Privates Ferienhaus steuerfrei verkaufen

01.11.2017
Das müssen Besitzer eines Ferienhauses beachten: Wer eine Immobilie verkauft, muss den Gewinn versteuern. Doch es gibt auch Ausnahmen. Entscheidend ist, ob es sich um ein vermietetes oder selbst genutztes Domizil handelt.
Ob der Verkaufsgewinn einer Immobilie versteuert werden muss, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Ob der Verkaufsgewinn einer Immobilie versteuert werden muss, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Berlin (dpa/tmn) - Was passiert mit dem Veräußerungsgewinn? Diese Frage stellen sich viele Immobilienbesitzer, die ihr privat genutztes Ferienhaus oder eine Zweitwohnung verkaufen.

Generell können sie den Erlös steuerfrei einstreichen. «Voraussetzung ist, dass das Feriendomizil oder die zweite Wohnung zumindest im Jahr der Veräußerung sowie in den zwei vorangegangenen nicht mehr vermietet war», erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Als Grundsatz gilt: Wer eine vermietete Immobilie verkauft, muss den Veräußerungsgewinn versteuern, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als zehn Jahre liegen. Für selbst genutzte Immobilien greift dies dagegen nicht. Diese Regelung gilt nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs auch für privat genutzte Ferienimmobilien und Zweitwohnungen (Az.: IX R 37/16).

Im konkreten Fall verkaufte der Steuerzahler vor Ablauf der Zehnjahresfrist seine Ferienimmobilie. Zunächst hatte er diese an seinen Vater vermietet und zuletzt als privates Ferienhaus genutzt.

Die Finanzverwaltung argumentierte, dass der Kläger das Ferienhaus nicht zu eigenen Wohnzwecken genutzt habe, sondern nur zeitweilig zur Erholung. Deshalb greife die Ausnahmeregelung für privat genutzte Immobilien nicht, und der Veräußerungsgewinn sei zu besteuern.

Das überzeugte den Bundesfinanzhof nicht. Die Richter befanden, ein Gebäude wird auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn der Steuerzahler nur zeitweilig in der Immobilie wohnt, sofern es ihm in der übrigen Zeit auch als Wohnung zur Verfügung steht.

Allerdings: Wurde die Ferienwohnung bis zuletzt auch an Dritte oder Angehörige vermietet, gilt die Steuerbefreiung nur, wenn die zehnjährige Spekulationsfrist eingehalten wurde. «Ist der Verkauf einer vermieteten Ferien- oder Zweitwohnung geplant, sollte dies am besten vorab mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt besprochen werden», rät Klocke.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer bauliche Maßnahmen beim Fiskus absetzen will, muss unter Umständen mehrere Posten zusammenrechnen. Foto: Oliver Berg Kosten für baulichen Maßnahmen beim Fiskus absetzen Direkt nach dem Kauf lässt der Eigentümer die Immobilie umgestalten. Will er die Kosten für die baulichen Maßnahmen beim Fiskus absetzen, muss er aufpassen: Schönheitsreparaturen darf er unter Umständen nicht als sofortige Werbungskosten absetzen.
Laut dem Bundesfinanzhof orientiert sich der Abzug von Werbungskosten an der ortsüblichen Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Betriebskosten. Foto: Frank Leonhardt Vergünstigte Vermietung kann Werbungskostenabzug mindern Wer an seine Angehörigen eine Immobilie vermietet, kann unter Umständen steuerlich profitieren. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Position der Vermieter in einem Urteil gestärkt. Für die Berechnung des Werbungskostenabzugs zählt demnach die Warmmiete.
Ziehen Kinder innerhalb von sechs Monaten selbst in die geerbte Immobilie ein, entfällt die Erbschaftssteuer. Foto: Hans Wiedl So bleibt das Immobilienerbe steuerfrei Erst wenn ein Erbe den geltenden Freibetrag überschreitet, wird Erbschaftssteuer fällig. Kinder etwa können bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben. Eine Immobilie ist häufig aber mehr wert. Was dann gilt, hat der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil geklärt.
Wer seinen Stromanbieter wechselt, kann viel Geld sparen - bei Preiserhöhungen gilt ein Sonderkündigungsrecht. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn Wechsel des Stromanbieters ist meist noch möglich Ob die Strompreise 2020 steigen, liegt im Ermessen der Netzbetreiber. Doch viele Anbieter haben bereits angekündigt, die Erhöhung der EEG-Umlage weiterzugeben. Noch können viele Kunden reagieren.