Wespen mit Laken unter dem Nest austricksen

07.09.2018
Die Zeit der Wespen ist fast vorbei - daher sind diese zum Sommerausklang und Herbstbeginn auch so aggressiv. Wer warten kann, sollte daher ihre Nester noch am Haus hängen lassen. Es gibt einen Trick, die Tiere vom Menschen abzulenken.
Wespen lassen sich leicht austricksen: Man bringt unter deren Nest ein altes Bettlaken an. Foto: Julian Stratenschulte
Wespen lassen sich leicht austricksen: Man bringt unter deren Nest ein altes Bettlaken an. Foto: Julian Stratenschulte

Berlin (dpa/tmn) - Bei Nestern von harmlosen Wespenarten wartet man möglichst mit dem Entfernen bis zum Herbst, wenn das Wespenvolk gestorben ist und die Königin zur Überwinterung ausgezogen ist. Und bis dahin kann man die Wespen austricksen.

Ein Sichtschutz unter dem Nest verbirgt menschliche Bewegungen vor den Insekten. Diese fühlen sich dann nicht bedroht und lassen folglich die Bewohner eher in Ruhe. Dazu rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dafür hängt man ein altes Bettlaken oder ähnliche Stoffbahnen im Abstand von zehn Zentimetern zum Nest auf. Alternativ lässt sich auch ein Brett vor dem Nest montieren. Handelt es sich um ein Erdnest, kann davor sogar ein kleiner Tunnel aus Rohren gebaut werden. So wird der Ein- und Ausgang für die Tiere vom Balkon wegverlegt.

Für die Montage rät der BUND zu langer, dicker Kleidung und langsamen Bewegungen in der Nähe des Nestes. Wer doch gestochen wird, sollte sich zügig, aber in ruhigen Bewegungen entfernen. Schnelle, fuchtelnde Armbewegungen und gar Erschütterungen des Nestes sollte man vermeiden.

Zu den an sich harmlosen Wespenarten, die nur aggressiv werden, wenn man ihr Nest bedroht, gehören die Feldwespe, die Mittlere Wespe sowie die Sächsische Wespe. Ihre Nester sind laut BUND meistens grau, erreichen Größen von bis zu einem Fußball und hängen frei herab. Die aggressiveren Arten Gemeine und Deutsche Wespe bestehen aus hellbraunen bis grauen muschelförmigen Lufttaschen. Hier können sich Tiere bis in den Winter hinein aufhalten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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