Starker Befall erwartet: Frostspanner jetzt bekämpfen

19.04.2016
Frostspanner fressen ganze Obstbäume kahl - und in diesem Jahr könnten sie besonders zuschlagen. Experten warnen vor einem starken Raupenbefall. Hobbygärtner sollten daher jetzt ihre Bäume kontrollieren und gegebenenfalls schnell reagieren.
Ein Frostspanner hängt an einem durch Raupenfraß durchlöcherten Blatt. Foto: Rolf Haid
Ein Frostspanner hängt an einem durch Raupenfraß durchlöcherten Blatt. Foto: Rolf Haid

Karlsruhe (dpa/tmn) - Wer im Frühling Frostspanner an seinen Obstbäumen entdeckt, sollte umgehend mit der Bekämpfung beginnen. Es bleibt nur ein kleines Zeitfenster, bevor sich die Schädlinge von den Bäumen abseilen und sich in der Erde verpuppen.

Außerdem gelingt die Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln nur, wenn die Raupen noch klein sind. Die Bayerische Gartenakademie rät zu Mitteln mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis. Diese werden auf die betroffenen Bäume gespritzt und von den Tieren mit ihrer Nahrung aufgenommen. Die Tiere verenden erst nach ein paar Tagen, allerdings hören sie direkt mit dem Fressen auf.

Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe geht von einem starken Befall im Jahr 2016 aus, da im vergangenen Herbst viele erwachsene Falter gesichtet wurden. Dies kann sich allerdings regional unterschiedlich auswirken. Die Experten raten daher, im Garten nach den Raupen zu suchen. Die Nachkommen des sogenannten Kleinen Frostspanners sind hellgrün, die des Großen Frostspanners tragen Muster in Brauntönen. Auffällig ist ihre Fortbewegung: Sie machen beim Kriechen eine Art Katzenbuckel.

Frostspanner können ganze Bäume und Sträucher kahl fressen. Am liebsten mögen sie Kirsche, Zierkirsche und andere Arten aus der Rosengewächsgattung Prunus. Aber sie vertilgen auch die Blätter, Blüten und Fruchtansätze etwa von Ahorn, Hainbuche und Schlehe.

Wer auf Pflanzenschutzmittel verzichten will, hat seine Chance im Herbst: Nachdem sich die Raupen etwa zehn Zentimeter tief in der Erde verpuppt haben und sich dort bis etwa Mitte September zu Faltern entwickeln, versuchen die flugunfähigen Weibchen im Herbst auf die Baumkronen zu klettern. Dort werden sie von den fliegenden Männchen begattet. Dann legen sie die Eier in den Ritzen der Rinde ab, wo diese den Winter über bleiben - und der Zyklus beginnt im Frühling erneut mit dem Schlüpfen der Raupen. Hobbygärtner sollten daher im September Leimringe um die Baumstämme anbringen.

Wichtig ist, dass auch Stützpfähle am Baum einen Leimring haben, sonst sind die Schädlinge in der Lage, darüber den Stamm zu erklimmen. Darauf weisen die Experten der Saarländischen Gartenakademie hin. Beim Entfernen der Leimringe etwa im März muss der Hobbygärtner dann darauf achten, dass nicht unterhalb des Klebestreifens Eier abgelegt wurden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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