Auslandsgespräche können immer noch ins Geld gehen

19.05.2020
Die Telefongebühren von daheim in andere EU-Länder sind zwar seit einem Jahr gedeckelt. Doch wenn der Anbieter den Höchstpreis aufruft, sind auch diese Telefonate alles andere als billig.
Erst Preise checken, dann zum Hörer greifen. Sonst kann es bei Auslandsgesprächen schnell eine Überraschung auf der Telefonrechnung geben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Erst Preise checken, dann zum Hörer greifen. Sonst kann es bei Auslandsgesprächen schnell eine Überraschung auf der Telefonrechnung geben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Bevor man für Auslandsgespräche zum Hörer greift oder das Smartphone entsperrt, sollte man die Minutenpreise in der Preisliste des Anbieters prüfen. Gerade Gespräche vom deutschen Festnetz in ausländische Mobilfunknetze sind oft teuer, warnt die Stiftung Warentest.

Gespräche von Deutschland aus in ein anderes EU-Land dürfen maximal rund 22,6 Cent pro Minute kosten - ob vom Handy oder Festnetz aus. Doch diesen EU-regulierten Höchstpreis rufen viele Anbieter auch tatsächlich auf. Deutlich günstigere Minutenpreis um die 3 Cent pro Minute finden sich nur bei einigen Festnetzanbietern für Telefonate in bestimmte EU-Länder, so die Warentester.

Universell günstige SMS innerhalb der EU

Universell günstig für Mitteilungen von Deutschland aus ins Mobilfunknetz eines anderen EU-Landes ist eine SMS, die maximal rund 7,1 Cent kosten darf - so schreibt es die EU-Regulierung vor.

Allen, die häufig in ein bestimmtes Land oder bestimmte Länder telefonieren, raten die Experten, Länder-Optionen zu prüfen, die bei vielen Anbietern ab vier Euro monatlich mit einer Laufzeit von einem Monat zubuchbar sind. Solche Optionen machen die Verbindungen günstiger oder decken alle Anrufe in bestimmte Länder als Flat ab.

Telekom-Festnetzkunden können nach wie vor Call-by-Call-Dienste nutzen. Dabei wird vor der eigentlichen eine bestimmte Nummer des ausgewählten, güntigeren Anbieters vorgewählt. Das Gespräch läuft dann über diesen Anbieter, die Gebühren werden über die Telekom-Rechnung eingezogen.

Deftige Preise für Anrufe außerhalb der EU

Wer von Deutschland aus in Länder außerhalb des EU-Raums telefoniert, muss auch weiterhin mit deftigen Preisen rechnen: Keine Seltenheit sind etwa 50 Cent pro Minute für Festnetzgespräche in die Türkei oder 2 Euro pro Minute für ein Handygespräch in die Schweiz.

Nutzen die Gesprächspartner die gleiche App, sind natürlich europa- und weltweit Gratis-Gespräche per Messenger die erste Wahl. Ansonsten erinnern die Warentester daran, dass mit Skype relativ preisgünstige Anrufe in Fest- und Handynetze weltweit möglich sind.

Bericht der Stiftung Warentest


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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