ETF-Geldanlage lukrativer als Mischfonds

15.10.2019
Wenn Anleger einen Fondsmanager bezahlen, soll sich das auszahlen. Heißt: Der Fonds müsste besser abschneiden als ein Indexfonds ohne Steuerung. Doch laut «Finanztest» gelang dies zuletzt keinem Mischfonds.
Mischfonds können ihre Anlagen weiter streuen als herkömmliche Investmentfonds. Ein Fondsmanager schichtet je nach Kurs um. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn
Mischfonds können ihre Anlagen weiter streuen als herkömmliche Investmentfonds. Ein Fondsmanager schichtet je nach Kurs um. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Kein Mischfonds konnte in den vergangenen fünf Jahren den Markt schlagen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die die Zeitschrift «Finanztest» (Ausgabe 11/2019) durchgeführt hat.

Die Finanzexperten haben dafür 481 defensive, 460 ausgewogene und 371 offensive Mischfonds unter die Lupe genommen. Nur ein offensiver Mischfonds wurde als ähnlich gut wie der Markt eingestuft, bessere Ergebnisse als der Markt konnte keiner der Mischfonds einfahren.

Die Fondskosten sind hoch

Als Markt definierten die Experten der Stiftung Warentest bei weltweit anlegenden Mischfonds eine Zusammensetzung aus dem weltweiten Aktienindex MSCI World und dem Barclays-Index für Euro-Anleihen.

Das Problem: Bei vielen Fonds sind die Kosten mit 1,5 Prozent bis 2,5 Prozent des Fondsvolumens hoch. Oft kommt nach Erfahrung der Tester beim Kauf noch ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent dazu.

Experten-Rat: Selbst mischen

Mischfonds können in mehrere Anlageklassen anlegen. Das sind zum Beispiel Aktien, Rentenpapiere, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Ein Fondsmanager schichtet je nach Kurs um.

Die «Finanztest»-Autoren raten angesichts der Ergebnisse, selbst Aktienfonds und Rentenfonds zu mischen. Anleger können dafür selbst einen ETF auf einen weltweiten Aktienindex wie den MSCI World mit einem Renten-ETF auf europäische Staatsanleihen kombinieren. Einmal im Jahr sollten sie das Depot prüfen und umschichten, falls die Mischung wegen der Börsenentwicklung nicht mehr stimmt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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