E-Lastenräder unbedingt vor Kauf probefahren

14.10.2021
Wer Schweres mit dem Rad transportiert, kann Elektro-Unterstützung gebrauchen. Der ADAC hat fünf E-Lastenräder getestet und findet: An das Fahrverhalten muss man sich erstmal gewöhnen.
E-Lastenräder fahren sich nicht ganz so einfach. Deshalb sollte man sie ausprobieren, bevor man kauft. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
E-Lastenräder fahren sich nicht ganz so einfach. Deshalb sollte man sie ausprobieren, bevor man kauft. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Die Palette der E-Lastenräder ist breit: Es gibt sie zwei- und dreirädrig, mit langem Gepäckträger hinten oder Transportkiste vorn. Der ADAC hat fünf dreirädrige Räder mit drei verschiedenen Lenksystemen unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis: Jeweils zwei schnitten mit «gut» oder «befriedigend» ab. Ein Rad fiel vor allem wegen unzureichender Bremsleistung mit «mangelhaft» durch.

Das Fazit der Tester bei allen E-Lastenrädern: Das Fahrverhalten ist erst einmal äußerst gewöhnungsbedürftig. Um vor allem beim Abbiegen und in den Kurven nicht zu kippen, sind eine entsprechende Körperhaltung sowie eine angepasste Geschwindigkeit notwendig. Vor dem Kauf sollte man daher unbedingt eine Probefahrt machen. Dabei merkt man auch, welches Lenksystem zu einem passt.

So sehen die Testsieger aus

Testsieger sind die beiden teuersten Modelle, beide mit Neigungstechnik. Das Chike e-kids schneidet mit der Note 2,1 am besten ab. Den ADAC überzeugten das Fahrverhalten, gute Bremsen, die wendige und direkte Lenkung sowie die Ausstattung der Transportbox. Diese eignet sich vor allem gut für den Kindertransport. An den anderen Modellen monierten die Tester: Anschnallmöglichkeit und Unfallschutz im Kopfbereich könnten noch verbessert werden.

Das Butchers&Bicycles MK1-E Automatik (Note 2,4) lässt sich in den Kurven nicht so agil fahren wie das Chike. Punkten konnte es dagegen mit einer hochwertigen, umfassenden Ausstattung mit kräftigem Motor, einer Ladedauer von nur knapp 3,5 Stunden, standfesten Bremsen sowie Riemenantrieb. Im Mittelfeld befinden sich das Nihola e-family (Note 3,0) und das Babboe GO-E (3,3).

Generell gilt: Verglichen mit normalen E-Rädern büßen die Lastenräder wegen des höheren Gewichts etwas an elektrischer Reichweite ein. Bei maximaler Unterstützung liegt die Reichweite zwischen gut 31 (Babboe) und gut 52 Kilometern (Nihola). Dafür dauert beim Nihola eine Vollladung auch fast acht Stunden.

© dpa-infocom, dpa:211013-99-585127/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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