Hohen Renditeversprechen sind meist ein Fake

10.12.2020
Wie viel Rendite darf es sein? 10 Prozent oder gar 60 Prozent? Mit solchen Gewinnversprechen locken Betrüger derzeit verstärkt Verbraucher an. Doch am Ende steht kein Gewinn, sondern ein Verlust.
Anlegern werden von vermeintlichen Trading-Plattformen oft hohe Renditen versprochen. Dieser Betrag vermehrt sich sehr schnell mit Hilfe von persönlichen Betreuern, die sich per Telefon intensiv um die Anleger kümmern. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-tmn
Anlegern werden von vermeintlichen Trading-Plattformen oft hohe Renditen versprochen. Dieser Betrag vermehrt sich sehr schnell mit Hilfe von persönlichen Betreuern, die sich per Telefon intensiv um die Anleger kümmern. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Angebliche Handelsplattformen locken Verbraucher derzeit mit Traumrenditen von 40 Prozent oder mehr. Möglich machen soll einen solchen Gewinn der Handel von Differenzkontrakten (CFD) sowie Währungen und Kryptowährungen.

Doch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt: Am Ende verlieren die betrogenen Verbraucher das gesamte eingezahlte Geld.

Die Masche ist meist ähnlich: Die Plattformen fordern anfangs ein kleines Startkapital von einigen hundert Euro. Dieser Betrag vermehrt sich sehr schnell mit Hilfe von persönlichen Betreuern, die sich von da an per Telefon intensiv um die Anleger kümmern. Die Kontobewegungen und das stetig steigende Guthaben können Kunden online verfolgen.

Handel wird meist nur vorgetäuscht

Was die Anleger dabei nicht ahnen: Es findet keinerlei Handel statt, erklärt der vzbv. Das Problem wird allerdings erst sichtbar, wenn die Kunden ihr Geld ausgezahlt bekommen möchten. Zurückgezahlt wird in der Regel nichts.

Im Gegenteil: Wer eine Auszahlung möchte, soll oft zuerst weiteres Geld überweisen, zum Beispiel um Steuern zu begleichen oder für den Abschluss einer Versicherung zur Absicherung des bisher erreichten Gewinns. In anderen Fällen erleidet das Depot plötzlich so hohe Verluste dass am Ende kein Geld mehr übrig ist. Irgendwann sind auch die persönlichen Ansprechpartner nicht mehr erreichbar.

Beschwerden häufen sich

Allein in den vergangenen zwölf Monaten erreichten die Marktbeobachtung der Verbraucherzentralen und des vzbv Beschwerden zu über 50 verschiedenen Plattformen. Betroffene hatten bis zu sechsstellige Beträge verloren. Der Schaden insgesamt beläuft sich laut vzbv in Deutschland auf mehrere Millionen Euro jedes Jahr.

Verbraucher sollten bei hohen Renditeversprechen besonders vorsichtig sein. Wichtige Fragen: Gibt es ein Impressum, wer ist der genaue Anbieter und wo hat er seinen Sitz? In der Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht (Bafin) können Verbraucher dann zum Beispiel erfahren, ob der Anbieter eine Zulassung für die EU hat und damit sein Geschäft überhaupt in Deutschland betreiben darf.

Ebenfalls wichtig: Verbraucher sollten fremden Personen niemals den direkten Zugriff auf ihren heimischen Computer durch entsprechende Software erlauben. Wer sich bereits als Geschädigter sehe, sollte unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten sowie seinen Fall der Verbraucherzentrale oder der Bafin melden.

© dpa-infocom, dpa:201210-99-645150/2

Unternehmensdatenbank der Bafin


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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