Dämmstoffe am Haus unterschiedlich dick anbringen

04.07.2019
Hitze im Sommer draußen halten und Wärme im Winter drinnen: Das geht in Häusern mit guter Dämmung. Wer seine Immobilie neu dämmen möchte, hat bei den Materialien jedoch die Qual der Wahl. Worauf kommt es an?
Dämmstoffe sollten am Haus unterschiedlich dick angebracht werden. Foto: Armin Weigel
Dämmstoffe sollten am Haus unterschiedlich dick angebracht werden. Foto: Armin Weigel

Düsseldorf (dpa/tmn) - Eine gute Dämmung am Haus hilft nicht nur im Winter - auch im Sommer ist das Klima in gut gedämmten Gebäuden angenehmer. Doch welches Material ist am besten geeignet?

Den passenden Dämmstoff für die eigene Fassade findet, wer sich klar macht, was ihm selbst am wichtigsten ist, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ein Überblick:

- Dämmwirkung: Alle Dämmstoffe können zwar dieselbe Wirkung erzielen, sie müssen dafür aber unterschiedlich dick angebracht werden. Hier haben Kunststoffe wie Phenolharz und Polyurethan die Nase vorn - sie benötigen die geringste Materialstärke. Es folgen Polystyrol, Mineralwolle und dann Naturfasern wie Holz und Hanf.

- Kosten: Bei der Fassadendämmung machen die Arbeits-, Gerüst- und andere Materialkosten den größten Anteil aus. Die Preisunterschiede von Dämmstoffen fallen dagegen nicht so stark ins Gewicht. Am günstigsten ist Polystyrol. Phenolharz bildet das andere, also teure Ende der Skala. Dazwischen liegen Mineralwolle und Naturfasern.

- Ökobilanz: Mit Blick auf die Umweltfolgen sind natürliche Rohstoffe wie Holz, Hanf oder Kork zum Dämmen zu empfehlen. Sie bestehen aus nachwachsenden Ressourcen, ihr Recycling ist unproblematisch. Hanf und Kork haben zudem den Vorteil, dass ihre Herstellung viel weniger Energie benötigt als die von Kunststoffen. Auch für die künstlichen Dämmstoffe gilt aber: Ihr Einsatz spart innerhalb weniger Jahre mehr Energie ein, als für ihre Herstellung verbraucht worden ist.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Viele Häuser werden mit Platten aus Polysterol gedämmt. Bei Wärmedämm-Verbundsystemen für die Fassade hat es einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn Polystyrol-Dämmung: Panikmache oder berechtigte Sorge? Ist es schon Panikmache oder berechtigte Sorge? Nach dem Brand eines Hochhauses in London im Sommer sind Wärmedämmungen aus brennbarem Material in die Kritik geraten - gerade das an Einfamilienhäusern oft verwendete Polystyrol.
Mineralwolle wie Steinwolle wird aus Rohstoffen wie Dolomit, Scherben und Sand sowie Eisenoxid und Zement hergestellt. Geschmolzen und dann zerfasert lässt sich das Material zu Matten für die Fassadendämmung verarbeiten. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert Außenwände nachträglich dämmen: Die Materialien im Überblick Die allermeisten Fassaden in Deutschland werden mit einem Stoff gedämmt, den wir eigentlich als Styropor kennen: Polystyrol. Mit großem Abstand folgen Steinwolle und nachwachsende Rohstoffe für die Außendämmung. Warum sind diese Materialiengruppen so beliebt?
Die Wände von Fachwerkhäusern wurden oft aus Holzbalken, Lehm und Flechtwerk gefertigt. Diese Materialien kommen mit modernen Dämmstoffen nicht unbedingt klar. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn Übliche Dämmmaterialien können Fachwerkhäusern schaden Auflagen, Denkmalschutz und handwerkliches Können: Wer ein altes Fachwerkhaus dämmen möchte, hat viel zu berücksichtigen. Neben der Art und Weise des Isolierens ist vor allem der richtige Dämmstoff entscheidend.
Die Dicke der Dämmstoffe für die Hauswand ist bei Pflichtsanierungen in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Für jene, die freiwillig sanieren wollen, wurde jetzt ein Schlupfloch bekannt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert Schlupfloch bei Fassadendämmung Seit über zwei Jahren gilt die aktuelle Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Wer freiwillig seine Fassade dämmen will, sollte bestimmte Materialstärken einhalten. Doch jetzt wird bekannt: Wenn der Putz dran bleibt, gibt es ein Schlupfloch.