Eigener Fernseher fürs Kind - ab wann?

17.05.2019
Filme, Serien und Computerspiele sind ein beliebter Zeitvertreib unter Kindern und Jugendlichen. Doch muss es gleich ein eigenes Fernsehgerät sein? Und wie begrenzen Eltern die Dauer des Konsums?
Eltern legen mit ihrem Kind am besten feste Zeiten für die Nutzung des TV-Gerätes fest. Foto: Swen Pförtner
Eltern legen mit ihrem Kind am besten feste Zeiten für die Nutzung des TV-Gerätes fest. Foto: Swen Pförtner

Berlin (dpa/tmn) - Die Videospiel-Konsole ist das Lieblingshobby des Vaters. Doch der kommt kaum noch zum Zuge - denn die neunjährige Tochter blockiert den Fernseher, um selbst zu spielen.

Jetzt überlegt die Familie, dem Mädchen ein TV-Gerät für das eigene Zimmer zu kaufen. Allerdings fragt sie sich: Wann ist das richtige Alter für den eigenen Fernseher?

Kristin Langer von der Initiative «Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht» findet es besser, wenn das Spielen des Kindes in einem Gemeinschaftsraum stattfindet. «Denn wenn sich Kinder mit der Konsole zurückziehen, bekommen Eltern nicht mit, ob sich das Kind zu sehr in die Spielwelt hineinsteigert», erklärt die Pädagogin.

Und auch andere mögliche Probleme bleiben verborgen - unpassende Kontakte über die Chatfunktion oder der Kauf kostenpflichtiger Erweiterungen etwa.

Erst wenn Kinder in der Lage sind, sich selbst aus solchen Situationen zu lösen, sei das ein Anhaltspunkt für das richtige Alter. Die Fähigkeit, soziale Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, ist laut Langer meist um das zwölfte Lebensjahr erreicht. Das gelte auch für den Fernseh-Konsum an sich. «Jüngere Kinder sind meist noch neugieriger und sprunghafter. Da kann es passieren, dass sie vom Angebot übertölpelt werden», warnt Langer.

Um das Problem einer «Fernseher-Blockade» durch das Kind zu lösen, könnte die Familie feste Zeiten für die Nutzung des TV-Gerätes festlegen. «Etwa Montag, Mittwoch und Freitag darf das Kind eine Stunde spielen. An den übrigen Tagen ist der Papa dran», schlägt Langer beispielsweise vor. Möglich sei auch die Einführung eines Wochenkontingents. Hat das Mädchen etwa an einem Tag nur 45 Minuten gespielt, hätte er fürs nächste Mal Extrazeit gut.

Wenn der Nachwuchs versucht, sich nicht an die Regeln zu halten, sollten Eltern konsequent bleiben. «Eltern müssen auch Spielverderber sein», erinnert Langer. «Schließlich sind sie die Wegbereiter dafür, dass ihr Kind bewusst und verantwortungsvoll mit Medien umgeht.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Für Kinder sollten bei den Eltern und Großeltern die gleichen Regeln fürs Fernsehen gelten. Foto: Patrick Pleul/dpa Eltern müssen auf einheitliche Medienregeln achten Damit Kinder nicht unbegrenzt an Computer, Handy und TV sitzen, sollten Eltern klare Regeln für die Mediennutzung aufstellen. Das Problem: Vater und Mutter lassen sich oft gegeneinander ausspielen. Aber auch dafür gibt es eine Lösung.
Wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr aus der Gamewelt auftauchen, brauchen sie ärztliche Hilfe. Vor allem Jungen neigen dazu, eine Computerspielsucht zu entwickeln. Foto: Oliver Berg/ Archiv Wenn Computerspiele nicht mehr loslassen Ein eigener Computer hat in Zimmern von Kindern unter 12 Jahren nichts verloren, sagen Experten. Denn unkontrolliertes Spielen kann zur Sucht werden. Bedroht sind vor allem Jungs mit bestimmten Voraussetzungen.
Übermäßiger Medienkonsum hat für Kinder gesundheitliche Folgen. Kinderärzte stellen bei betroffenen Kindern oft Sprachprobleme fest. Foto: Jens Kalaene Sprachprobleme bei Kindern durch starken Medienkonsum Zweijährige am Smartphone sind nach Beobachtungen von Kinderärzten kein Ausnahmefall. In Weimar beschäftigt sich ihr Berufsverband mit Online-Sucht von Kindern und Jugendlichen.
Kindgerecht? Im Netz gibt es zahlreiche Angebote, die Eltern und Kindern den Weg weisen. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa-tmn Orientierung im WWW - Kindern den Weg ins Netz weisen Shopping, Unterhaltung, Informationen - im Internet sind unzählige Angebote abrufbar. Darunter ist aber auch vieles, das für Kinder nicht geeignet ist. Gut, dass es Angebote gibt, die Kindern und Eltern den Weg zu passenden Webseiten zeigen.