Fahrradhelm alle fünf bis sechs Jahre austauschen

05.08.2020
Der Fahrradhelm schützt den Kopf bei Stürzen und kann Leben retten. Grund genug, nicht «oben ohne» zu fahren. Was einen guten Fahrradhelm ausmacht, erklärt ein Experte.
Ein guter Fahrradhelm sitzt weder zu straff noch zu locker. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Ein guter Fahrradhelm sitzt weder zu straff noch zu locker. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Göttingen (dpa/tmn) – Jeder Fahrradhelm, der in Deutschland im Handel verkauft wird, muss bestimmten Sicherheitskriterien entsprechen. Dazu zählen ein CE-Kennzeichen und ein Test nach der Norm DIN EN 1078. «Beides steht in der Regel auf einem kleinen Aufkleber auf der Helminnenseite», erklärt Thomas Geisler vom Pressedienst Fahrrad (pd-f).

Dort steht auch, wann der Helm hergestellt wurde. Das ist wichtig, weil das Material altert: Ein Fahrradhelm sollte daher alle fünf bis sechs Jahre ausgetauscht werden. Sicherer ist somit ein Kauf vor Ort – auch um den Helm anzuprobieren. «Es ist wie bei Schuhen», sagt Geisler. «Ein Helm muss so sitzen, dass man längerfristig damit glücklich ist.»

Faustregel für die richtige Größe

Generell müssen Radfahrer wissen, wofür sie den Helm brauchen – eher für die Innenstadt etwa oder auf dem Mountainbike. «Der Mountainbike-Helm ist zum Beispiel mehr in den Nacken gezogen», so Geisler. Bei Alltagshelmen kann neben Reflektoren eine zusätzliche Beleuchtung sinnvoll sein.

Für die richtige Größe gilt die Faustregel: Zum Kopfumfang wird noch ein Zentimeter dazugerechnet. Ein guter Fahrradhelm sitzt weder zu straff noch zu locker. Mit dem Rädchen hinten kann justiert werden. Der Helm befindet sich mittig auf dem Kopf und rutscht nicht von der Stirn. Zwischen Kinnriemen und Kiefer passt noch ein Finger. Der seitliche Gurtverteiler wird so geschoben, dass die Bänder das Ohr als Dreieck umschließen.

Form und Verschluss sind Geschmackssache

Wichtig ist, dass der Kopf gut belüftet ist. Das funktioniert sowohl beim In-Mold gefertigten Helm als auch beim Hartschalenhelm, selbst wenn man es letzterem nicht sofort ansieht und er etwas schwerer ist. Die Entscheidung zwischen diesen beiden Grundformen hängt vom Einsatzzweck und persönlichen Geschmack ab.

Geschmackssache ist auch der Verschluss: Clip oder Magnet. «Der Magnet kann das Risiko verringern, dass man die Haut am Hals einklemmt», meint der Fahrradexperte.

Weitere Extras gibt es nach Bedarf: So können Frauen mit langen Haaren einen Helm mit entsprechender Vorrichtung für einen Zopf auswählen. Helme mit Mips-System haben einen zusätzlichen Einsatz, der bei Stürzen vor schweren Hirnverletzungen schützen soll. Auch Helme mit eingebauten GPS-Chips gibt es: Diese übernehmen bei einem Sturz den Notruf.

© dpa-infocom, dpa:200805-99-49725/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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