Das sollten Autofahrer immer dabei haben

01.10.2019
Das Handschuhfach quillt meist über, der Kofferraum ist voll. Doch was gehört wirklich immer an Bord eines Autos - und warum?
Das Starthilfekabel kann zu neuer Energie verhelfen. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn
Das Starthilfekabel kann zu neuer Energie verhelfen. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn

Stuttgart/Berlin (dpa/tmn) - Kassetten- und CD-Hüllen in der Mittelkonsole, die Straßenkarte im Fach hinter den Sitzen und ein voller Reservekanister im Kofferraum. Vor 20 Jahren sah die Notausrüstung im Auto anders aus als heute. Ein paar Dinge aber haben überlebt und gehören noch heute ins Auto.

Für Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE) müssen vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Dinge ins Auto. Dazu zählen Verbandskasten, Warndreieck und die Warnweste in Gelb oder Orange. «Davon ist in Deutschland zwar nur eine vorgeschrieben, doch besser ist eine Warnweste für jeden Autoinsassen», sagt Mühlich. Die Westen sollten griffbereit im Fahrgastraum liegen und nicht im Kofferraum.

In die Brieftasche gehören bei jeder Fahrt der Führerschein und der Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I). Bei Zusatzteilen wie speziellen Rädern oder Spoilern, die eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) benötigen, muss diese mitgeführt werden.

Vom Feuerlöscher bis zur Parkscheibe

Für den Alltag praktisch sind außerdem eine Parkscheibe, Starthilfekabel und ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange. «Vor allem bei älteren Autos ist ein Starthilfekabel nützlich. Mit einem dickeren Querschnitt für stärkere Motoren und einer Länge von drei Metern fahren Autofahrer sicherer durch die kalte Jahreszeit», sagt er. Als Alternative funktionieren auch sogenannte Startbooster.

«Elektrikprobleme oder sich entzündende Betriebsflüssigkeiten, die zu Bränden führen, gibt es immer mal wieder. Mit einem ausreichend großen Feuerlöscher im Auto können die Brände schnell gelöscht werden», sagt Mühlich. Allerdings sollte der regelmäßig geprüft und im Kofferraum sicher, aber schnell erreichbar verstaut werden. Für lange Strecken rät Mühlich ein Ersatzrad mit dem vorgeschriebenen Luftdruck oder ein Reifen-Pannenset mitzunehmen. Da sollte natürlich nötiges Werkzeug nicht fehlen. Das gilt auch für ein Gebinde passendem Motoröl als Ersatz im Kofferraum.

Hinter die Fahrer-Sonnenblende sollten Besitzer eine Rettungskarte klemmen. «Auf ihr sind für Rettungskräfte wichtige Informationen zum Auto hinterlegt, damit sie die Insassen nach einem Unfall schnell befreien können», sagt Wolfgang Sigloch von der Prüforganisation Dekra. Die Rettungskarte gibt es vom Autohersteller oder zum Beispiel auch über die Seiten von Dekra oder der Prüforganisation GTÜ.

Taschenlampe ist auch im Smartphone-Zeitalter hilfreich

Für GTÜ-Geschäftsführerin Dimitra Theocharidou-Sohns gehört unter anderem auch eine Taschenlampe an Bord. «Auch wenn Smartphones eine Taschenlampe integriert haben, kann eine kleine Lampe bei der Fehlersuche besser helfen», sagt sie. «Sie passt unters Auto, in kleine Ecken und geht nicht so leicht kaputt wie die sensiblen Displays von Smartphones.»

Außerdem sollten mit: Sonnenbrille, Taschenmesser, Starthilfekabel, Decke und die Bordmappe im Handschuhfach. Darin stecken Parkscheibe, Eiskratzer, Versicherungsunterlagen und die Kontaktnummern nach einem eventuellen Unfall.

Etwas Kleingeld für Parkgebühren, die noch mit Münzen bezahlt werden müssen, und vor allem für Toiletten auf Autobahnrasthöfen, erleichtert zusätzlich den Alltag. «Nicht nur für Vieltelefonierer gehört heute ein Ladegerät fürs Handy oder ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder ins Auto», sagt sie.

Mit Sägezähnen und gefütterten Handschuhen gegen den Frost

Für die kalte Jahreszeit empfehlen die Experten zusätzlich Dinge wie einen stabilen Eiskratzer mit glatter Kante gegen Eis, einer Sägezahnkante gegen dickere Eisschichten und einer Gummikante für nasse Scheiben. Auch Handbesen für Schnee, Scheiben-Eisfolie sowie eine Decke nehmen im Kofferraum nicht viel Platz ein.

Wer in den Bergen wohnt oder in den Wintersporturlaub fährt, packt vorsichtshalber noch Schneeketten und gefütterte Arbeitshandschuhe dazu. Spezielle Zusätze für das Waschwasser mit Frostschutz sorgen auch im Winter für klare Scheiben.

Info-Kasten: Checkliste - Wichtige Sachen fürs Auto

- Gültige Papiere mit ABE - Warndreieck, Verbandskasten, Warnweste - Ersatzrad, Bordwerkzeug wie Radkreuz und Wagenheber - Starthilfekabel - USB-Adapter und Handy - Schwamm für die Innenseiten der Scheiben - Eiskratzer und Decke

Rettungskarten-Infos und Downloads über Dekra

Rettungskarten-Infos und Downloads über GTÜ


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Bevor es mit dem Reisemobil im Winter auf die Piste geht, gilt es, eine lange Checkliste abzuarbeiten. Foto: Caravaning Industrieverband E.V./dpa-tmn Mit Schaufel und Propangas: Wintercaravaning im Trend Herbst- und Wintercampen ist angesagt. Immer mehr Deutsche nutzen Caravan oder Reisemobil auch in den nassen und kalten Jahreszeiten, um individuell unterwegs zu sein. Allerdings sollten Camper vorbereitet sein, wenn die Außentemperaturen sinken.
Wer im Urlaub mit dem Mietwagen unterwegs sein will, sollte einiges beachten, um Zeit, Geld und Ärger zu sparen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn So finden Urlauber die besten Mietwagen Die schönste Zeit des Jahres soll vor allem eins sein: stressfrei. Wer im Urlaub einen Mietwagen braucht, tut sich deshalb einen großen Gefallen, diesen vor der Abreise daheim zu buchen. Das spart meist viel Geld, und man hat Zeit, die Angebotsklippen zu umschiffen.
Wer sein Auto über 20 Prozent überlädt, muss mit einem Bußgeld zwischen 95 und 230 Euro sowie einen Punkt in Flensburg rechnen. Foto: Silvia Marks Vollgepacktes Auto vor dem Urlaub wiegen lassen Sportausrüstung, Gummiboot und Luftmatratze - bei einem Familienurlaub ist der Kofferraum schnell voll. Um eine Überladung zu vermeiden, kommt das Auto vor der Abreise am besten auf die Waage.
Stau auf der Autobahn 2. Foto: Peter Steffen/Archiv Umfahren oder nicht? - Stau-Tipps für Autofahrer Warnblinkleuchten vorausfahrender Autos kündigen das Ungemach an: Es staut sich. 2018 passierte das auf deutschen Autobahnen häufiger als je zuvor. Mit etwas Vorplanung kommen Autofahrer aber entspannt durch oder vermeiden die Blechlawinen sogar ganz.