Kinder nicht sofort operieren lassen

14.01.2020
Die Entfernung der Mandeln war noch vor 20 Jahren üblich. Inzwischen versuchen Ärzte aber, erst einmal konservativ zu behandeln. Eine OP sollte nur stattfinden, wenn es zu oft Probleme gibt.
Wenn die Mandeln weniger als sechs Mal im Jahr entzündet sind, sollten sie drin bleiben. Foto: dpa-tmn
Wenn die Mandeln weniger als sechs Mal im Jahr entzündet sind, sollten sie drin bleiben. Foto: dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Früher war es gang und gäbe: Bei Schwierigkeiten mit den Mandeln wurden die Übeltäter chirurgisch entfernt. Besonders häufig trifft die Mandelentzündung Kinder - damals wie heute. Mit dem Unterschied, dass inzwischen viel weniger operiert wird.

Ein Grund Grund dafür: Bei der Mandelentfernung könne es zu Komplikationen wie Nachblutungen kommen, erklärt Kinder- und Jugendarzt Ulrich Fegeler in der «Neuen Apotheken Illustrierten» (Ausgabe 1. Januar 2020). Zudem wolle man die Schutzfunktion der Mandeln erhalten.

Ein Richtwert ist daher: Sind die Mandeln mindestens sechs Mal im Jahr entzündet, lohnt sich das Nachdenken über eine OP. Nicht immer muss es aber gleich eine komplette Entfernung sein. Die Mandeln können auch ambulant nur teilweise entfernt werden. Dann kommt es seltener zu Nachblutungen oder anderen Komplikationen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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