Unseriöse Inkasso-Schreiben: So erkennen Sie die Fälschung

23.08.2021
Immer wieder werden Verbraucher durch unseriöse Inkasso-Schreiben verunsichert. Aus Angst heraus bezahlen viele dann eine falsche Forderung. Ein neues Angebot soll helfen, Inkasso-Post zu beurteilen.
Briefe von Inkasso-Unternehmen können verunsichern. Nicht jede Forderung ist aber wirklich echt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Briefe von Inkasso-Unternehmen können verunsichern. Nicht jede Forderung ist aber wirklich echt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Unseriöse Inkasso-Schreiben sorgen häufig für Verunsicherung. Oft treiben Firmen damit Forderungen für angeblich abgeschlossene Abonnements ein - und nicht selten machen sie dabei gehörig Druck auf Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Die Masche ist immer wieder ähnlich: Die Firmen drohen in dem Schreiben mit Mahnbescheiden, Zwangsvollstreckungen, Pfändungen sowie Schufa-Einträgen und schüren damit Angst. Häufig sind die Betroffenen vorher in eine Abo-Falle im Internet getappt, beobachten Verbraucherzentralen und die Kriminalpolizei immer wieder.

Deshalb gilt: Wer ein Inkasso-Schreiben bekommt, muss überprüfen, ob die Forderung zu Recht besteht. Wenn ja, muss sie beglichen werden. Wird die Forderung zu Unrecht erhoben, sollte sofort widersprochen werden, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wer jedoch ein falsches Inkasso-Schreiben erhält, sollte darauf keinesfalls reagieren und stattdessen Anzeige bei der Polizei erstatten. Doch wie erkennt man, ob eine Forderung berechtigt ist oder nicht? Und was dürfen echte Inkassodienstleister eigentlich?

Rechtschreibung häufig fehlerhaft

Häufig fallen falsche Inkasso-Schreiben durch typische Merkmale ins Auge, zum Beispiel durch Rechtschreibfehler oder ausländische Kontodaten, auf die das Geld überwiesen werden soll.

Bereits aus dem ersten Schreiben eines Inkassounternehmens muss außerdem hervorgehen, für wen die Bezahlung der Forderung zu erfolgen hat. Und: Jedes Inkassobüro muss registriert sein. Es benötigt einen entsprechenden Registrierungsbescheid der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ob ein Inkassobüro registriert ist, kann im Rechtsdienstleistungsregister kostenfrei überprüft werden.

Bei Betrug nicht zahlen

Auf dem Verbraucherportal des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) finden Verbraucherinnen und Verbraucher nun außerdem Informationen, die ihnen dabei helfen sollen, erhaltene Inkasso-Schreiben qualifiziert zu beurteilen.

Unter «Mahnungen checken» zeigt der Verband zum Beispiel, woran echte Inkasso-Schreiben zu erkennen und wie Fälschungen zu entlarven sind. Ein Störungsmelder warnt vor bekannten Betrugsmaschen. Auch können Verbraucherinnen und Verbraucher sich hier an eine Ombudsfrau wenden.

Wer eine betrügerische Forderung erhält, sollte nicht zahlen, rät auch der Verband. Außerdem sollte nicht dem Absender direkt geantwortet werden. Besser sei es, solche Vorgänge bei der Polizei zu melden, damit die Behörden die Täter ermitteln können.

© dpa-infocom, dpa:210823-99-941258/2

Tipps der Kriminalpolizei

Portal des Inkassoverbandes

Rechtsdienstleistungsregister

Tipps der Verbraucherzentrale NRW

Tipps der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Einige Unternehmen geben versäumte Zahlungen ohne Mahnung an ein Inkassobüro weiter. Dadurch entstehen für den Kunden oft hohe Kosten. Foto: Jens Büttner/dpa Verbraucherschützer wollen Inkassokosten senken Im Aufpumpen von Inkassokosten zeigen sich etliche Unternehmen der Branche allzu kreativ, finden Verbraucherschützer. Jetzt wollen sie mit juristischer Nadel den Kostenballons zu Leibe rücken.
Inkassounternehmen müssen in einem Verzeichnis vermerkt sein, um Forderungen eintreiben zu dürfen. Foto: Bodo Marks Inkassobüros müssen registriert sein Wer unerwartet Post von einem Inkassobüro erhält, ist meist erstmal verunsichert. Um Informationen über das Unternehmen und seine Legitimation zu sammeln, gibt es nützliche Hilfe im Internet.
Mit einer dreisten Masche geben sich Betrüger als Inkasso-Unternehmen aus. Per SMS setzen sie Betroffene unter Druck. Erhält man eine solche SMS, sollte man nicht einfach zahlen. Foto: Jens Schierenbeck SMS statt E-Mail: Dubiose Inkasso-Firmen nutzen neue Wege Sie geben sich als Inkasso-Unternehmen aus und bedrohen die vermeintlichen Gläubiger per SMS. Mit einer dreisten Masche versuchen Betrüger ahnungslose Betroffene um ihr Geld zu bringen.
Vorsicht vor falschen Inkasso-Schreiben: Derzeit versuchen Betrüger mit Briefen an Geld zu kommen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Falsche Inkasso-Schreiben im Umlauf Die Masche ist nicht neu: Fake-Inkassounternehmen schreiben Briefe an arglose Verbraucher - einige fallen darauf rein und zahlen. Derzeit sind wieder viele solcher Schreiben im Umlauf. Was tun?