Lohnt sich der Kia Rio als Gebrauchter?

01.12.2020
Autos wie Ford Fiesta, Opel Corsa oder VW Polo sind mittlerweile Kleinwagen-Klassiker. Aber auch Kia baut den Rio seit nunmehr 20 Jahren - wie schlägt sich dabei die dritte Generation des Koreaners?
Rio Grande? Was müssen Kaufinteressenten über Stärken und Schwächen von Kias Kleinwagen Rio wissen?. Foto: Kia/dpa-tmn
Rio Grande? Was müssen Kaufinteressenten über Stärken und Schwächen von Kias Kleinwagen Rio wissen?. Foto: Kia/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ein Kleinwagen im Format des deutschen Platzhirschen VW Polo - das ist der Rio der koreanischen Marke Kia, dessen Design an den europäischen Geschmack angepasst wurde.

So gewöhnlich er für hiesige Verhältnisse aussieht, so durchschnittlich zeigt er sich bei der Hauptuntersuchung (HU). Mit dem Vorwissen über die Mängel ist das für die Anschaffung ein im Grunde gutes Zeichen.

Modellhistorie: Die erste Generation kam 2000 in Deutschland auf den Markt, die betrachtete Drittauflage 2011. Facelift: 2015. Abgelöst wurde die Baureihe 2017 durch die vierte Generation.

Karosserievarianten: Der Kia Rio ist ein typischer Kleinwagen, wenngleich er die Vier-Meter-Marke bei der Länge überschreitet. Verkauft wurde er als Drei- und als Fünftürer. Die Stufenheckvariante wurde in Europa nicht vermarktet.

Abmessungen (laut ADAC): 4,05 m x 1,72 m x 1,46 m (LxBxH),Kofferraumvolumen: 288 l bis 923 l.

Stärken: Der Rio ist ein funktionales Auto, das vier Erwachsene recht bequem von A nach B bringt - und zwar sparsam. Denn der Dreizylinder-Diesel von 2011 war mit 3,2 Litern das Auto mit dem geringsten Normverbrauch auf dem deutschen Markt. Bei der HU schneiden Antriebswellen, Achsfedern und Dämpfung meist gut ab, so der «Auto Bild Tüv Report 2020». Gleiches gilt für Bremsleitungen, -schläuche und Feststellbremse.

Schwächen: Die Achsaufhängung fällt mit erhöhten Mängelquoten schon beim ersten HU-Termin auf, bei der zweiten HU schneiden die Bremsscheiben schlechter als der Durchschnitt ab. In allen Jahren negativ fällt laut Report auch das Abblendlicht auf, die hintere Beleuchtung ab dem zweiten Pflichtcheck.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt mit Blick aufs Pannenverhalten: «Die Werte sehen insgesamt gut aus.» Als Pannenschwerpunkt nennt der Club einzig die Zündkerzen bei Autos vom Erstzulassungsjahr 2012. In der offiziellen ADAC-Pannenstatistik wird der Koreaner aufgrund niedriger Zulassungszahlen nicht veröffentlicht.

Motoren: Benziner (Vierzylinder, Frontantrieb): 62 kW/86 PS bis 80 kW/109 PS; Diesel (Drei- und Vierzylinder, Frontantrieb): 55 kW/75 PS und 66 kW/90 PS.

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Rio 1.2 Attract, Dreitürer (2015); 63 kW/86 PS (Vierzylinder); 79 000 Kilometer; 5100 Euro.
- Rio 1.4 Edition 7, Fünftürer (2017); 80 kW/109 PS (Vierzylinder); 53 000 Kilometer; 8625 Euro.
- Rio 1.1 CRDi Attract, Fünftürer (2017); 55 kW/75 PS (Dreizylinder); 124 000 Kilometer; 4375 Euro.

© dpa-infocom, dpa:201130-99-520509/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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