Sparen beim Fahren: Praktische Tipps für Autofahrer

02.06.2021
Sprit, Versicherung, Werkstatt: Viele laufende Kosten für Autofahrer verteuern sich. Die Benzinpreise waren im Mai in Deutschland so hoch wie seit zwei Jahren nicht. Welche Tricks helfen beim Sparen?
Zapfen ohne Zeche? Mancherorts bieten zum Beispiel Discounter kostenlose Lademöglichkeiten für E-Autos an. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Zapfen ohne Zeche? Mancherorts bieten zum Beispiel Discounter kostenlose Lademöglichkeiten für E-Autos an. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ärgern Sie sich als Autofahrer auch zuweilen beim Blick auf Tankstellenpreise, Werkstattrechnungen oder Parkgebühren? Zuletzt ist Kraftstoff in Deutschland teurer geworden: Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 im Mai im Schnitt 1,483 Euro, Diesel im Schnitt 1,331 Euro. Damit hat der Benzinpreis das höchste Niveau seit Mai 2019 erreicht, der Dieselpreis seit November 2018.

Doch Ärgern allein hilft nicht und belastet nur die Nerven. Sparen lässt sich tatsächlich auf andere Art, wie folgende Tipps zeigen:

- Randvoll zu Randzeiten: «Spritpreise sind morgens in der Regel am höchsten und variieren über den Tag. Am günstigsten ist es meist abends ab 18.00 Uhr», sagt Hermann-Josef Tenhagen vom Geldratgeber «Finanztip». Die Preise schwankten mitunter um bis zu zehn Cent pro Liter. Die günstigsten Spritpreise lassen sich über Portale und Apps finden. Das Bundeskartellamt habe online Apps aufgelistet, «die alle auf die Echtzeitdaten des Kartellamts zugreifen und somit auch alle die gleichen Ergebnisse liefern sollten», sagt Tenhagen.

- Werkstattbindung: Wer sein Auto nach einem Schaden in einer von der Versicherung ausgewählten Werkstatt reparieren lässt, kann beim Jahresbeitrag Geld sparen. «Der Unterschied zum Kasko-Normaltarif kann schnell bei 20 Prozent liegen», sagt Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE). Zu beachten ist aber, dass dies nur selbstverschuldete Schäden betrifft, die die eigene Versicherung bezahlt. «Wer unverschuldet an einem Unfall beteiligt ist, hat weiterhin die freie Werkstattwahl, denn dann wird der Schaden von der gegnerischen Haftpflichtversicherung bezahlt», erklärt Heinze.

- Spritsparend fahren: Zu geringer Luftdruck wirkt sich auf den Spritverbrauch negativ aus. «Bei 0,5 bar zu wenig Luft kann der Kraftstoffverbrauch um rund fünf Prozent höher ausfallen», rechnet Heinze vor. Auch ein ungenutzter Dachgepäckträger und anderes überflüssiges Gewicht erhöhen den Spritverbrauch. Ein weiterer möglicher Spritfresser sei eine falsch eingestellte Klimaanlage.

- Hauptuntersuchung (HU) gut vorbereiten: Wer Dinge wie Beleuchtung, Bremse, Hupe und Reifen vor einer Hauptuntersuchung selbst überprüft, läuft weniger Gefahr, ein zweites Mal zur Prüfstelle zu müssen. «Eine Nachprüfung kostet Zeit und Geld. Fast jedes vierte Auto fällt durch die Prüfung, der häufigste Grund sind Beleuchtungsmängel», sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV).

- Kosten für Pannenhilfe vergleichen: Für alle, die viel unterwegs sind, kann die Pannenhilfe durch einen Automobilclub eine sinnvolle Investition sein. Laut einem aktuellen Vergleich von «Finanztip» sind die Preisunterschiede allerdings groß und variieren bei einer für Europa geltenden Mitgliedschaft zwischen 49 und 94 Euro pro Jahr.

- Versicherung wechseln: Ähnlich wie bei Strom- und Gasanbietern ist es auch bei Versicherungen sinnvoll, die Kosten regelmäßig zu prüfen. «Da Kfz-Versicherungen in der Regel am 1. Januar starten, sollten Autofahrer im Herbst ihren Tarif überprüfen und spätestens Ende November kündigen, um noch wechseln zu können», rät Heinze. Sinnvoll für ein umfassendes Bild ist es dann, sowohl Online-Vergleichsrechner zu nutzen als auch bei Direktversichern Angebote einzuholen.

- Parkgebühren optimieren: Gerade in Innenstädten kann Parken teuer sein. Ärgerlich ist dann, wenn pro angebrochener Stunde abgerechnet wird, obwohl die Stunde gar nicht voll genutzt wird. Praktisch seien hier Apps wie Easypark oder Parknow, bei denen die voraussichtlich benötigte Parkzeit voreingestellt werden kann, sagt Tenhagen. «Bezahlt wird aber immer nur die tatsächlich verbrauchte Zeit.»

- Smart Repair: Kleine Schrammen oder Dellen lassen sich häufig mit wenig Aufwand beseitigen, ohne dass der Kotflügel getauscht oder die komplette Tür lackiert werden muss. «Während das Lackieren einer Stoßstange schnell 500 Euro oder mehr verschlingt, kostet die professionelle Smart-Repair-Methode oft weniger als 150 Euro - bei vergleichbarem Ergebnis», sagt Reichel.

- Kostenlos Strom tanken: Laut dem Portal Efahrer.com bieten mittlerweile viele Discounter kostenlose Ladepunkte für E-Autos an. Daneben sind auch viele Baumärkte sowie sämtliche Ikea-Häuser mit kostenlosen Stromtankstellen ausgestattet. Eine gute Übersicht bietet das Stromtankstellenverzeichnis auf goingelectric.de - dort kann die Suche auf kostenlose Ladepunkte eingegrenzt werden.

© dpa-infocom, dpa:210602-99-833563/2

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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