Viel Schnee auf dem Dach: Was Hausbesitzer wissen müssen

14.01.2019
Aufgetürmter Schnee ist mitunter sehr schwer. Auf Dächern kann das zum Problem werden. Hausbesitzer sollten auf Warnzeichen achten.
Dicke Schneedecken auf dem Dach können Schäden am Haus verursachen. Foto: Tobias Hase
Dicke Schneedecken auf dem Dach können Schäden am Haus verursachen. Foto: Tobias Hase

München (dpa/tmn) - Liegt viel Schnee auf dem Dach, sollten Hausbesitzer im Obergeschoss auf Warnzeichen achten. Zeigen etwa Verkleidungen Risse oder klemmen Türen oder Fenster, sei Gefahr im Verzug, erklärt Prof. Norbert Gebbeken.

Bei Anzeichen von Gebäudeschäden sollte der Schnee von Fachleuten vom Dach geräumt werden, so der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Allgemein gilt: Wenn die Schneedecke abgetaut ist, sollte man das Dach von außen inspizieren. So müssen nach Angaben der Experten zum Beispiel Dachziegel mit Rissen ausgetauscht werden.

Wie viel Schneelast Dächer aushalten, hängt unter anderem von der Bauweise ab. Wird sie überschritten, können Risse im Dach entstehen oder es schlimmstenfalls einstürzen, warnen die Experten. Diese könne auch nach dem Winter passieren, etwa bei einem Sturm

Für die maximale Schneelast spielen etwa die Höhenlage und vorgegebene Schneelastzonen eine Rolle. In München zum Beispiel könnten neuere Hausdächer laut Gebbeken rund 110 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter tragen - bei älteren Dächern seien es nur 75 Kilogramm. Im Voralpenland kann die Grenze zum Teil deutlich höher liegen. Die Dächer in schneereichen Gegenden müssen mehr Last tragen können.

In den Bauunterlagen des Hauses stehe die maximale Schneelast im Abschnitt Lastannahmen, so der Fachmann. Wer keine entsprechenden Daten finden kann, sollte sich an das örtliche Bauamt wenden oder einen Statiker konsultieren.

Ob zu viel Schnee auf dem Dach liegt, ist eine Einschätzung, die Fachleute treffen müssen. Hausbesitzer können das Gewicht zumindest grob bestimmen. Dafür stechen sie auf einer Fläche von zehn mal zehn Zentimetern Schnee vom Dach aus, wie Gebbeken erklärt. Wer nicht ohne sich in Gefahr zu bringen auf sein Dach gelangen kann, kann auch Schnee vom Boden nehmen. Ungesichert sollte man keinesfalls hochklettern.

Das ausgestochene Schneequadrat wiegt man. Der angegebene Wert mit 100 multipliziert, ergibt das Schneegewicht pro Quadratmeter. Auch zu beachten: Bei geneigten Dächern müsste diese ermittelte Last noch auf die schräge Fläche umgerechnet werden, so Gebbeken. Achtgeben sollten Hausbesitzer auch auf Schneeanhäufungen auf dem Dach. Denn an diesen Stellen drückt dann mehr Gewicht. Bei nassem Schnee könnten bereits zehn Zentimeter Decke bis zu 40 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen.

Mit Blick auf die Belastbarkeit sind Flachdächer seinen Angaben zufolge problematischer als Steildächer. So könne dort etwa Regen- und Tauwasser schwer abfließen. Die Folge: Es staut sich. Vor allem ältere Dächer könnten leicht undicht werden. Feuchteschäden drohen.

Greift bei Schäden durch Schneelast die Wohngebäudeversicherung? Nicht unbedingt. Sie greift nur, wenn zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Darauf macht Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen aufmerksam. Nur dann werden durch Naturgewalten wie Lawinen, Erdrutsch, Hochwasser oder Schneelast verursachte Schäden erstattet.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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