Der Lummensprung auf Helgoland hat begonnen

16.06.2021
Jedes Jahr Mitte Juni beginnt auf Helgoland ein unvergleichliches Spektakel: Trottellummenküken springen vom Lummenfelsen rund 40 Meter tief zu ihren Eltern ins Wasser. Noch einige Wochen lang lässt sich das Naturschauspiel beobachten.
Trottellummen sitzen auf den Felsvorsprüngen am Lummenfelsen. Jedes Jahr Mitte Juni beginnt auf Helgoland ein unvergleichliches Spektakel. Foto: Marcus Brandt/dpa
Trottellummen sitzen auf den Felsvorsprüngen am Lummenfelsen. Jedes Jahr Mitte Juni beginnt auf Helgoland ein unvergleichliches Spektakel. Foto: Marcus Brandt/dpa

Helgoland (dpa) - Sie springen wieder: Auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland stürzen sich derzeit wieder die Trottellummenküken aus bis zu 40 Metern Höhe von den Klippen, um ins Meer zu ihren Eltern zu gelangen.

Da aufgrund des kalten Frühjahres viele Trottellummenpaare später angefangen haben zu brüten, wird sich das Naturschauspiel vermutlich noch bis Mitte Juli ziehen, wie der ornithologische Schutzgebietsbetreuer des Vereins Jordsand auf Helgoland, Elmar Ballstaedt, sagte. Denn manche der Trottellummen brüteten noch das Ei aus, manche Jungtiere seien noch sehr klein, andere sprungbereit.

Mit etwa drei Wochen springen die kleinen Vögel vom Lummenfelsen entweder direkt ins Wasser oder auf den Boden - je nach Ausgangspunkt. Obwohl die Tiere noch nicht fliegen können, überstehen sie dank ihrer Fettpolsterung und ihres leichten Knochenbaus in der Regel unbeschadet auch Sprünge aus bis zu 150 Metern Höhe. Das ist noch wesentlich höher als die Klippen auf Helgoland. Ziel des Sprungs ist es, zu ihren Eltern ins Wasser zu gelangen, die sie dort einfacher mit Nahrung versorgen können. Für die kleinen Vögel ist das ein großer Schritt.

Einige Tiere versuchten es tagelang immer wieder, bis sie sich trauten, sagte Ballstaedt. Die Küken, die hinter der aus Küstenschutzgründen gebauten Mauer landen und daher nicht selbstständig ins Meer gelangen können, werden von Helfern auf den richtigen Weg gebracht.

© dpa-infocom, dpa:210616-99-13048/3

Lummentage


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Relikt der Nazis: Sie errichteten auf Helgoland Bunker mit langen unterirdischen Tunneln. Foto: Silke Fokken Der Außenposten der Zivilisation: Zu Besuch auf Helgoland Robbenbabys am Strand und Vogelküken, die sich spektakulär von Felsen stürzen - auf Helgoland bekommen Urlauber einen besonderen Zugang zur Natur. Und zur Zeit. Los geht die Reise in Hamburg, wo die Schnellfähre ablegt.
Im Tierheim wird eine junge Elster mit einem Mehlwurm gefüttert. Foto: Horst Ossinger Der Klimawandel bedroht die Vogelwelt Den in Deutschland heimischen Vögeln geht es nicht gut, denn zur Brutzeit ist oftmals nicht ausreichend Nahrung vorhanden. Eine Gefahr durch den Klimawandel sehen Forscher des Leibniz-Instituts besonders für heute schon seltene und gefährdete Arten.
Die Visualisierung zeigt einen Raum der geplanten Erlebnis-Ausstellung Bluehouse auf der Hochseeinsel Helgoland. Foto: -/studio klv/dpa Bluehouse: Helgoland bekommt neue Attraktion Interaktiv und multimedial: Die Ausstellung Bluehouse soll neuer Anziehungspunkt auf Helgoland werden. Besucher können die Schönheit der Unterwasser-Natur bewundern und Einblicke in wissenschaftliche Arbeit bekommen. Doch vor Baubeginn steht ein Abriss an.
Farbiger Akzent in der Landschaft: der Leuchtturm auf der Helgoländer Düne. Foto: Friedemann Kohler/dpa-tmn Urlaub auf der Helgoländer Düne Die Nordseeinsel Helgoland hat eine kleine Schwester: Auf der Helgoländer Düne urlaubt man mitten in der Natur. Beim Bad in den Wellen kann der Nachbar auch schon mal eine Robbe sein.