Neues von den Geschirr-Manufakturen

04.03.2019
Lange Zeit kam nur weißes Geschirr auf den Tisch. An farbigen Tellern und Schüsseln sehe man sich schnell satt, hieß es. Das hat sich geändert. Inzwischen sind die Kollektionen bunt. Und das lange verschmähte Schwarz ist voll im Trend.
Bei Villeroy & Bochs Service Manufacture treffen kupferfarbene Elemente auf Schwarz. Foto: Franziska Gabbert
Bei Villeroy & Bochs Service Manufacture treffen kupferfarbene Elemente auf Schwarz. Foto: Franziska Gabbert

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Weißes Geschirr ist out. Schaut man sich die Neuheiten der Manufakturen an, die zum Beispiel auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente vorgestellt wurden, fällt sofort die Farbigkeit auf. Meist finden sich mehrere Farben oder Töne in einem Geschirrset. Schwarz gewinnt an Bedeutung.

Trend 1: Dunkles 

Die Porzellan Manufaktur Kahla aus Thüringen packt in ihre neue Themenwelt alles, was beim Geschirr grundsätzlich gut ankommt: Weiß, die Trendfarbe Schwarz mit einem Hauch von Blau und noch ein paar Blumen. Das nennt der Hersteller Moon Meadow (Mondwiese).

Auch Serax setzt bei seiner Neuheit auf Dunkles: Passe-partout von Vincent Van Duysen ist eine Serie, die mit dem Kontrast aus schwarzen und weißen Stücken spielt. Nicht Schwarz, sondern Dunkelgrün ist die neue Farbe des Sunny-Day-Sets von Thomas.

Villeroy & Boch bringt mit der neuen Dekorlinie Manufacture Rock ein vornehmlich dunkles Service heraus. Für die rauen Strukturen haben sich die Designer vom Schiefer inspirieren lassen. In der Variante Rock Desert tragen die Stücke noch ein feines Punktemuster in Rot und Weiß. Das Unternehmen will damit einen Trend der Spitzengastronomie in heimische Küchen bringen: schwarzes Geschirr.

Trend 2: Handwerkliches

Schon in der vergangenen Saison haben Firmen Geschirr herausgebracht, dass an Handgefertigtes aus früheren Zeiten erinnert. Dieser Trend hat sich noch einmal verstärkt. Macken sind es nicht, die die Stücke haben - alles wurde bewusst so gestaltet oder beim Herstellungsprozess so in Kauf genommen. In Japan gibt es für dieses ästhetische Konzept die Bezeichnung Wabi-Sabi.

Der Stil setzt auf Naturmaterialien und dezente, meist dunkle Farben. Weil das Kunsthandwerk in Japan oft absichtlich kleine Fehler einarbeitet, gehört hier der vermeintliche Makel zum perfekten Endprodukt. Die Porzellanhersteller setzen das Prinzip auf verschiedene Weisen um.

Die Stücke aus der neuen Serie Nature der Marke Thomas haben jeweils leicht variierende Farbverläufe. Jedes Stück wurde von Hand einzeln in Farbe getaucht, so Alissa Ritter, Managerin der Marke im Hause Rosenthal. Der Rand ist zudem aufgeraut und bewusst mit einer leichten Patina versehen. Die Marke Rosenthal selbst setzt bei der Porzellanform Junto auf eine speziell entwickelte Farbglasur, die bei Handarbeit einen besonderen Farbverlauf erzielt. Außerdem werden die Randzonen mit einer dünneren Lage Glasur bearbeitet.

Zwar gibt es die Serie FCK - OP BETON T X 100 von Serax schon seit dem vergangenen Jahr. Doch weil die Stücke so gut passten, wurden sie von den Experten der Messe Frankfurt zu den trendigen Produkten 2019 gewählt. Designer Frédérick Gautier hat sich von den Strukturen und der Brutalität von Beton inspirieren lassen. Die Ränder sind rau und kantig, wirken teils wie Bruchkanten. Auch bei Kahlas zweiter neuer Serie, Homestyle, ist die Glasur nie ganz einheitlich.

Trend 3: Buntes

Kaum noch ein Geschirr-Set ist unifarben. Gerade viele der neuen Sets, die handwerkliche und kunsthandwerkliche Merkmale tragen, haben erdige Braun- und Rottöne, dazu Blau als Kombinationsfarbe.

Kahla verweist auf die Elemente der Natur: Die Farbtöne Atlantic Blue, Desert Sand und Siena Red für Feuer und Erde sowie Wasser und Luft finden im Service, teils sogar in einem Stück zueinander. Auch beim Steinzeug-Geschirr Nature von Thomas heißen die Farben entsprechend: Sand, Water und Leaf. Wer keine komplett neue Kollektion hervorbringt, ergänzt gerne jedes Jahr bestehende Sets um einzelne Farben - die sich dann alle kombinieren lassen.

Auch die angesagten schwarzen Stücke werden fast immer mit anderen Farben auf den Tisch gebracht - vor allem mit Weiß. Und bei Villeroy & Bochs Service Manufacture zum Beispiel treffen kupferfarbene Elemente auf Schwarz.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Dunklere Farben werden die Einrichtung künftig bestimmen. Foto: Jean-Luc Valentin/Messe Frankfurt Exhibition GmbH/dpa-tmn Japanische Handwerkskunst fürs Haus Einen ganz schön großen Sprung scheint die Trendwelt im Moment zu machen: Vom bisher beliebten skandinavischen Wohnstil nach Japan. Allerdings sind diese Trends optisch recht ähnlich. Es bleibt bei einer puristischen, handwerklichen Prägung - aber nun in Dunkel.
Gemütliche Kissen, flauschige Stoffe: Das Zuhause gestalten viele Menschen zur Zeit gerne als Rückzugsort. Foto: Jean-Luc Valentin/Messe Frankfurt Exhibition GmbH Gemütlichkeit bleibt der Wohntrend Auf der Messe Ambiente in Frankfurt zeigen sich die Trends bei den Dekorationen und kleinen Gegenständen in der Wohnung. Was auf den ersten Blick wirkt wie Ware aus der Vorsaison, ist keine: Der Megatrend Gemütlichkeit verändert wieder einmal sein Gesicht.
Der Landhausstil steht für ein gemütliches Zuhause. Er gilt als einer der Wohntrends. Foto: Jean-Luc Valentin/Messe Frankfurt Exhibition GmbH Fusion von Moderne und Landhaus: Der Deko-Trend 2017 Die Möbel füllen das Haus, die Dekorationen machen es aber erst wohnlich. 2017 ist hierbei eine Mischung aus dem nostalgisch wirkenden Landhausstil und moderner Einrichtung angesagt - einer der Trends auf der Messe Ambiente.
Gold ist ein anhaltender Trend für Geschirr. Auch die Firma Raynaud greift ihn auf. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn Das Geschirr für spezielle Anlässe Das gute Sonntagsgeschirr wollten irgendwann viele nicht mehr. Warum etwas so Teures nur selten nutzen? Daher verlagerten die Designer für eine Zeit ihren Fokus auf Alltagsporzellan. Das ändert sich nun wieder.