Garagenkosten für Firmenauto: Das ist steuerlich zu beachten

07.09.2021
Arbeitnehmer müssen in ihrer Steuererklärung angeben, wenn sie ihren Firmenwagen auch privat nutzen - und den geldwerten Vorteil versteuern. Doch wirken sich Garagenkosten dabei steuermindernd aus?
Der Arbeitgeber kann von den Nutzern eines Firmenwagens aus rechtlichen Gründen verlangen, dass sie ihr Auto in einer Garage unterstellen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
Der Arbeitgeber kann von den Nutzern eines Firmenwagens aus rechtlichen Gründen verlangen, dass sie ihr Auto in einer Garage unterstellen. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Hannover/Berlin (dpa/tmn) - Wer einen Firmenwagen auch privat nutzt, muss den sogenannten geldwerten Vorteil daraus versteuern. Hat der Arbeitnehmer jedoch eigene Ausgaben für den Firmenwagen, so kann dies den geldwerten Vorteil grundsätzlich vermindern, erläutert der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Unter Umständen sind dann geringere Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen.

Garagenkosten können dann steuerlich abgezogen werden, wenn der Arbeitgeber eine solche Unterbringung für den Firmenwagen verlangt. Das hat das Niedersächsische Finanzgericht (Az.: 14 K 21/19) entschieden. Der Arbeitgeber darf dies aber nur dann verlangen, wenn es aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen notwendig ist - etwa wenn sich im Firmenwagen teure Waren befinden oder das Fahrzeug an der Straße oder auf öffentlichen Parkplätzen öfters beschädigt wurde.

Nun muss der BFH entscheiden

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nun muss der Bundesfinanzhof (BFH) über den Fall entscheiden (Az.: VIII R 29/20). Bis dahin sollten betroffene Steuerpflichtige die Garagen-Kosten in ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Hat der Arbeitgeber die Kosten nicht bereits automatisch berücksichtigt, sollten Steuerpflichtige den geldwerten Vorteil im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung mindern und das Finanzamt darauf aufmerksam machen.

«Die Anweisung des Arbeitgebers sollte mit entsprechender Begründung schriftlich dokumentiert und zur Überlassungsvereinbarung für den Firmenwagen genommen werden», rät BVL-Geschäftsführer Erich Nöll. Er rät zudem, auf das Verfahren vor dem BFH mit Angabe des Aktenzeichen hinzuweisen und das Ruhen des Verfahrens zu beantragen. Sollte der BFH das Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts bestätigen, erfolgt laut Nöll automatisch die Umsetzung durch das Finanzamt.

Auch wenn keine rechtlichen oder tatsächlichen Gründe vorliegen, dass der Arbeitgeber die Firmenwagen-Unterstellung in der Garage verlangen kann, besteht die Option, dass er die laufenden Kosten erstattet. Dadurch entsteht laut BVL dann kein zusätzlicher geldwerter Vorteil.

© dpa-infocom, dpa:210906-99-117478/2

Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Erben, die für den Verstorbenen eine Steuererklärung abgeben, können die Kosten für den Steuerberater von der Erbschaftsteuer absetzen. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn Erbschaftsteuer: Kosten für letzte Steuererklärung absetzen Beauftragt ein Erbe einen Steuerberater, um Steuererklärungen des Verstorbenen nachzureichen, sind das Nachlassverbindlichkeiten. Diese können genauso wie Kosten für die Wohnungsräumung abgesetzt werden.
Für das Ehrenamt kann die Einkommensteuererklärung weiterhin in Papierform abgegeben werden. Die Tätigkeit darf mit nicht mehr als jährlich maximal 720 Euro beziehungsweise 2400 Euro als Übungsleiter entlohnt werden. Foto: Oliver Berg Ehrenamtler können Steuererklärung auf Papier einreichen Ehrenamtler müssen sich nicht mit dem Elster-Portal herumschlagen. Die Einkommenssteuererklärung für nebenberufliche Tätigkeiten, beispielsweise in Vereinen oder in der Kirche, kann weiterhin in Papierform eingereicht werden.
Was kann alles in der Steuererklärung angegeben werden?. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Unterhaltskosten für Schwester steuerlich absetzbar Werden Lebenshaltungskosten für Familienmitglieder übernommen, damit diese in Deutschland geduldet werden, können diese als steuermindernd abgesetzt werden. Das entschied das Finanzgericht Köln.
Für die Steuererklärung bleibt mehr Zeit. Der verlängerte Termin sollte aber besser eingehalten werden. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Steuererklärung 2020: Neue Abgabefrist im Herbst Wer lieber das Sommerwetter genießen möchte als sich mit seiner Einkommensteuererklärung zu befassen, der hat jetzt gute Karten: Für die Abgabe der Steuerunterlagen 2020 gibt es drei Monate mehr Zeit.