Selbstbedienungskassen noch immer selten

17.02.2020
Die einen finden sie praktisch, andere sehen sie eher als Herausforderung - bisher sind Selbstbedienungskassen noch nicht so richtig im Alltag angekommen. Wird sich das bald ändern?
Viele Verbraucher sind mit SB-Kassen noch nicht vertraut. Oft haben sie Angst, etwas verkehrt zu machen. Foto: Swen Pförtner/dpa
Viele Verbraucher sind mit SB-Kassen noch nicht vertraut. Oft haben sie Angst, etwas verkehrt zu machen. Foto: Swen Pförtner/dpa

Düsseldorf (dpa) - Selbstbedienungskassen haben in Deutschland immer noch Seltenheitswert. Von den knapp eine Million Kassen im Einzelhandel waren Mitte 2019 nach einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI gerade einmal 4760 SB-Kassen, an denen der Kunde selbst scannen und bezahlen konnte.

Gegenüber dem Stand 2017 hat sich die Zahl der Selbstbedienungskassen damit aber um fast 60 Prozent erhöht. Viele Verbraucher sähen die Selbstbedienungskassen noch immer mit gemischten Gefühlen, sagte EHI-Experte Cetin Acar. Sie machten sich Sorgen, durch die Nutzung der Kassen Arbeitsplätze im Handel zu gefährden. Auch die Angst, an den modernen Kassen etwas falsch zu machen, sei weit verbreitet.

Doch gewinnt der Trend zu sogenannten Self-Checkout-Systemen nach Einschätzung des EHI an Dynamik. Bei der jüngsten Branchenumfrage hätten rund die Hälfte der Händler signalisiert, dass sie Handlungsbedarf in diesem Bereich sähen. Auf Interesse stoßen dabei laut EHI zunehmend auch Systeme, die es dem Kunden erlauben, seine Einkäufe während des Gangs durch den Supermarkt mit dem eigenen Smartphone zu scannen, um so die Schlangen an den Kassen zu vermeiden.

Insgesamt zählten die Experten in ihrer Studie im vergangenen Jahr noch 986.000 Kassen im deutschen Einzelhandel. Das sei der niedrigste Stand sei 23 Jahren. Hier spiegele sich der durch den Konzentrationsprozess im Einzelhandel und den Boom des Online-Handels verursachte Rückgang in der Zahl der Verkaufsstellen wieder, berichteten die Experten.

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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