Taugt Essig als Weichspüler-Ersatz für die Waschmaschine?

09.03.2020
Manche Hausmittel verfehlen ihre Wirkung. Was ist mit Essig in der Waschmaschine - hilft er Ablagerungen von Kalk in den Fasern und in der Trommel zu vermeiden?
Essig gilt als umweltfreundliche Alternative zum Weichspüler für die Waschmaschine. Doch ist die Zugabe wirklich ratsam?. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Essig gilt als umweltfreundliche Alternative zum Weichspüler für die Waschmaschine. Doch ist die Zugabe wirklich ratsam?. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Essig gilt als Hausmittel bei der Wäsche, das wie ein Weichspüler wirkt. Er enthärtet das Wasser und entfernt Rückstände von Kalk. «Ich würde aber davon abraten, Essig in der Waschmaschine zu verwenden», sagt Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Oft kenne man nicht die genaue Konzentration der Säure. «Der Essig kann dann Teile der Maschine angreifen», erklärt Buschmann. So können zum Beispiel Gummi- oder Kunststoffteile beschädigt werden.

Eine Frage der Dosierung

Aber die Dosierung ist entscheidend, erklärt Christine Maginot-Rohde. So rät die Expertin der Hersteller-Initiative Hausgeräte+ davon ab, Essigessenz mit 25 Prozent Säure zu verwenden. Auch auf Fruchtessig sollte man verzichten, denn er könne die Wäsche verfärben.

«Klarer Haushaltsessig mit fünf Prozent Säure eignet sich hingegen sehr gut», erklärt Maginot-Rohde. 30 bis 60 Milliliter davon werden in die Weichspülkammer der Waschmaschine gegeben. Das reiche aus. Und keine Sorge: Der Essig-Geruch verfliege spätestens nach dem Trocknen. Als Essig-Alternative eignet sich Zitronensäure.

Wichtig sei außerdem: Essig niemals zusammen mit Bleiche zu verwenden. Sonst kann ein gefährliches Gas entstehen, warnt Maginot-Rohde.

Bei der Handwäsche kann man hingegen gut auf Essig statt Weichspüler setzen. Das frische die Farben auf, erklärt das Forum Waschen. Die Experten müssen aber auch hier wiederum warnen: Essig kann bestimmte Materialien wie synthetische oder Regeneratfasern angreifen.

Waschmittel ist die naheliegende Alternative

Aber man braucht oft auch gar keinen extra Weichmacher. Denn Kalkablagerung in Fasern und in der Maschine lassen sich einfach mit Waschmittel vermeiden. «Die meisten Produkte enthalten bereits einen Entkalker», erklärt Buschmann.

Das Problem sei nur: Meist gibt man zu viel Waschmittel in das Gerät. So gelangen häufig unnötig viele Enzyme und Tenside ins Abwasser. «Das belastet die Umwelt», erklärt der BUND-Referent. Es kommt auch hier auf das richtige Maß an - man sollte also die Angaben auf den Verpackungen beachten.

Eine ökologische Alternative, um Kalk vorzubeugen, ist Wasserenthärter in Pulverform. Einfach in die Maschine geben «und die Dosierung des Waschmittels auf die geringste Wasserhärte anpassen», rät Buschmann.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein selbst gemachtes Scheuerpulver ist sehr mild und kann die Oberflächen im Vergleich zu handelsüblichen Produkten schonen. Es kommt aber auf die Bestandteile an. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Hausmittel zum Reinigen benutzen Wer Putz- und Reinigungsmittel nicht fertig kaufen will, greift gern zu alten Hausmitteln. Essig, Soda, Kernseife, Natron und Zitronensäure packen Schmutz, eignen sich aber nicht für alles.
Es ist sinnvoll, Wolle mit dem Spezialprogramm der Waschmaschine zu reinigen. Denn das Material ist besonders im feuchten Zustand empfindlich. Foto: Andrea Warnecke Feinporiger Schaum: Was Wolldecken beim Waschen schützt Wolle ist vor allem dann empfindlich, wenn sie nass ist. Daher raten Experten dazu, Pullover und Decken aus Wolle nur im Schonwaschgang und mit speziellem Waschmittel zu reinigen. Weichspüler kann das Gewebe zusätzlich schützen.
Handtücher hängt man am besten im Freien auf. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Nicht im geschlossenen Raum trocknen Raue und kratzende Handtücher empfinden die meisten Menschen als äußerst unangenehm. Wie kann man diese benutzerunfreundlichen Abtrockentücher verhindern?
Damit die frischgewaschene Wäsche auch sauber aus der Trommel kommt, muss das Waschmittel richtig dosiert werden - gemäß Wasserhärte, Verschmutzungsgrad der Textilien und dem Gewicht der Trockenwäsche. Foto: Christin Klose Welches Waschmittel braucht man wann? Die ganz normale Hausarbeit ist manchmal ganz schön kompliziert. Schon mal vor einem Regal voller Waschmittel gestanden und gedacht: Was ist bitte das richtige? Denn wer es wirklich richtig machen will, kann nicht einfach irgendein Waschmittel nehmen. Eine Auswahlhilfe.