Die neuen Motorräder 2019

08.02.2019
Die Motorradhersteller brennen 2019 ein Neuheiten-Feuerwerk ab. Dazu gehören Comebacks legendärer Maschinen, neue Klassiker aus Indien und eine legendäre Motorradmarke, die sich unter Strom setzt - insgesamt allerdings dominiert der Retro-Look. Was können Fans erwarten?
Wiedergeburt einer Bike-Ikone: Suzuki bringt die Katana zurück. Foto: Suzuki
Wiedergeburt einer Bike-Ikone: Suzuki bringt die Katana zurück. Foto: Suzuki

Berlin (dpa/tmn) - Zurück in die Zukunft - diesen Eindruck kann gewinnen, wer einen Blick auf die Motorradneuheiten 2019 wirft. Denn der Retro-Trend geht weiter, doch es gibt auch elektrisierende Überraschungen.

Moto Guzzi etwa erinnert mit der V85 TT an die späten 1970er Jahre, als Yamaha das Enduro-Segment mit der XT 500 begründete. Die klassische Moto Guzzi leistet 59 kW/80 PS aus 850.

Kein Schnäppchen

Ein Schnäppchen ist die Guzzi mit rund 12.000 Euro allerdings nicht», meint Michael Lenzen, Vorsitzender des Bundesverbandes der Motorradfahrer. Denn für 1550 Euro Aufschlag bekäme man bei Triumph mit dem Modell Scrambler 1200 XC eine mit 66 kW/90 PS deutlich stärkere, nichtsdestotrotz mit einem Leergewicht von etwa 215 Kg gegenüber 229 kg sogar leichtere Reisemaschine.

Wie schon der von den Engländern bereits länger angebotene, kleinere Street Scrambler mit 900 ccm, der jetzt allerdings 48 kW/65 PS und damit 10 PS mehr als bisher leistet, setzt auch die 1200er auf den Offroad-Look der 60er Jahre, bietet aber auch zwei fürs Gelände zu wählbare Fahrmodi. Offroad-Kompetenz weisen auch die BMW R 1250 GS und R 1250 GS Adventure mit 100 kW/136 PS auf. «Mindestens 16 150 Euro sind fällig, wählt man die Adventure-Variante mit größerem Tank und mehr Federweg, sind es gar 17.700 Euro», so der Lenzen.

Ein klassisches Comeback gibt es bei Kawasaki, wo die seit Ende 2016 eingestellte W800 mit dem ikonischen Königswellen-Antrieb wieder da ist. «Natürlich mit ABS und auch Euro-4-tauglich. 90 Prozent der verbauten Teile sollen laut Kawasaki neu sein», erklärt Lenzen. Angeboten wird die W800 als Street-Variante und als Cafe-Ausführung mit kleiner Cockpitverkleidung und Höcker-Sitzbank.

Zwei Klassik-Modelle aus Indien

Die seit 1984 in indischer Hand befindliche Firma Royal Enfield hat bislang Einzylinder-Modelle im klassischen Stil gebaut. Nun aber haben sich die Inder der Zweizylinder-Tradition aus den 1960er und 1970er Jahren der damals noch englischen Marke erinnert. Mit der Interceptor 650 und der Continental GT 650 kommen zwei Klassik-Modelle, die technisch mit Vierventiltechnik und obenliegender Nockenwelle auf der Höhe der Zeit sind.

«Während die Interceptor mit Doppelsitzbank und einem etwas höheren Rohrlenker eine aufrechte Sitzposition ermöglicht, macht die Continental GT mit Höckersitzbank und Stummellenker ganz auf Cafe Racer», schildert Lenzen. Die Preise liegen um die 6500 Euro.

Avantgardistisch interpretiertes Design klassischer Flachbahnrenner trägt dagegen die Husqvarna Svartpilen 701 zur Schau. Die Einzylinder-Maschine basiert technisch auf der 690er Duke von Konzernmutter KTM, leistet 55 kW/75 PS und kostet 10.195 Euro.

Ein Katana mit Pferdestärken

Drei Zylinder mehr und mit 110 kW/150 PS doppelt soviel PS weist die wiederbelebte Suzuki Katana auf. Anfang der 1980er Jahre gelang den Japanern mit dem Original eine Designikone. «Die Katana wirkte damals fast wie aus einem Science-Fiction-Film», kommentiert Lenzen. Jetzt knüpfen die Japaner nun mit der auf der soliden technischen Basis der GSX-S 1000 aufgebauten neuen Katana daran an. Ein Preis sei zwar noch nicht bekannt, so Lenzen, der aber davon ausgeht, dass Suzuki ein wenig mehr aufruft als die 12 395 Euro, die die GSX-S 1000 kostet.

Für dieses Geld würde man beinahe die neue Honda CB 650 R und die schon bekannte CB 300 R obendrein bekommen. Mit der 650 schließt der größte Motorradhersteller der Welt die Lücke, die in der Neo-Cafe Sport-Reihe zwischen CB 1000 R und CB 300 R entstanden ist. Das Vierzylinder-Bike mit 70 kW/95 PS soll um die 8000 Euro kosten.

Die erste E-Harley

Merklich teurer dürfte die Harley-Davidson Livewire werden. Das erste E-Motorrad der amerikanischen Marke rollt laut Sprecher voraussichtlich ab Spätsommer zu den Händlern. Bis zu 177 Kilometer weit sollen elektrische Gleiter damit kommen können - gleiten ist dabei relativ. Denn von 0 auf knapp 97 km/h soll es die Harley in weniger als 3,5 Sekunden schaffen. Aufgrund des elektrischen Antriebs sind weder Kupplung und Getriebe erforderlich.

Neues auch von der anderen amerikanischen Traditionsmarke: «Mit den Flat Track Replica-Modellen FTR 1200 und FTR 1200 S führt Indian erstmals eine Baureihe jenseits der Cruiser-Sparte ein», erklärt Lenzen. Die ganz auf sportliche Gangart ausgelegten Bikes leisten 88 kW/120 PS und kosten ab 14.690 respektive ab 15.990 Euro.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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