Wechsel in WG darf nicht an Bedingungen geknüpft werden

14.12.2018
In einer Wohngemeinschaft bleiben Bewohner meist nur eine begrenzte Zeit. Die verbliebenen Mieter dürfen sich nach neuen Mitbewohnern umsehen. Der Vermieter kann das oft nicht verhindern.
Wenn es in einer Wohngemeinschaft zu einem Mieterwechsel kommt, dürfen Vermieter ihre Zustimmung nicht ohne Weiteres an zusätzliche Bedingungen knüpfen. Foto: Ina Fassbender
Wenn es in einer Wohngemeinschaft zu einem Mieterwechsel kommt, dürfen Vermieter ihre Zustimmung nicht ohne Weiteres an zusätzliche Bedingungen knüpfen. Foto: Ina Fassbender

Gießen (dpa/tmn) - In Wohngemeinschaften kommt es vor, dass Mieter wechseln. Vermieter müssen dem Wechsel in der Regel auch zustimmen. Ihre Zustimmung dürfen sie nicht ohne weiteres an zusätzliche Bedingungen knüpfen, wie ein Urteil des Amtsgerichts Gießen zeigt (Az.: 48 C 295/17).

Lehnt der Vermieter den Wechsel plötzlich einfach ab, kann er sich sogar schadenersatzpflichtig machen, berichtet die Zeitschrift «Wohnungswirtschaft und Mietrecht» (11/2018) des Deutschen Mieterbundes.

In dem verhandelten Fall war die betreffende Wohnung seit dem Jahr 2000 an eine Wohngemeinschaft vermietet. Die ursprünglichen Mieter waren inzwischen aus dem Mietverhältnis ausgeschieden. Der letzte schriftliche Mietvertrag stammte aus dem Jahr 2013. Mitte 2017 verlangte die Vermieterin, einer Mieterhöhung um rund 130 Euro zuzustimmen. Die Mieter wiederum wollten zeitgleich die Zustimmung zu einem Mieterwechsel. Die Vermieterin lehnte das ab. Sie werde keinem Wechsel zustimmen, solange es keine Einigung über die Mieterhöhung gebe, so die Begründung.

Vor Gericht konnten sich die Mieter durchsetzen: Die betreffende Wohnung werde seit Jahren an mehrere Personen vermietet, und es habe in der Vergangenheit auch schon Mieterwechsel gegeben. Daher sei der Anspruch Vertragsinhalt geworden. Die derzeitigen Bewohner hätten deshalb ein Recht auf Zustimmung. Die Verweigerung jeglichen Mieterwechsels sei eine Vertragsverletzung. Daher hätten die Bewohner hier auch Anspruch auf Schadenersatz für den entgangenen Mietanteil.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ist ein WG-Bewerber nicht solvent, kann er auch abgelehnt werden. Foto: Felix Kästle Vermieter darf neuen WG-Bewohner unter Umständen ablehnen Wohngemeinschaften finden sich in der Regel nur für befristete Zeit zusammen. Deshalb dürfen die Bewohner auch Mitglieder austauschen. Der Vermieter kann jedoch aus wichtigen Gründen Bewerber ablehnen.
Wurde eine Wohnung ursprünglich als Wohngemeinschaft vermietet, haben die Mieter nach dem Auszug eines Mitbewohners Anspruch auf Neubelegung. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa Erlaubnis zur Untervermietung ist nicht einfach widerrufbar In Wohngemeinschaften geht es mitunter zu wie im Bienenstock: Eben erst eingezogen, verlassen Mitbewohner das traute Heim schon wieder. Die verbliebenen Mieter können dann die freien Zimmer aber wieder vergeben. Wollen Vermieter das nicht, brauchen sie gute Gründe.
In einer Wohngemeinschaft kann es zu Diskussionen kommen. Im schlimmsten Falle zieht eines der WG-Mitglieder aus und wird durch einen Bewohner ersetzt. Foto: Jens Kalaene WG darf einzelne Mitglieder austauschen Beim Wechsel eines WG-Bewohners ist es wichtig, was genau mit dem Vermieter vorher geregelt wurde ist. Ist die Wohngemeinschaft auch als solche gekennzeichnet, darf der Vermieter nur in Ausnahmefällen sein Veto gegen einen Mieter-Tausch einlegen.
Schock im Briefkasten: Eine Kündigung des Mietvertrags wegen Eigenbedarf trifft Mieter oft unvorbereitet. Foto: Franziska Gabbert Was tun bei Eigenbedarfskündigung? Gut in der Wohnung eingelebt, der Arbeitsplatz ist in der Nähe, die Miethöhe stimmt und die Familie fühlt sich wohl. Doch dann der Schock: Kündigung wegen Eigenbedarf. Mieter sind in solchen Fällen aber nicht wehrlos.