Pedelec-Fahrer dürfen Bremsweg nicht unterschätzen

02.05.2016
Bei einem Pedelec-Bike wird bequem ein hohes Tempo erreicht. Das bedeutet aber auch, dass sich der Bremsweg verlängert. Wer bisher nur auf Rädern ohne Elektro-Antrieb unterwegs war, sollte seine Fahrweise daher anpassen.
Wer auf ein Pedelec-Rad umsteigt, fährt oft schneller als mit seinem alten Fahrrad. Die hohe Geschwindigkeit sollte beim Bremsen berücksichtigt werden. Foto: Daniel Karmann
Wer auf ein Pedelec-Rad umsteigt, fährt oft schneller als mit seinem alten Fahrrad. Die hohe Geschwindigkeit sollte beim Bremsen berücksichtigt werden. Foto: Daniel Karmann

Berlin (dpa/tmn) - Ungeübte Pedelec-Fahrer unterschätzen aufgrund der höheren Geschwindigkeit oft die längeren Bremswege. Darauf weist die Deutsche Verkehrswacht (DVW) hin.

Pedelecs unterstützen Radler bei Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h beim Treten elektrisch. Wer dann zu stark die Vorderbremse zieht, riskiere einen Überschlag oder könnte bei schlechtem Untergrund wegrutschen. Bei zu einseitiger Nutzung der Hinterbremse besteht die Gefahr, dass das Fahrrad ausbreche.

Die richtige Kombination sollten die Radler am besten auf einem Platz ohne Verkehr einüben, um ein Gefühl für die Bremsen und das Rad zu bekommen. So lasse sich außerdem der Bremsweg besser einschätzen. Auch wenn für Pedelecs bis 25 km/h keine Helmpflicht bestehe, rät die DVW zum Kopfschutz, um schweren Kopfverletzungen vorzubeugen.

Ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht erst recht, wenn die Leistung des Elektrofahrrades nachträglich gesteigert wird. Außerdem braucht jeder, der sein Rad schneller macht, dafür die Betriebserlaubnis einer Prüfstelle. Nur so lasse es sich im öffentlichen Straßenverkehr bewegen. Darauf verweist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Hürden, diese Erlaubnis für ein selbst frisiertes Bike zu bekommen, seien allerdings hoch.

Außerdem entfalle die Garantie des Herstellers. In den Augen des Gesetzgebers ist es kein Fahrrad mehr, sondern gilt als Kleinkraftrad. Dafür benötigt man wie auch beim S-Pedelec nach Angaben des GDV einen Führerschein, ein Versicherungskennzeichen - und man muss mindestens 15 Jahre alt sein. Wer ohne Versicherungsschutz mit so einem Gefährt unterwegs ist, riskiert laut GDV, bei einem Unfall zur Rückzahlung aller Kosten verpflichtet zu werden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Ausgezeichnet und verpflichtend: Das runde Verkehrszeichen Nummer 236 markiert einen Radweg, der für Fahrradfahrer verbindlich zu nutzen ist. Foto: Uli Deck/dpa/dpa-tmn Wo dürfen Radler tatsächlich fahren Radfahrer und Autofahrer würden sich im Verkehr am liebsten aus dem Weg gehen. Wo gut ausgebaute Radwege fehlen, kommt es oft zu Streit. Dabei sind die Regeln eindeutig.
Verlockende Infrastruktur: Ein eRadschnellweg verbindet den Göttinger Bahnhof mit dem Nordcampus der Universität. Foto: Swen Pförtner Radgipfel: Fahrradfahren soll beliebter werden Mehr Radverkehr könnte vor allem in großen Städten viele Probleme lösen. Beim Europäischen Radgipfel in Salzburg werden Anreize zur Förderung des Radverkehrs diskutiert. Wie lassen sich notorische Autofahrer vom Wechsel auf das Fahrrad überzeugen?
Fahrradfahren liegt im Trend. Foto: Uli Deck Wege und Sicherheit: Mit dem Fahrrad unterwegs Egal ob E-Bike, Mountainbike, Rennrad oder normales Fahrrad: Radeln ist in - und unterstützt dabei die Wirtschaft vor allem im ländlichen Raum.
Virtuelle Zweirad-Welt: Nicht nur der klassische Online-Handel punktet in Corona-Zeiten, auch viele stationäre Händler lassen sich viel einfallen, um ihre Kunden weiter zu beliefern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Fahrradkauf in Zeiten von Corona Wer in Corona-Zeiten ein neues Fahrrad kaufen möchte, muss mit Einschränkungen rechnen. Online-Händler sind weniger von der Krise betroffen als stationäre Händler. Aber diese gehen ungewöhnliche Wege.