Soziale Medien können beim Lernen helfen

18.09.2019
Stundenlang stillsitzen und Stoff pauken - mit dieser Lernmethode bleibt bei Schülern oft wenig hängen. Besser läuft es manchmal, wenn soziale Medien zum Einsatz kommen.
Stoffsammlung und mehr: Schüler können soziale Medien wie Instagram auch zum Lernen nutzen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Stoffsammlung und mehr: Schüler können soziale Medien wie Instagram auch zum Lernen nutzen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Darmstadt (dpa/tmn) - Instagram, Snapchat oder Whatsapp - soziale Medien müssen beim Lernen nicht unbedingt eine Ablenkung sein. Sie können genauso als Hilfsmittel eingesetzt werden, erklärt Benjamin Hadrigan in einem Interview mit der Zeitschrift «Didacta» (Ausgabe 03/2019). Der 17-jährige Schüler hat ein Buch zum Thema verfasst.

Um richtig zu lernen, müsse man aber zunächst herausfinden, welcher Lerntyp man ist, erklärt Hadrigan. So könne es sein, dass man sich Stoff am besten über Bilder merkt. Oder indem man ihn sich laut vorsagt. Manche Schüler müssen das Lernen mit Bewegung verknüpfen, andere brauchen ein Gegenüber, mit dem sie sich über die Inhalte austauschen können.

Ein Account für jedes Fach

Zu wissen, welcher Lerntyp man ist, hilft dann beim Lernen mit Social Media. Instagram eignet sich dem Schüler zufolge zum Beispiel gut, um Stoff aufzuteilen und zu strukturieren. Mit einem speziellen Account für jedes Fach lässt sich eine Wissenssammlung anlegen - etwa für Biologie oder Geschichte. Je nach Lerntyp können Bilder und Gifs, Texte oder Sprachaufnahmen den Schwerpunkt des Feeds bilden.

Snapchat lässt sich laut Hadrigan zum Lernen verwenden, indem man mit seinen Freunden kurze Videos teilt, in denen man sich gegenseitig abfragt. Auf Whatsapp können sich Schüler in Lerngruppen über den Stoff austauschen - per Text oder Audio.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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