Änderungen bei Flusskreuzfahrten wegen Niedrigwasser

19.10.2018
Niedrigwasser in mehreren Flüssen macht der Schifffahrt zu schaffen. Auch Flusskreuzfahrten sind von der Dürre davon betroffen. Einige Routen müssen geändert oder gar abgesagt werden.
Aufgrund von Niedrigwasser ragen am Rhein bei Karlsruhe Buhnen aus dem Wasser. Das hat Folgen für die Schifffahrt. Foto: Uli Deck
Aufgrund von Niedrigwasser ragen am Rhein bei Karlsruhe Buhnen aus dem Wasser. Das hat Folgen für die Schifffahrt. Foto: Uli Deck

Stuttgart (dpa/tmn) - Wegen des Niedrigwassers vieler Flüsse können derzeit Kreuzfahrten geändert oder auch ganz abgesagt werden. Betroffen von niedrigen Pegelständen sind unter anderem Elbe, Donau und Rhein - nicht nur, aber auch innerhalb Deutschlands.

Bei Nicko Cruises zum Beispiel werden bei 70 bis 80 Prozent der vom Niedrigwasser betroffenen Reisen geringfügige Änderungen vorgenommen, wie der Anbieter erläutert. «Wir fahren andere Häfen an und machen das geplante Ausflugsprogramm von dort aus», so Sprecherin Sandra Huck. «Wenn das Schiff beispielsweise nicht nach Bratislava kommt, machen wir den Ausflug ab Wien. Von dort ist es nur circa eine Stunde Fahrt mit dem Bus.» Bei Nicko Cruises sind neun Schiffe betroffen: vier auf der Donau, drei auf dem Rhein und zwei auf der Elbe.

Eine generelle Routenänderung sei bei 20 bis 25 Prozent aller betroffenen Flussreisen nötig. Die Kunden würden informiert. Diese können dann der alternativen Route zustimmen, umbuchen oder von der Reise zurücktreten. In wenigen Fällen müsse die Fahrt komplett abgesagt werden, weil eine andere Route keinen Sinn ergeben hätte. Der Reisepreis werde dann zurückerstattet.

Auch bei A-Rosa Flussschiff kommt es nach Angaben des Veranstalters zu Anpassungen von Reiserouten. Bisher hätten die Reisen größtenteils stattfinden können, es gab jedoch auch komplette Absagen - bei Fahrten in Richtung Donau-Delta. Kunden haben dem Unternehmen zufolge in diesen Fällen Kompensationsangebote bekommen.

Wenn Reedereien wegen Niedrigwasser ihre Routen ändern müssen, bekommen Urlauber oft einen Teil des Geldes zurück. Konkret lässt sich der Reisepreis anteilig mindern, wenn bestimmte Stopps unterwegs und Ausflüge ersatzlos gestrichen werden müssen. Diese Ansprüche bestehen, obwohl der Anbieter nichts für niedrige Pegelstände kann. Fällt der Höhepunkt einer Reise absehbar aus, haben Kunden das Recht, vom Vertrag zurückzutreten. Dann gibt es das gesamte Geld zurück.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Auch Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, kann auf einer Donaukreuzfahrt erkundet werden. Foto: Bratislava Tourist Board/dpa Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau Nah am Ufer statt endloser Ozean: Flusskreuzfahrten haben immer mehr Fans. Die sind eher älter und gelassen, wenn es in der Schleuse mal eng wird. Ein ganz eigener Kosmos ist das - auch auf der Donau zwischen Passau und Budapest.
Wegen Niedrigwasser ist die Schifffahrt auf Rhein, Elbe und Donau stark eingeschränkt. Auch Kreuzfahrtschiffe könnten mit zu niedrigen Pegelständen Probleme bekommen. Foto: Christophe Gateau Nach Routenänderung bei Flusskreuzfahrten Geld zurückfordern Der ausbleibende Niederschlag lässt derzeit die Pegelständen der Flüsse sinken. Verschärft sich die Lage, müssen Flusskreuzer möglicherweise andere Routen wählen. Diese Rechte haben Urlauber:
Rund 470 400 Passagiere aus Deutschland unternahmen im Jahr 2017 Flusskreuzfahrten mit Schiffen wie diesen auf der Garonne in Frankreich. Foto: Michael Zehender Zahl der deutschen Flusskreuzfahrtgäste so hoch wie noch nie Scheinbar mögen die Deutschen, Landschaft und Kultur vom Wasser aus zu entdecken. Flusskreuzfahrten verzeichnen einen Zuwachs wie nie zuvor. Besonders beliebt ist diese Art des Urlaubs bei älteren Reisenden.
An Rhein und Mosel beginnt so langsam die Schifffahrtsaison. Foto: Andreas Arnold Schifffahrt an Rhein und Mosel startet in Saison Ob Loreley, Deutsches Eck, Rüdesheim oder Andernacher Geysir: In vielen Ecken von Rheinland-Pfalz fahren Ausflugsschiffe wieder durch die Gewässer. Leinen los für die Saison 2018. Doch die Branche hat mit Unwägbarkeiten zu kämpfen.