet. Während es bei manchen Anbietern beispielsweise besonders neue Softwares gibt, punkten andere mit einem 24/7 Support oder mit einem attraktiven Bonus oder einer gewissen Anzahl an Freispielen.
  • Automaten - auch die Spielautomaten haben den Sprung ins Internet geschafft. Über eine VR-Brille könnte aber das tatsächliche Automatenfeeling nach Hause geholt werden.
  • Wetten - manche Wettanbieter bieten spezielle Live-Wetten an, die eigentlich aus E-Sports bestehen. Virtuelle Pferderennen stehen ganz oben auf der Liste. Diese Rennen nun aber nicht am PC, sondern über die Brille anzuschauen, wird das Erlebnis deutlich verbessern.

Zusätzlich dürfte der Bereich Mobile Gaming ausgebaut werden, da sie Smartphone-Nutzung tendenziell weiter zunimmt.

E-Sports haben ähnlich viele Fans wie körperliche Sportler

Für die einen ist das absolut kein Sport, für die anderen ein absoluter Hit. E-Sports ist wohl der Sport, der absolut kontrovers angesehen wird. Dabei ist die Leistung, die die Profispieler dort vollbringen, absolut sportlich. Und er kommt an. Etliche E-Sport-Teams haben eine Anhängerschaft, die sonst nur von Boybands bekannt ist und bei den Einnahmen, die die Profis der Branche erzielen, dürften vielen Menschen die Münder offen stehen bleiben. Dabei ist noch Luft nach oben, obwohl gerade in Deutschland mächtig nachgelegt wird:

  • Vereine - bislang hieß es: »Mensch, du spielst bei Schalke? Welche Position?« Jetzt schon lässt sich der Satz auf den E-Sport-Bereich ausdehnen, denn immer mehr Fußball-Profivereine nehmen E-Sports in ihr Portfolio auf. Und kleinere Vereine legen nach.
  • Ligen - im E-Sports-Bereich gibt es etliche internationale Ligen und Turniere. Es gibt aber auch in Deutschland die Überlegung, dieses System von unten aus aufzubauen und beispielsweise ähnlich dem Fußball auszustaffieren. Somit könnten auch diejenigen, für die es nicht nach Bayern, Schalke oder Frankfurt reicht, weiter unten einsteigen.

Diese Form des Sports bietet gerade Menschen, die sich aus gesundheitlichen oder körperlichen Gründen nicht für normale Sportarten empfehlen, eine wunderbare Plattform. Auf der anderen Seite müssen gerade Eltern achtgeben, dass es ihr eigener Nachwuchs nicht übertreibt. E-Sports ist eine gute Freizeitbeschäftigung, dennoch sollten Kinder und Jugendliche nicht die Nächte lang durchzocken.

Fazit - Gamer dürfen gespannt sein

Virtual Reality, E-Sports, Clouds - die Spielebranche nutzt sich nicht ab, sondern erfindet sich immer wieder neu. In den nächsten Jahren werden noch einige Errungenschaften auf Spieler hinzukommen und sie in ihren Bann ziehen. Und wer weiß, vielleicht stellt Deutschland in einigen Jahren schon den Champion eines E-Sport-Turniers? Möglich ist alles, die Klubs fördern den Nachwuchs zumindest schon kräftig in diese Richtung.


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