Welches Kochfeld passt zu mir?

02.03.2020
Glatte Glaskeramikflächen auf dem Herd sind inzwischen in fast jeder Küche Standard. Doch beim Kauf eines neuen Elektroherdes stellt sich die Frage: Ceran oder Induktion?
Hohe wie auch sehr niedrige Temperaturen können beim Induktionskochfeld exakt eingestellt werden. Foto: AMK/dpa-tmn
Hohe wie auch sehr niedrige Temperaturen können beim Induktionskochfeld exakt eingestellt werden. Foto: AMK/dpa-tmn

Mannheim (dpa/tmn) - Im Ruhezustand sind Ceran- und Induktionskochfelder kaum zu unterscheiden. Beide gehören zu den Glaskeramikkochfeldern. Der weithin gebräuchliche Name «Ceran» ist der Markenname eines Herstellers.

Die Bezeichnung Ceran hat sich umgangssprachlich durchgesetzt, erklärt Claudia Oberascher, Projektleiterin der Brancheninitiative Hausgeräte+ in Berlin. «Das Cerankochfeld ist eine Weiterentwicklung der gusseisernen Herdplatte», sagt Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche in Mannheim. Wie bei dieser wird eine Heizspirale erhitzt, die die Wärme nach oben abgibt.

Induktion ist schneller als Ceran

Ceranfelder brauchen eine gewisse Zeit, bis sie die gewünschte Temperatur erreichen. Werden sie ausgeschaltet, heizen sie noch eine ganze Weile nach. Wer das Kochfeld rechtzeitig abschaltet und die Nachwärme nutzt, spart Energie.

Induktionskochfelder reagieren erheblich schneller. Ohne Zeitverzögerung lassen sich die Temperaturen ändern. Unter ihrer Glaskeramikoberfläche liegen flache Induktionsspulen aus Kupferdraht, die ein elektromagnetisches Feld erzeugen. «Insgesamt ist dieses Verfahren effizienter und energiesparender, weil nur der Topfboden direkt erhitzt wird und nicht die Luft und die Glasplatte», sagt Irle. Kein Wunder, dass der allerdings meist teurere Induktionsherd auf dem Vormarsch ist.

Induktionsfeld überholt Gasherd

«Induktion spart Zeit, weil das Vorwärmen entfällt», so Irle. Damit ist Induktion sogar schneller als Gas. Viele Geräte haben eine Power- oder Booster-Funktion, mit der die Leistung noch zusätzlich gesteigert werden kann. Zudem können auch sehr niedrige Temperaturen exakt eingestellt werden, was den Gasherd an seine Grenzen bringen würde. Besonders komfortabel sind Induktionskochfelder mit variablen Kochfeldern, auf denen sich die Töpfe je nach Bedarf hin- und herschieben lassen.

Da das Induktionskochfeld selbst nicht heiß wird, ist es auch kein Problem, wenn mal etwas überläuft oder danebengeht. Einfach gleich mit einem feuchten Lappen abwischen. «Bei der klassischen Beheizung ist das anders. Da brennt sich schnell etwas ein, wenn es auf der heißen Kochstelle landet», sagt Claudia Oberascher.

Töpfe müssen passen

Wer sich ein Induktionskochfeld anschaffen möchte, sollte vorher prüfen, ob seine Töpfe und Pfannen dafür geeignet sind. Wegen des Magnetfeldes kann ausschließlich Kochgeschirr mit magnetisierbarem Boden verwendet werden. «Glas, Kupfer und Aluminium sind daher nicht geeignet», erklärt Claudia Oberascher. Ob Kochgeschirr induktionstauglich ist, lässt sich mitunter auch an dem spiralförmigen Symbol auf dem Boden erkennen.

Manchen Verbrauchern sind Induktionsfelder allerdings nicht ganz geheuer, weil sie eine Strahlenbelastung oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen durch das Magnetfeld befürchten. In der Regel ist das unbegründet, wenn die Herstellerangaben beim Gebrauch berücksichtigt werden, betont das Bundesamt für Strahlenschutz. Es treten nur geringe Streufelder auf. Menschen, die einen Herzschrittmacher oder andere aktive Körperhilfsmittel tragen, sollten aber sicherheitshalber ihren Arzt fragen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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