Zur Polizei gehen: Zu hohe Preise beim Schlüsseldienst

11.07.2016
Wer einen Schlüsseldienst ruft, steckt meist in einer misslichen Lage. Diese darf vom Dienstleister aber nicht ausgenutzt werden. Verlangen er zu viel Geld für seine Leistung, müssen sich Kunden nicht gefallen lassen.
Ein Schlüsseldienst darf den Kunden nicht dazu drängen, einen überhöhten Preis zu zahlen. Betroffene können in dem Fall zur Polizei gehen. Foto: Holger Hollemann
Ein Schlüsseldienst darf den Kunden nicht dazu drängen, einen überhöhten Preis zu zahlen. Betroffene können in dem Fall zur Polizei gehen. Foto: Holger Hollemann

Erfurt (dpa/tmn) - Schlüsseldienste, die mit Ortsnamen werben, sind nicht unbedingt auch aus dem angegebenen Ort. Das heißt, man zahlt teils enorme Summen für deren Anfahrt.

Darauf weist die Verbraucherzentrale Thüringen hin. Zum Vergleich: Auf 200 bis 300 Euro könnten sich die Kosten für eine Minute Arbeit belaufen, während in Städten wie Erfurt für eine einfache Türöffnung am Tag der ortsübliche Preis bei 80 Euro liege. Verbraucher sollten so überzogene Summen nicht zahlen und auch nichts ungeprüft unterschreiben. Wird man bei der Zahlung unter Druck gesetzt oder die Tür gar wieder verschlossen, könne man die Polizei rufen - das ist dann unter Umständen Nötigung und strafbar.

Verbraucherschützer Dirk Weinsheimer rät, vorher einen Festpreis zu vereinbaren. Lässt sich der Schlüsseldienst sich darauf nicht ein, sollte man sich einen anderen suchen. Hinweise auf unseriöse Angebote seien fehlende Preisauskünfte am Telefon, überhöhte Einsatzpauschalen und eine weite Anreise des Handwerkers, obwohl die Firma laut Eigenwerbung vermeintlich aus dem Ort des Anrufers kommen soll.

Ein Problem ist auch, dass man oft nicht direkt erkennt, woher der Handwerker anreist. Teils werben die Firmen im Internet mit falschen Ortsnamen. Daher sollte man sich das Impressum der Internetseite anschauen oder in Branchenverzeichnissen nachschlagen. Wichtig ist auch zu wissen: Treffer, die in der Suchmaschine ganz oben angezeigt werden, sind oft Werbeanzeigen. Man findet kleine entsprechende Kennzeichnungen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Crowdfunding-Plattformen bringen private Anleger, den Schwarm, zusammen, um damit eine Immobilien zu finanzieren. Foto: Andrea Warnecke Immobilien im Schwarm finanzieren – Crowdinvesting Rund 1000 Euro investieren, vom Immobilienboom profitieren und kräftig Zinsen kassieren. Das klingt gut. Crowdfunding-Plattformen im Internet machen es möglich. Das Geschäft ist für Anleger aber nicht risikolos.
Neubautgebiete in Berlin, wie hier am Gleisdreieck-Park, sind für potenzielle Käufer interessant: Beim Kauf einer Immobilie ist meist die Lage wichtiger als die Wertsteigerung. Foto: Andrea Warnecke Wertsteigerung ist nicht alles beim Immobilienkauf Der Immobilienmarkt boomt. Angesichts hoher Preise soll oft das Argument künftiger Wertsteigerung Verbraucher zum Kauf einer Immobilie bewegen. Doch Vorsicht: Solche Prognosen bilden eine relativ unsichere Basis für eine Kaufentscheidung.
Gerade ältere Menschen müssen die Finanzierung einer Immobilie genau planen. Denn in der Regel haben sie weniger Zeit den Baukredit abzubezahlen. Foto: Christin Klose Worauf es bei der Baufinanzierung im Alter ankommt Immobilien sind nicht nur etwas für junge Käufer. Auch mit 50 oder 60 Jahren kann man sich den Traum von den eigenen vier Wänden noch erfüllen. Die Finanzierung muss aber passen.
Wer eine Immobilie kauft oder mietet, hat ein Anrecht, den Energieausweis des Gebäudes zu sehen. Foto: Franziska Gabbert Je grüner, desto sparsamer: Was der Energieausweis verrät Im Prinzip soll es einfach sein: Die Heizkosten in Häusern im grünen Bereich des Energieausweises sind geringer, im roten Bereich sind die Kosten höher. Und doch verwirren die Inhalte des Dokuments viele. Das liegt daran, dass es verschiedene Ausweisvarianten gibt.