Bundesrat beschließt neue Rechte für Mieter

14.12.2018
Die neue Mietpreisbremse hat den Bundesrat passiert. Mieterhöhungen nach Modernisierungen und bei Neuvermietung sollen damit künftig stärker begrenzt werden.
Vermieter dürfen künftig nur noch acht statt elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen. Foto: Marc Tirl
Vermieter dürfen künftig nur noch acht statt elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen. Foto: Marc Tirl

Berlin (dpa) - Wohnungsmieter sollen sich künftig besser gegen Wuchermieten schützen können. Der Bundesrat stimmte nun einer Verschärfung der Mietpreisbremse zu.

So darf die Miete nach einer Modernisierung künftig innerhalb von sechs Jahren nur noch um maximal drei Euro pro Quadratmeter steigen, in bestimmten Fällen sogar nur um zwei Euro. Von den Modernisierungskosten können statt elf Prozent nur noch acht Prozent auf die Mieter umgelegt werden.

Zudem müssen Vermieter künftig offenlegen, was der Vormieter gezahlt hat, damit neue Mieter einfacher erkennen können, ob ihre Miete zu hoch ist. Um Schikanen und das «Herausmodernisieren» zu verhindern, gibt es künftig Bußgelder für Vermieter sowie Schadenersatz für betroffene Mieter.

Bundesrat zur Mietpreisbremse


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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