Das Fitnessstudio vorzeitig kündigen

31.05.2017
Das schöne Wetter lockt viele Sportler nach draußen. Oft nimmt dann die Motivation ab, ins Fitnessstudio zu gehen. Dennoch können Kunden ihren Vertrag nicht einfach kündigen. Welche Gründe müssen dafür vorliegen?
Keine Lust mehr auf das Laufband? Das gilt nicht als Grund für eine außerordentliche Kündigung des Fitnessstudio-Vertrages. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Keine Lust mehr auf das Laufband? Das gilt nicht als Grund für eine außerordentliche Kündigung des Fitnessstudio-Vertrages. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Hamburg (dpa/tmn) - Kunden eines Fitnessstudios können ihren Vertrag vorzeitig kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Das kann beispielsweise ein erheblich eingeschränktes Leistungsangebot seitens des Studios sein.

«Entscheidend ist dabei, dass der Kunde dauerhaft und objektiv die vereinbarten Leistungen nicht mehr nutzen kann», sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Das ist beispielsweise auch bei einer dauerhaften Erkrankung der Fall. Eine Kündigung ist außerdem möglich, wenn das Studio plötzlich umzieht oder sein Trainingskonzept komplett verändert - also etwa wenn ein reines Frauenstudio auch Trainingseinheiten für Männer anbietet.

Grundsätzlich gilt: Während der Vertragslaufzeit ist meist nur eine außerordentliche Kündigung möglich. «Vorausgesetzt, dem Sportler kann unter Abwägung aller Umstände nicht zugemutet werden, an dem Vertrag weiter festzuhalten», sagt Rehberg. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs rechtfertigt etwa ein berufsbedingter Umzug in eine andere Stadt keine sofortige Vertragsauflösung, so die Verbraucherschützerin.

Eine dauerhafte, schwere Erkrankung kann hingegen eine vorzeitige Kündigung ermöglichen - wenn der Betroffene dadurch nicht mehr am Training teilnehmen kann. Außerdem darf die Krankheit bei Vertragsschluss noch nicht bekannt gewesen sein. «Das Fitnessstudio darf dann vom Kunden ein Attest verlangen», erklärt Rehberg. Das Dokument muss aber nicht ein Amtsarzt ausstellen. Und der Sportler muss keine Angaben zu der konkreten Erkrankung machen.

«Bei einer Schwangerschaft kommt es auf den Einzelfall an», erklärt die Verbraucherschützerin. Kann die Frau aufgrund des konkreten Verlaufs weiterhin trainieren, darf sie nicht vorzeitig kündigen. Bei einigen Studios kann man den Vertrag während der Schwangerschaft aber ruhen lassen.

Oft haben die Verträge eine Laufzeit von zwei Jahren. Da Kunden ohne wichtigen Grund schwer vorzeitig aus dem Vertrag kommen, rät Rehberg: «Vereinbaren Sie besser kürzere Vertragslaufzeiten.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Laufen ist gut - für das Herz, den Kreislauf, das Wohlbefinden. Wer sich überwindet, tut sich einen Gefallen. Foto: Christin Klose Vom Nicht-Läufer zum Läufer werden Den guten Vorsätzen steht bei vielen der Schweinehund im Weg. Ihn sollte man gut pflegen - und sich gar nicht erst irgendetwas vornehmen, rät der Buchautor und passionierte Läufer Achim Achilles. Stattdessen schließt man besser einen Vertrag mit sich selbst.
Radfahren stärkt nicht nur das Herzkreislaufsystem, sondern auch Teile der Muskulatur. Foto: Tobias Hase Nicht aus dem Tritt: Radfahren fördert die Gesundheit Fahrradfahren ist gesund und lässt sich gut in den Alltag einbauen. Wer als Freizeitradler regelmäßig für eine gewisse Zeit im Sattel sitzt, hat sein sportliches Soll schon fast erfüllt. Damit weder Hintern noch Nacken schmerzen, sollte man ein paar Tipps beachten.
Im Winter tragen Sportler am besten mehrere Schichten übereinander. Foto: Soeren Stache/dpa Outdoor-Sport: Thermokleidung nur bei extremer Kälte tragen Outdoor-Sport stärkt die Abwehrkräfte und hilft gegen den Winterblues. Doch sinken die Temperaturen, zieht es Freizeitsportler immer weniger nach draußen. Dabei gibt es einfache Mittel, sich vor Kälte zu schützen.
Wer sich ausführlich dehnt, macht nichts falsch. Wichtiger ist aber, die Muskeln zu erwärmen, um sie auf das Training vorzubereiten. Foto: Christin Klose So wärmen sich Sportler richtig auf Aus rein medizinischer Sicht schützt dehnen nicht vor Verletzungen. Dennoch raten Experten dazu, es vor dem Sport ins Aufwärmprogramm einzubauen - allerdings als dynamisches Stretching. Um dauerhaft Beschwerden zu vermeiden, sind Kraft und Beweglichkeit wichtiger.