So schneidet der BMW 1er/2er (seit 2011) bei der HU ab

21.07.2020
BMW rundet seit mehr als 15 Jahren sein Portfolio nach unten mit dem 1er-Modell ab. Der Kompakte aus Bayern liegt preislich über Autos wie dem Golf - sorgt das auch für gute Noten als Gebrauchtwagen?
Kompaktalternative aus Bayern: Mit dem 1er rundet BMW seine konventionelle Palette seit 2004 nach unten ab. Foto: Tom Kirkpatrick/BMW AG/dpa-tmn
Kompaktalternative aus Bayern: Mit dem 1er rundet BMW seine konventionelle Palette seit 2004 nach unten ab. Foto: Tom Kirkpatrick/BMW AG/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Der 1er ist der Kompakte von BMW. Er konkurriert mit Autos wie dem Audi A3 oder der Mercedes A-Klasse. Verortet wird das Modell im sogenannten Premiumsegment.

Dazu passen der relativ geringe Wertverlust, weniger aber das manchmal durchwachsene Abschneiden bei der Hauptuntersuchung (HU).

Modellhistorie: Als neue Baureihe kam der erste 1er 2004 auf den Markt. Die hier betrachtete zweite Generation des kleinsten konventionell befeuerten BMWs war von 2011 bis 2019 in Produktion. Sie erhielt im Frühjahr 2015 eine gründliche Modellpflege: Die Assistenzsysteme wurden verbessert, die Motoren stärker und sparsamer. Seit 2019 ist die dritte Generation des 1er im Verkauf. Die mittlerweile als 2er bezeichneten Cabrio- und Coupé-Versionen des 1er wurden grundsätzlich unverändert weiter vermarktet.

Karosserievarianten: Der BMW 1er ist eine typische Kompaktlimousine mit recht steilem Heck und wahlweise drei oder fünf Türen. Abgeleitet vom Modell wurden Coupé und Cabrio, die als 2er im Katalog stehen.

Abmessungen: 4,33 m bis 4,43 m x 1,77 m x 1,41 m bis 1,44 m (LxBxH),Kofferraumvolumen: 360 l bis 1200 l (Schrägheck),390 l (Coupé),325 l (Cabrio).

Stärken: Markentypisch sportliche Fahreigenschaften sind auch dem 1er erhalten geblieben. Das Fahrwerk gilt als knackig bis komfortabel, die Lenkung als präzise. Bei der HU machen vor allem bei jungen bis mittelalten Exemplaren Fahrwerkskomponenten kaum Probleme. Fast nie beanstandet werden auch die Betriebsbremse und die Bremsleitungen. Ölverlust ist kein Thema, befindet der «Auto Bild Tüv Report 2020».

Schwächen: Der Report bilanziert aber auch, die Anzahl der mängelbehafteten Exemplare liege «bei den ersten beiden Hauptuntersuchungen über dem Durchschnitt». Dafür sorgen vor allem Aussetzer der Frontscheinwerfer ab der zweiten HU im Fahrzeugalter von fünf Jahren. Beim dritten Pflichtcheck werden mitunter gebrochene Federn diagnostiziert. Die Abgasuntersuchung besteht mancher 1er nicht auf Anhieb.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt über seine Pannenstatistik: «1er und 2er schneiden gut bis sehr gut ab.» Dies gelte für alle Jahrgänge. Mängelschwerpunkte seien keine vorhanden.

Motoren: 1er: Benziner (Drei-, Vier- und Sechszylinder mit Heck- und Allradantrieb): 75 kW/102 PS bis 250 kW/340 PS; Diesel (Drei- und Vierzylinder mit Heckantrieb): 70 kW/95 PS und 165 kW/224 PS; 2er: Benziner (Drei-, Vier- und Sechszylinder mit Heck- und Allradantrieb): 100 kW/136 PS bis 331 kW/450 PS; Diesel (Vierzylinder mit Heckantrieb): 105 kW/143 PS und 165 kW/224 PS.

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):
- 118i, Dreitürer (2013); 125 kW/170 PS (Vierzylinder); 99 000 Kilometer; 10 600 Euro.
- M135i xDrive, Fünftürer (2014); 235 kW/320 PS (Sechszylinder); 87 000 Kilometer; 21 300 Euro.
- 228i, Cabriolet (2015); 180 kW/245 PS (Vierzylinder); 74 000 Kilometer; 17 950 Euro.

© dpa-infocom, dpa:200720-99-859358/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Auto kostet einiges an Unterhalt - viele unterschätzen diese Geldsumme. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn Wertverlust ist beim Auto der größte Posten Versicherung, Treibstoff, Reparaturen: Ein Auto zu fahren, kostet Geld. Und zwar mehr, als viele Fahrzeugbesitzer glauben. Wie schätzt man die laufenden Kosten korrekt ein?
Gebrauchtwagen als Erfolgsmodell: In Deutschland weisen Gebrauchte in allen Klassen nur wenige Mänge auf. Foto: Tobias Hase (Archiv) Deutsche Automarken als Gebrauchte in allen Klassen vorn Gebraucht heißt nicht gleich schlecht - der neue Gebrauchwagenreport hat bei Fahrzeugen aus Deutschland generell nur wenig zu beanstanden. Besonders Porsche sticht mit seinem Klassiker 911 heraus. Doch auch in anderen Klassen sind die Prüfer zufrieden.
Vom Kadett zum Astra: Den Kompaktklassiker von Opel empfehlen Experten vor allem in seiner Ausbaustufe J, die seit 2009 im Handel war. Foto: Opel Automobile GmbH Der Opel Astra als Gebrauchter Der Kompaktwagen von Opel ist erst ab der jüngeren Generation J zu empfehlen. Die Mängelliste wird ab der dritten HU jedoch nicht gerade kürzer. In der Pannenstatistik liegt der Astra im Mittelfeld.
Der Manta von VW: Den ersten Scirocco brachte VW 1974 auf den Markt, der letzte rollte dann 2017 vom Band. Foto: Volkswagen AG VW Scirocco schwächelt schon nach wenigen Jahren Vom Namen VW darf man sich beim Scirocco nicht blenden lassen. Trotz oft geringer Laufleistung weist das Coupé schon bei den ersten Hauptuntersuchungen eine erhebliche Mängelquote auf. Etwas besser schneiden jüngere Gebrauchte bei der Pannensicherheit ab.