Warnung vor Abzocke bei Wespen-Nest-Entfernung

15.07.2019
Schädlinge im Garten oder ungebetene Wespen-Nester am Haus sollten oft von Fachleuten entfernt werden. Die Verbraucherzentrale NRW warnt aber vor unseriösen - und überteuerten - Anbietern.
Auch ein kleines Wespennest, etwa unter einem Dachvorsprung, muss der Fachmann entfernen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild
Auch ein kleines Wespennest, etwa unter einem Dachvorsprung, muss der Fachmann entfernen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Düsseldorf (dpa/tmn) - Ob Eichenprozessionsspinner im Garten oder ein Nest mit Wespen im Rollladenkasten: Die meisten Menschen wollen ungebetene Insekten-Gäste schnell wieder los werden. Wer dafür einen Dienstleister beauftragt, sollte möglichst vorher einen Festpreis vereinbaren.

Denn statt seriöser Profis gibt es auch viele Abzocker, die ihre Dienste im Netz anbieten, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Unseriöse Anbieter nutzen oft die Notlage der Betroffenen aus: Sie stellen Kunden teils hohe Kosten für lange Anfahrten sowie für schnelles Handeln in Rechnung.

Demnach sind es häufig 0800-Nummern oder Handynummern, die vermeintliche Fachleute vermitteln, deren weite Anfahrt den Anrufer dann viel kostet. Der Verbraucherzentrale sind Fälle bekannt, in denen bis zu 700 Euro für einen halbstündigen und laienhaften Einsatz berechnet worden seien.

Dabei liegen die Preise üblicherweise zwischen 80 und 150 Euro - einschließlich Anfahrt. Voraussetzung ist, dass kein besonderer Aufwand nötig ist, um das Wespennest zu entfernen. Geeignete Ansprechpartner sind unter anderem Imker, zugelassene Schädlingsbekämpfer und Kammerjäger.

Wer einen seriösen Fachmann in der Nähe sucht, erhält bei der Stadtverwaltung, bei Umweltämtern oder Berufsverbänden der Schädlingsbekämpfer Hilfe.

Bei der Recherche auf eigene Faust im Internet sollten Betroffene unbedingt das Impressum auf Vollständigkeit prüfen - und am besten vorab einen Festpreis vereinbaren sowie Anzahlung statt Sofortkasse absprechen.

Wespen darf man ohne triftigen Grund übrigens nicht umsiedeln oder töten. So steht es im Bundesnaturschutzgesetz. Hornissen sind noch stärker geschützt. Wer ein Wespen-Nest ohne Einschätzung des Fachmanns entfernt, riskiert laut Verbraucherschützern eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Hornissen sind streng geschützt. Sie dürfen nicht getötet und ihr Nest nicht zerstört werden. Foto: Daniel Karmann Vorurteile rund um Wespen und Bienen im Check Wespen, Hornissen und Bienen haben ein Problem: Sie machen uns Menschen Angst, ohne dass man Angst vor ihnen haben müsste. Denn keines der Tiere greift einfach an und sticht. Also, wie kann das Zusammenleben besser werden?
Bettwanzen sind vier bis sechs Millimeter lang und rostrot bis dunkelbraun, wobei die Beine und Antennen eher gelblich aussehen. Foto: Arno Burgi Bettwanzen muss der Profi bekämpfen Lange waren Bettwanzen nur ein Mitbringsel aus fernen Urlaubsorten. Doch inzwischen finden sich die Tiere in vielen Wohnungen und breiten sich von dort aus auf die benachbarten Wohnungen aus. Das Problem: Man kann sich kaum schützen, und die Bekämpfung ist aufwendig.
Wer einen Kammerjäger wegen einer Schädlingsbekämpfung holen muss, der sollte nachfragen, welche Mittel dieser benutzt. Foto: Bernd Weißbrod/dpa Verwendung von Köderdosen statt Sprays Es sind Motten, Kakerlaken oder Ratten im Haus? Wer einen Kammerjäger ruft, sollte sich nicht allein auf dessen Fachwissen verlassen. Besser ist es zu fragen, welche Produkte zum Einsatz kommen.
Ein Platz zum Wohlfühlen: Der Ohrwurm mag offene Bodenstellen. Foto: Jonathan Wright/University of California/dpa Verspeist Blattläuse: Den Ohrwurm in den Garten locken Der Ohrenkneifer ist ein natürlicher Schädlingsbekämpfer. Denn er vertilgt gerne Blattläuse. Hobbygärtner sollten dem Nützling deshalb ein nettes Plätzchen in ihrem Garten schaffen.