Viele Bürger wollen langfristig mehr mit dem Rad fahren

13.10.2020
Seit Beginn der Corona-Pandemie sind viele Bundesbürger von Bus und Bahn aufs Fahrrad umgestiegen. Wie lange wird sich der Trend wohl fortsetzen? Eine Umfrage gibt Aufschluss.
Statt mit Bus oder Bahn fahren nun viele Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Laut einer Umfrage möchte eine Teil von ihnen auch nach Corona dabei bleiben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Statt mit Bus oder Bahn fahren nun viele Menschen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Laut einer Umfrage möchte eine Teil von ihnen auch nach Corona dabei bleiben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa) - Viele Bürger wollen einer Umfrage zufolge auch nach der Corona-Krise häufiger mit dem Fahrrad fahren. Dagegen wollen nur wenige auf Flugreisen verzichten oder generell weniger reisen. Das ergab der «Mobilitätsmonitor 2020» - eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech. Zugrunde lag eine repräsentative Umfrage unter 1237 Menschen von Juli.

Das Mobilitätsverhalten der Bürger hat sich demnach wegen der Corona-Krise geändert. Knapp die Hälfte der Befragten unternimmt in diesem Jahr weniger Reisen, 40 Prozent verzichteten gänzlich auf Auslandsreisen und 39 Prozent auf Flugreisen. Die Bundesregierung hat viele Länder wegen hoher Infektionszahlen als Risikogebiete ausgewiesen.

Der «Mobilitätsradius» habe sich verringert, davon profitiere vor allem das Fahrrad, so Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach. Der Anteil der Bevölkerung, der täglich das Fahrrad nutze, sei gegenüber der Umfrage 2019 von 17 auf 22 Prozent gestiegen. 27 Prozent der Befragten möchten auch nach der Krise öfter mit dem Fahrrad fahren. Nur zehn Prozent wollen keine Flugreisen mehr machen.

Beliebtestes Fortbewegungsmittel bleibe das Auto. 9 von 10 Befragten nutzten regelmäßig einen Pkw, 52 Prozent täglich. Die Elektromobilität wird laut der Befragung von vielen weiter kritisch gesehen. Hauptgründe sind hohe Anschaffungskosten, eine unzureichende Ladeinfrastruktur sowie unbefriedigende Reichweiten. Mehr Befragte als im Vorjahr bezweifeln, dass das E-Auto wirklich eine umweltverträgliche Alternative sei.

Beim Thema Elektromobilität klafften enorme Unterschiede zwischen der Realität und der Wahrnehmung der Bürger, so acatech-Vizepräsident Thomas Weber. «Wir sind aufgefordert, besser und verständlicher zu kommunizieren und die Öffentlichkeit noch stärker in die Transformationsprozesse der Mobilität einzubeziehen.»«

© dpa-infocom, dpa:201013-99-927419/3

Studie


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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