Interesse an Ökostrom hat nachgelassen

12.03.2018
Das Interesse an Ökostrom lässt offenbar nach. Dabei kann sich ein Wechsel durchaus auszahlen. Wie finden Verbraucher einen günstigen und passenden Tarif?
Wer sich für Ökostrom entscheidet, schont nicht nur die Umwelt. Laut Verifox ist bei einem Jahresverbrauch von 4000 kWh eine Ersparnis von 300 Euro möglich. Foto: Ingo Wagner
Wer sich für Ökostrom entscheidet, schont nicht nur die Umwelt. Laut Verifox ist bei einem Jahresverbrauch von 4000 kWh eine Ersparnis von 300 Euro möglich. Foto: Ingo Wagner

Heidelberg (dpa/tmn) - Verbraucher interessieren sich weniger für Ökostrom. Darauf lässt zumindest eine Auswertung von Daten des Vergleichsportals Verivox schließen.

Demnach entschieden sich 2017 bei einem Stromanbieterwechsel über das Portal insgesamt 36 Prozent der Verbraucher für einen Ökostromtarif. 2012 lag dieser Anteil bei 76 Prozent.

Das Interesse an Ökostrom ist zudem regional höchst unterschiedlich. In Berlin (53 Prozent) und Hamburg (51 Prozent) entscheiden sich Verbraucher häufiger für grünen Strom, in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz (jeweils rund 32 Prozent) sowie dem Saarland (33 Prozent) hingegen seltener.

Dennoch kann sich laut Verivox im Vergleich zu den Strompreisen in der örtlichen Grundversorgung der Wechsel zu einem Ökostromtarif lohnen. Wer sich noch nie um einen günstigeren Stromtarif gekümmert hat, kann bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden im bundesdeutschen Durchschnitt aktuell bei Ökostromanbietern rund 300 Euro einsparen.

Wer wechseln möchte, kann dazu Tarifrechner im Internet nutzen, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Damit erhält man nach Eingabe des persönlichen Jahresverbrauchs und der Postleitzahl eine Übersicht über die Preise verschiedener Versorger.

Verbraucher sollten idealerweise verschiedene Rechner nutzen, da sich die Portale auch über Provisionen finanzieren. Zudem ist es ratsam, die Angebote immer noch einmal auf der Homepage des Anbieters zu recherchieren.

Auch die möglichen Voreinstellungen und Filter sollten überprüft werden. Es ist zum Beispiel sinnvoll, sich die Tarife ohne mögliche Bonuszahlungen anzeigen zu lassen, weil sie häufig an Bedingungen geknüpft sind und nur einmalig gelten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Steigt der Strompreis, haben Verbraucher das Recht, ihren Vertrag zu kündigen. Foto: Jens Büttner Stromkunden können bei Preiserhöhung fristlos kündigen Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland soll im kommenden Jahr um 5,7 Prozent auf Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde sinken. Dennoch rechnen Branchenkenner mit etwas höheren Strompreisen. Diese Rechte haben Verbraucher:
Die erneuerbaren Energien bleiben auch 2018 im Aufwind. Für einen Anstieg der Strompreise sind sie aber nicht mehr verantwortlich. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa Erneuerbare treiben Strompreise weniger Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ist 2017 weiter vorangekommen, auch ihr Anteil am Verbrauch nahm zu. Viele Fragen rund um Versorgungssicherheit und Netzausbau bleiben aber strittig. Und Strom wird teurer - wenngleich sich die Gründe dafür ändern.
Dem Stromversorger Care Energy ist das Feuer ausgegangen. Nun wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Kunden brauchen sich aber um die Belieferung nicht zu sorgen. Foto: Axel Heimken/ Archiv Stromanbieter insolvent: Zahlungen nicht einfach einstellen Verbraucher wollen sich auf ihren Stromversorger verlassen können. Doch auch ein Energieanbieter kann in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Was das für seine Kunden bedeutet:
Eine Jahresabrechnung der Stromkosten sollte dringend vom Verbraucher überprüft werden. Denn Fehler liegen oft im Detail. Foto: Jens Kalaene Jahresrechnungen für Strom und Gas prüfen Eine Strom- oder Gasrechnung kann viele Besonderheiten enthalten: etwa ein Bonus für einen Anbieterwechsel oder eine Preisgarantie. Deshalb lohnt es sich, bei der Kostenaufstellung genau hinzusehen.