Was Autofahrer über Bußgeld im Ausland wissen müssen

16.08.2019
Falsch geparkt, nicht angeschnallt, zu schnell gefahren: Wenn Autofahrer im Ausland Verkehrssünden begehen, kann der Urlaub schnell sehr viel teurer werden.
Im Ausland gelten zum Teil strengere Regeln im Straßenverkehr. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Im Ausland gelten zum Teil strengere Regeln im Straßenverkehr. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Wenn Autofahrer im Ausland gegen Verkehrsregeln verstoßen, müssen sie zum Teil mit erheblichen Bußgeldern rechnen. Alkohol am Steuer kostet in Polen beispielsweise bis zu 1200 Euro, warnt die Zeitschrift «Auto Bild» (Ausgabe 33/2019).

In Polen liegt die Promillegrenze zudem schon bei 0,2 und nicht bei 0,5 wie in Deutschland.

Und in Schottland kostet es zum Beispiel bis zu 2900 Euro, wenn Autofahrer über 50 km/h zu schnell gefahren sind. In Österreich liegen die Kosten dafür bei bis zu 2180 Euro, in Frankreich bei 1500 Euro.

Aber wie sollen sich Autofahrern verhalten, wenn sie einen ausländischen Bußgeldbescheid bekommen? Sie sollten Verstöße bezahlen, wenn sie durch ein Foto oder durch die Polizei überführt werden können, rät Fachanwalt Uwe Lenhart in der Zeitschrift.

Kann der tatsächliche Fahrer eines Wagens nicht ermittelt werden, verbietet die Verfassung in Deutschland eine Bestrafung des Autohalters. In solchen Fällen können Autofahrer eventuell widersprechen. Das gilt auch bei überzogenen Forderungen von Inkassofirmen: Hier sollten Betroffene laut «Auto Bild» nicht in Panik geraten, sondern aktiv dagegen vorgehen. Spätestens wenn ein Schreiben von einem Amtsgericht zu Hause eintrifft, sollte man aber einen Anwalt einschalten.

Autofahrern sollte aber klar sein, dass die Polizei im Ausland einmal verhängte Bußgelder direkt einfordern kann - und zwar auch Jahre später noch, etwa bei einer Routinekontrolle. Bis die Forderungen verjährt sind, vergehen teils fünf oder gar zehn Jahre. Und in Großbritannien verjähren die Forderungen zum Beispiel überhaupt nicht.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also die Forderungen begleichen. Manche Länder bieten auch Rabatte an, wenn Autofahrer die Rechnung sofort oder innerhalb bestimmter Fristen begleichen.

Die Vollstreckung umfasst übrigens nur Geldsanktionen, erklärt Lenhart weiter. Wird einem Autofahrer der Führerschein abgenommen, muss ihm dieser laut Lenhart spätestens bei der Ausreise wieder ausgehändigt werden. Zudem drohen für Verstöße im Ausland keine Punkte im Flensburg.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Nicht vergessen: In vielen Ländern wird für die Benutzung von Autobahnen eine Maut fällig. Foto: Andrea Warnecke Was Autofahrer bei Reisen ins Ausland beachten sollten Wer einmal im Ausland geblitzt worden ist, weiß, dass der deutsche Bußgeldkatalog noch vergleichsweise mild ist. Doch nicht nur mit dem Tempo sollten Autofahrer im Ausland aufpassen. Es gibt noch mehr zu beachten.
Für die Einfahrt in einige französische Städte benötigen Wagen, die nach dem 31. Dezember 1996 erstmalig zugelassen wurden, nun eine Umweltplakette. Foto: Kay Nietfeld/dpa Mit dem Auto ins EU-Ausland: Neue Regeln Die großen Ferien stehen bevor, und damit beginnt für viele die große Fahrt. Doch wer mit dem Auto verreist, sollte die Regeln kennen. Was in der Heimat oft noch recht einfach ist, wirft im benachbarten Ausland schnell Fragen auf - besonders, wenn es neue Regeln sind.
Bußgeldbescheide aus dem Ausland sollten von Autofahrern nicht ignoriert werden.. Foto: Jens Büttner/dpa Bußgeldbescheide aus dem Ausland: Prüfen und zügig zahlen Wer im Urlaub mit dem Auto im Ausland unterwegs war, muss dort eingefahrene Knöllchen auch in Deutschland bezahlen. Doch nicht alle Forderungen sind gerechtfertigt. Was sollten Betroffene beachten?
An der Vernetzung der Fahrzeuge untereinander sowie an der Kommunikation mit der Umgebung muss noch gearbeitet werden, um autonomes Fahren auf den Weg zu bringen. Foto: Arne Dedert/dpa Dieselkrise und Kartellverdacht - was kommt danach? Können die Autobauer nach einem turbulenten 2017 im kommenden Jahr nach vorn schauen? Sicher ist: Der Diesel treibt die Branche mit drohenden Fahrverboten und Milliardenkosten weiter um - inklusive Kartellvorwürfen. Aber das Fahrzeug von morgen nimmt Gestalt an.