Wer kommt für Schäden an Badezimmerfliesen auf?

20.02.2019
Makellose Fliesenspiegel im Badezimmer steigern das Wohlbefinden. Doch um einen Handtuchhalter oder einen Spiegelschrank an der Wand zu befestigen, muss oft gebohrt werden. Und hinterher stellt sich manchmal die Frage: Wer kommt für entstandene Schäden auf?
Mieter dürfen im Bad Löcher auch in Fliesen bohren, um zum Beispiel einen Spiegel anzubringen. Doch wie viele sind erlaubt? Foto: Kai Remmers
Mieter dürfen im Bad Löcher auch in Fliesen bohren, um zum Beispiel einen Spiegel anzubringen. Doch wie viele sind erlaubt? Foto: Kai Remmers

Berlin (dpa/tmn) - Die Wände im Badezimmer sind in der Regel gefliest. Mieter stellt das bei der Montage von Handtuchhaltern und anderen Gegenständen oft vor eine Herausforderung. Denn sie dürfen die Mietsache eigentlich nicht beschädigen.

Grundsätzlich gilt: Sind Schäden mutwillig oder grob fahrlässig verursacht worden, muss der Mieter im Zweifel für sie aufkommen, erläutert die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Ausgabe 2/2019) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin. Sind Veränderungen dagegen durch einen vertragsgemäßen Gebrauch entstanden, muss der Mieter diese nicht verantworten.

Drei Beispiele:

- Farbe: Nicht jedem Mieter gefällt die Farbe der Fliesen an der Wand. Überstreichen darf er sie ohne Erlaubnis aber nicht so einfach. Denn dann könnte der Vermieter nach Ende des Mietverhältnisses die Fliesen erneuern und die Kosten dafür dem Mieter in Rechnung stellen. Das gilt nach Auffassung des Landgerichts Köln jedenfalls dann, wenn der Mieter nicht nachweist, dass die Farbe auch anders hätte entfernt werden können (Az.: 12 S 312/95).

- Dübellöcher: Besonders häufig gibt es Streit um Dübellöcher. Bei der Frage, wie viele Löcher zulässig sind, ist die Rechtsprechung bisher uneinheitlich. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Kassel sind 14 Löcher angemessen (Az.: 451 C 7217/95),das Landgericht Hamburg befand in einem Fall sogar 32 Löcher für zulässig (Az.: 307 S 50/01). Klar jedenfalls ist: Ein generelles Bohr- und Dübelverbot ist laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes unwirksam (Az.: VIII ZR 10/92).

- Flecken: Im Bad wird häufig mit Duschgel, Shampoos und Reinigern hantiert - und das hinterlässt mitunter Spuren auf empfindlichen Natursteinfliesen. Mieter müssen für solche Verfärbungen aber nicht automatisch aufkommen, befand das Amtsgericht Brandeburg (Az.: 31 C 179/14). Denn es handelt sich hierbei um Abnutzungen, die durch den vertragsgemäßen Gebrauch des Bades entstanden sind. Die Fliesen waren in dem Fall außerdem nicht imprägniert und daher besonders anfällig.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Streichen oder nicht streichen? Diese Frage stellen sich viele Mieter beim Auszug. Der Vermieter kann zwar Schönheitsreparaturen auf den Mieter übertragen - doch wenn die Klausel ungültig ist, besteht auch keine Pflicht. Foto: Jens Büttner Beim Auszug streichen? Irrtum rund um Schönheitsreparatur Bei Schönheitsreparaturen halten sich einige Gerüchte hartnäckig. Dabei steht längst fest, dass Vermieter ihre Mieter nicht zu allem verpflichten dürfen. Was im Einzelnen gilt.
Keine Schönheits-OP nötig: Mieter müssen Dübellöcher beim Auszug nicht unkenntlich verschließen. Foto: Stefan Jaitner Wann Mieter beim Auszug Dübellöcher verschließen müssen Ein Mietvertrag kann vorschreiben, dass Bohr- und Dübellöcher beim Auszug zu entfernen sind. Allerdings müssen die Löcher nicht unkenntlich verschlossen oder durchbohrte Kacheln ersetzt werden. Darauf macht der Deutsche Mieterbund aufmerksam.
Fliesen im Bad auszutauschen, gehört nicht unbedingt in den Zuständigkeitsbereich des Mieters. Denn für solche Aufgaben ist meist der Vermieter verantwortlich. Foto: Nestor Bachmann/dpa-tmn Wer für Reparaturen in der Mietwohnung zuständig ist Eigentlich ist es Sache des Vermieters, Mängel in einer Mietwohnung zu beheben. Fallen Reparaturen an, kann es aber unter bestimmten Voraussetzungen auch sein, dass der Mieter zur Kasse gebeten wird.
Wer stehend in der Badewanne duscht, muss darauf achten, dass die Wände oberhalb des Fliesenspiegels nicht durchfeuchten. Andernfalls haften Mieter im Schadensfall. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild Duschen kann vertragswidriges Verhalten sein Befindet sich in der Wohnung keine Dusche, kann natürlich auch die Badewanne zum Duschen genutzt werden. Dabei müssen Mieter jedoch auf die räumlichen Gegebenheiten achten. Tun sie dies nicht, und es entsteht Schimmel, kommen sie selbst für den Schaden auf.