Volkswagen will E-Autos in den USA bauen

30.11.2018
In Deutschland sollen E-Autos von Volkswagen bald in Zwickau, Hannover und Emden vom Band rollen. In China sind Milliarden für die Elektropläne angekündigt. Nun sucht der Autobauer einen Standort in den USA.
Volkswagen sucht in den USA nach einem geeigneten Standort, um E-Autos zu bauen. Foto: Friso Gentsch
Volkswagen sucht in den USA nach einem geeigneten Standort, um E-Autos zu bauen. Foto: Friso Gentsch

Wolfsburg (dpa) - Beim geplanten Ausbau der Elektromobilität will Volkswagen auch in Nordamerika E-Autos bauen. Derzeit werde dafür in den USA ein Produktionsstandort gesucht, sagte ein Unternehmenssprecher. Das bereits bestehende Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee sei dabei eine mögliche Option.

«Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen», sagte der Sprecher. Zuvor hatten mehrere Medien über US-Pläne des Autobauers berichtet.

Mitte Mai hatte Volkswagen angekündigt, seine Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren auf knapp 44 Milliarden Euro aufzustocken. Ab Ende 2019 will das Unternehmen die Produktion von E-Autos hochfahren. Dann soll das erste rein elektrische Modell der ID-Familie in Zwickau vom Band laufen. Auch an den beiden VW-Standorten Hannover und Emden sollen künftig E-Autos gebaut werden. Bis 2025 wollen die Marken des Konzerns zunächst 50 neue vollelektrische Modelle an den Start bringen.

Details zu den Planungen für die USA wollte der Unternehmenssprecher nicht nennen. Informationen zu möglichen Modellen und Auswirkungen auf Arbeitsplätze werde es erst nach einer Entscheidung für einen Standort geben. Mitte des Monats hatte Konzernchef Herbert Diess Tempo bei den Zukunftstechnologien und beim notwendigen Umbau der Werke betont. 30 der 44 Milliarden Euro seien für die Elektromobilität bestimmt, sagte er. Auf seinem wichtigsten Einzelmarkt China will Volkswagen allein 2019 mehr als vier Milliarden Euro in E-Autos und Digitalisierung investieren.

Die USA bezeichnet das Unternehmen seit Jahren als einen der wichtigsten Märkte. Nach eigenen Angaben beschäftigt der Autobauer derzeit mehr als 2400 Mitarbeiter in Chattanooga, wo seit 2016 der SUV Atlas für den US-Markt produziert wird. Bereits seit 2011 wird dort eine US-Version des Passats hergestellt. Im März dieses Jahres hatte VW angekündigt, für eine SUV-Offensive in den USA weitere rund 340 Millionen US-Dollar (276 Mio Euro) in das Werk zu investieren.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Supersportwagen mit weit über 1000 PS: Der Mercedes-AMG Project One generiert seine Power mit einem V6-Verbrenner, aber auch vier E-Motoren. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Die Zukunft des Autos auf der IAA Elektroantrieb oder Verbrenner? Fährt der Mensch oder die Maschine? Das Auto noch besitzen oder nur benutzen? Selten mussten sich die Autohersteller auf einer Messe so viele Fragen stellen wie auf dieser IAA. Und die Antworten könnten unterschiedlicher kaum sein.
Im Fall des Rückrufs von Autos wegen fehlerhafter Dokumente hat Volkswagen damit begonnen, Kunden anzuschreiben. Foto: Marcel Kusch Volkswagen ruft Autos wegen fehlerhafter Dokumente zurück Möglicherweise sind 6700 VW-Fahrzeuge in den Handel gelangt, bei denen noch nicht freigegebene Prototypenteile verbaut wurden. Da der Hersteller es versäumt hat, den nicht serienmäßigen Bauzustand zu dokumentieren, folgt nun ein Rückruf.
Mit dem Fahrdienst MOIA will VW ein zukunftstaugliches Mobilitätskonzept auf den Weg bringen. Foto: Hauke-Christian Dittrich VW-Tochter Moia soll neue Ära einläuten Ein Umbruch erfasst die ganze Autobranche - hin zu E-Mobilität und autonomem Fahren. Aber viele Hersteller müssen sich noch weitaus stärker neu orientieren. Der Wandel vom Autobauer zum Mobilitätsdienstleister stellt auch Geschäftsmodelle in Frage.
Für größere Modelle will VW bis zu 10.000 Euro Umtauschprämie zahlen. Foto: Hauke-Christian Dittrich VW kündigt bundesweit hohe Umtauschprämien für Diesel an Abwrackprogramm statt Hardware-Nachrüstung: Um Fahrverboten zu entgehen, legt Volkswagen Nachlässe bei Verschrottung alter Diesel wieder auf - bundesweit, nicht nur in den 14 besonders betroffenen Städten.