Ärger mit dem Paketdienst: Was bei Schäden und Verlust gilt

26.07.2019
Die Pappe zerschlissen, der Inhalt verbeult - wenn Pakete beschädigt ankommen, ist der Ärger groß. Das gilt umso mehr, wenn sie gar nicht ankommen. Was können Verbraucher in solchen Fällen tun?
Wenn Pakete zu spät oder beschädigt ankommen, ist die Freude der Kunden schnell getrübt. Foto: Rainer Jensen/dpa-tmn
Wenn Pakete zu spät oder beschädigt ankommen, ist die Freude der Kunden schnell getrübt. Foto: Rainer Jensen/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Schäden bei Paketsendungen müssen Empfänger zügig reklamieren. Wer den Schaden erst nach dem Öffnen eines Pakets entdeckt, sollte dies schnellstmöglich dem Absender oder Paketdienst melden.

Einen Schaden am Paketinhalt können Empfänger bis zu sieben Tage nach Erhalt reklamieren. Darauf weißt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf ihrer Internetseite hin.

Kommt das Paket hingegen schon offensichtlich, also äußerlich beschädigt an, sollten Empfänger sich den Schaden direkt vom Zusteller bestätigen lassen. Dafür packen sie das Paket am besten in Anwesenheit des Zustellers aus, raten die Verbraucherschützer.

Denn mit der Unterschrift bestätigt der Empfänger nicht nur den Erhalt des Pakets, sondern auch dass die Lieferung ordnungsgemäß und damit unbeschädigt übergeben wurde. Im Streitfall liege also die Beweispflicht beim Empfänger. Dann kann es schwierig werden, Erstattungsansprüche durchzusetzen.

Geht Ware auf dem Postweg verloren, müssen Kunden sie nicht bezahlen. Sie können nach Angaben der Verbraucherschützer aber auch nicht verlangen, dass der Händler die Produkte erneut schickt - wenn dieser für den Transport einen zuverlässigen Spediteur beauftragt hat.

Wer Ärger mit einem Paketdienst hat, kann sich an die Bundesnetzagentur wenden. Die Schlichtungsstelle versucht, zwischen Kunden und Dienstleistern zu vermitteln, wenn es um Verlust, Entwendung oder Beschädigung von Postsendungen geht. Die Schlichter sind nach Angaben der Bundesnetzagentur unparteiisch. Sollte es zu keiner Lösung kommen, können Verbraucher danach noch vor Gericht ziehen. Das Schlichtungsverfahren ist kostenlos und freiwillig.

Aus Sicht der Verbraucherschützer wäre ein verbindliches Verfahren wirkungsvoller. Sie fordern auch bessere Kundenrechte. Seit Dezember 2015 sind bei ihnen nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Beschwerden von Verbrauchern zu Paketdienstleistungen eingegangen.

VZ NRW: Paketzustellung

VZ NRW: Post-Ärger

Bundesnetzagentur: Schlichtungsstelle

Bundesnetzagentur: Antrag zum Schlichtungsverfahren


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Ombudsmann hilft unter anderem bei Streitigkeiten mit Lebensversicherungen. Foto: Jens Büttner Streit mit der Versicherung - Ombudsmann kann helfen Manchmal sind Versicherungsunternehmen und -nehmer verschiedener Meinung. Kommt es dann zu einem Rechtsstreit, fallen hohe Kosten an. Billiger wird es, wenn man sich an einen Schlichter wendet.
United Airlines bekommt viel Kritik nach dem gewaltsamen Vorgehen gegen einen Fluggast. Foto: Mel Evans/AP/dpa Diese Rechte haben Passagiere bei Flug-Überbuchungen Das Video schlägt gerade hohe Wellen: Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat einen Passagier gewaltsam aus der Kabine entfernen lassen, weil das Flugzeug überbucht war. Da fragen sich Fluggäste: Welche Rechte habe ich in solch einem Fall überhaupt?
Ärger mit der Bank? Bevor Kunden einen Rechtsanwalt einschalten, können sie sich auch an einen Ombudsmann wenden. Foto: Jens Schierenbeck Ombudsmann privater Banken schlichtet in Streitfällen Falsche Beratung, zu hohe Kreditgebühren oder unterdurchschnittliche Sparzinsen - sehen sich Kunden privater Banken geschädigt, können sie einen Ombudsmann aufsuchen. So sparen sie sich Gerichtskosten.
Wenn bei einer Flugverspätung zusätzliche Kosten entstehen, zum Beispiel für ein Hotel, muss die Fluggesellschaft diese erstatten - sofern sie die Verspätung verschuldet hat. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Airline muss bei Verspätung oft Folgekosten erstatten Eine lange Flugverspätung ist nicht nur ärgerlich - sie kann auch weitere Kosten verursachen. Zum Beispiel für ein Hotelzimmer oder ein Taxi. Trifft die Fluggesellschaft ein Verschulden, muss sie für diese Ausgaben aufkommen. Was müssen Reisende beachten?