Online-Rechner für Senioren ermittelt Steuern

30.01.2019
Einige Rentner müssen auf ihr Einkommen Steuern abführen. Wer wissen möchte, ob und welchen Betrag er abgeben muss, kann einen hierfür eingerichteten Online-Rechner nutzen.
Als Faustformel gilt: Je später die Rente begann, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil der Rente. Foto: Andrea Warnecke
Als Faustformel gilt: Je später die Rente begann, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil der Rente. Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Senioren, die unsicher sind, ob und wieviel Einkommensteuern sie zahlen müssen, können online prüfen, in welcher Höhe für sie Steuern anfallen. Dazu stellt das Bayerische Landesamt für Steuern einen Alterseinkünfte-Rechner zur Verfügung.

«Eventuell kann bereits etwas Geld zur Seite gelegt werden, um dann nicht vom Steuerbescheid überrascht zu werden», sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Bei der Online-Berechnung benötigt man unter anderem die Jahresbruttorente und das Jahr des Rentenbeginns. Es sind auch Angaben zu anderen Einkünften möglich, zum Beispiel aus einer Vermietung und Verpachtung. Ob eine Einkommensteuererklärung abzugeben ist beziehungsweise Steuern fällig werden, ist individuell unterschiedlich. Als Faustformel gilt: Je später die Rente begann, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil der Rente.

Wer beispielsweise seit Januar 2018 ausschließlich eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, kann als lediger Rentner monatlich im Schnitt 1150 Euro Bruttorente steuerfrei bekommen, ohne für das zurückliegende Jahr Steuern zahlen zu müssen. Wer 2005 oder früher in Rente gegangen war, kann für 2018 rund 1450 Euro brutto monatlich steuerfrei beziehen. Kommen weitere Einkünfte zum Beispiel aus einer Betriebsrente, einer Witwenrente oder aus einer Vermietung und Verpachtung hinzu, muss neu gerechnet werden.

Wer für 2018 eine Steuererklärung einreichen muss und diese selbst anfertigt, hat dafür bis zum 31. Juli 2019 Zeit. «Das sind zwei Monate mehr als bisher, denn früher galt der 31. Mai als Abgabestichtag», so Klocke.

Hilfe beim Ausfüllen bietet die Bescheinigung der Deutschen Rentenversicherung. Diese kann kostenfrei bei der Rentenversicherung unter Angabe der Versicherungsnummer beantragt werden. Wer einmal den Antrag gestellt hat, bekommt die Bescheinigung automatisch auch in den folgenden Jahren per Post zugeschickt. Die Bescheinigung enthält beispielsweise die Höhe der Rente und die gezahlten Krankenversicherungsbeiträge, so Klocke. Zudem sind bereits die Zeilenangaben für die Steuerformulare abgedruckt, so dass man die entsprechenden Beträge direkt in die Steuererklärung übernehmen kann.

Alterseinkünfte-Rechner der bayerischen Steuerbehörden


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wie werden Zinsen auf Nachzahlungen von Renten eigentlich versteuert? Foto: Jens Wolf Rentennachzahlung mit Zinsen: Besserer Steuersatz für Zinsen Es kommt immer wieder vor, dass Renten später bewilligt werden. Damit verbunden ist unter Umständen die Auszahlung eines höheren Betrages. Aber wie steht es mit Zinsen und wie müssen Senioren das Geld versteuern?
Mit Wohn-Riester-Verträgen kann man Schulden für ein Haus oder eine Wohnung begleichen oder sich in einer Seniorenresidenz einkaufen. Foto: Wohn-Riester-Verträgen Mit Wohn-Riester in Seniorenresidenz einkaufen Mit Wohn-Riester-Verträgen lassen sich zum Beispiel Darlehen für das Eigenheim schneller abzahlen. Allerdings muss das Geld nicht zwingend in eine eigene Immobilie fließen. Es lassen sich auch andere Wohnformen finanzieren.
Rentner können sich freuen: Ihre Bezüge steigen. Foto: Silas Stein/Symbolbild Was die Rentenerhöhung bringt, und wie es weitergeht Spürbar mehr im Geldbeutel bekommen Deutschlands Rentner durch die jetzt anstehende Erhöhung der Bezüge. Doch nicht alle können das Geld komplett behalten. Und die Perspektiven werden ungemütlicher.
Auch Renten müssen versteuert werden. Foto: Hans Wiedl/dpa-Zentralbild/ZB Rentenerhöhung: Wann eine Steuererklärung nötig ist Seit Monatsbeginn gibt es mehr Rente. Die Erhöhung ist steuerpflichtig - wovon aber trotzdem nur wenige Rentner betroffen sein dürften.