Fußgänger haben Vorrang vor Segways und Co.

04.10.2019
Segways und neuerdings E-Tretroller sind vor allem in Großstädten fester Teil des Straßenbilds. Ist man mit solchen Gefährten auf einem Rad- und Gehweg unterwegs, ist Rücksichtnahme angesagt.
Segway-Fahrer müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Verletzen sie die Sorgfaltspflicht, können sie haftbar gemacht werden. Foto: Ingo Wagner/dpa/dpa-tmn
Segway-Fahrer müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Verletzen sie die Sorgfaltspflicht, können sie haftbar gemacht werden. Foto: Ingo Wagner/dpa/dpa-tmn

Koblenz/München (dpa/tmn) - Wer mit einem Segway oder E-Tretroller auf einem kombinierten Rad- und Fußweg fährt, muss auf Fußgänger ganz besonders Rücksicht nehmen. Denn sie haben gegenüber den sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen absoluten Vorrang, wie der ADAC erklärt.

Der Autofahrer-Club weist in dem Zusammenhang auf eine noch nicht rechtskräftige Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz hin. Das OLG hatte betont, dass Segway-Fahrer ihr Tempo und ihre Fahrweise auf solchen Wegen anpassen müssen, damit sie Fußgänger weder behindern noch gefährden, berichtet der ADAC. Sie müssten rechtzeitig auf sich aufmerksam machen - und im Zweifel anhalten.

Im konkreten Fall war eine Segway-Fahrerin mit einem Fußgänger zusammengestoßen, der gerade auf einen gemeinsamen Rad- und Fußweg Fotos machen wollte und deshalb rückwärts der Frau in die Spur lief. Die Segway-Fahrerin verletzte sich und klagte unter anderem auf Schadenersatz. Das Gericht wies das zurück (Az.: 12 U 692/18).

Laut ADAC hatte die Frau angegeben, sie sei nicht sicher, ob der Fußgänger sie auf ihrem Segway wahrgenommen habe. Weil sie dennoch weiterfuhr statt anzuhalten, habe sie ihre Sorgfaltspflicht verletzt. Die Folge: Sie trug ein hohes Verschulden am Unfall, so das Gericht. Das überwiegt demnach gegenüber einer möglichen Mitschuld des Fußgängers, der unvorsichtig zurückgegangen war.

Bericht des ADAC zum Fall

Bericht zum Fall bei beck-aktuell (Verlag C. H. Beck)


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Es geht rund: Welche Regeln sie im Kreisverkehr beachten müssen, haben nicht alle Autofahrer parat - was gilt?. Foto: dpa-infografik GmbH/dpa-infografik GmbH/dpa-Themendi/dpa Die Krux mit dem Kreisverkehr Immer öfter ersetzen Städte und Gemeinden normale Kreuzungen durch Kreisverkehre - und das aus gutem Grund: Kreisel gelten als wesentlich sicherer. Doch auch ein Kreisel hat seine Tücken.
Nach Angaben des Verkehrssicherheitsrats wurden zuletzt allein in Nordrhein-Westfalen 150 schwere Unfälle mit E-Scootern gezählt. Foto: Michael Ehresmann/Wiesbaden112/dpa Der Streit um die E-Scooter geht weiter Rücksichtslose Fahrer, missachtete Verkehrsregeln, achtlos abgestellte Fahrzeuge, viele Unfälle, schwere Verletzungen, kaum Nutzen für den Mobilitäts-Mix: Experten sehen E-Scooter zunehmend kritisch.
E-Scooter wurden in vielen Städte als vermeintlich umweltfreundliches Verkehrsmittel sehnlich erwartet. Drei Monate später macht sich Ernüchterung breit. Foto: Oliver Berg/dpa Sind E-Tretroller ein Segen oder ein Fluch? Mit Spannung wurden sie erwartet: kleine Tretroller mit Elektromotor. Die sogenannten E-Scooter sollten den Straßenverkehr revolutionieren. Davon sind sie weit entfernt. Probleme gibt es vor allem in manchen Großstädten.
Wer mit dem E-Tretroller im öffentlichen Straßenverkehr fahren will, braucht ein Versicherungskennzeichen zum Aufkleben. Foto: Elke A. Jung-Wolff/GDV/dpa-tmn Alles über die neuen E-Tretroller Künftig dürfen Elektro-Tretroller in Deutschland im Straßenverkehr fahren. Aber nicht jedes Modell bekommt eine Zulassung. Worauf müssen Käufer achten, um legal und sicher zu rollern?