Woher Sodbrennen kommt und was dagegen hilft

29.04.2020
Ständiges Rülpsen oder Schmerzen beim Schlucken: Sodbrennen trifft viele und hat viele Facetten. Manchmal lindert schon ein Glas Wasser die Beschwerden. Doch nicht immer ist es damit getan.
Brennender Schmerz hinter dem Brustbein: Entspannungstechniken beugen Stress und damit ebenfalls Sodbrennen vor. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Brennender Schmerz hinter dem Brustbein: Entspannungstechniken beugen Stress und damit ebenfalls Sodbrennen vor. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Es stößt einem immer wieder auf. Und hinter dem Brustbein fühlt man einen brennenden Schmerz: Sodbrennen ist sehr unangenehm. Bei länger anhaltenden Beschwerden sprechen Fachleute von der Refluxkrankheit. Doch was steckt dahinter? Und wie bekommen es Betroffene in den Griff?

Fehlende Spannung in der Muskulatur

Die Ursache für Sodbrennen ist meist in dem Bereich zu finden, in dem die Speiseröhren- in die Magenmuskulatur übergeht. Der öffnet und schließt sich bei gesunden Menschen nur, wenn sie etwas essen oder trinken - oder kurzzeitig beim Rülpsen.

Wenn aber die Kontraktionsfähigkeit des Muskels in dem Bereich abnimmt, kann es zum Rückfluss von saurem Magensaft kommen. Meist macht sich das als Brennen hinter dem Brustbein bemerkbar.

«Manche Leute haben episodisches Sodbrennen, zum Beispiel im Urlaub oder nach einer reichhaltigen Mahlzeit», erklärt Prof. Herbert Koop von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Das sei unbedenklich und gehe wieder vorbei.

Wasser trinken und spazieren gehen

Manchmal hilft schon ein einfacher Trick gegen die Beschwerden. «Bei akutem Sodbrennen reicht es kurzfristig oft, ein großes Glas Wasser zu trinken», erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. «So wird die Magensäure aus der Speiseröhre zurück in den Magen gespült.» Milch binde die Säure zwar noch einen Tick besser, aber eigentlich gehe es nur um die Spülbewegung - und die sei mit Wasser ebenso gewährleistet.

«Bei sporadischem Sodbrennen empfehlen wir, nach dem Essen spazieren zu gehen.» Hinlegen sollte man sich nicht, denn im Liegen könne der Magensaft leichter in die Speiseröhre zurückfließen. Darum ist ein weiterer Ratschlag, mit einem erhöhten Kopfteil zu schlafen. Am besten lege man sich auf die linke Seite, so die Apothekerin. Denn wegen der Magenkrümmung fließt der Magensaft dann nicht so leicht in die Speiseröhre zurück.

Schwangere sind oft betroffen

Werdende Mütter leiden oft an Sodbrennen. Im späteren Stadium der Schwangerschaft zum Beispiel dehnt sich die Gebärmutter aus und schiebt den Magen nach oben, wie der Berufsverband der Frauenärzte erklärt. Dadurch kann dessen Eingang undicht und Magensäure in die Speiseröhre gedrückt werden - vor allem, wenn man mal etwas mehr gegessen hat.

Diese Art von Sodbrennen und Rückfluss ist klassisch für die Zeit der Schwangerschaft und normalisiert sich nach der Entbindung in der Regel wieder, als wäre nichts gewesen.

Essen, Kleidung, Entspannen - Tipps zum Vorbeugen

Mit einer paar Regeln kann man Sodbrennen vorbeugen, erklärt Apothekerin Sellerberg. «Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag essen anstatt wenige große.» Fettarme, eiweißreiche Mahlzeiten wie Quark oder mageres Fleisch seien leichter zu verdauen als fettreiche. Am Abend isst man möglichst wenig, damit der Magen beim Einschlafen fast leer ist. Idealerweise liegen zwischen Abendessen und Schlafengehen drei Stunden Abstand.

Es hilft auch, auf eng sitzende oder einschnürende Kleidung zu verzichten. Bewegung und Entspannungstechniken beugen Stress und damit Sodbrennen ebenfalls vor.

Säureblocker helfen - aber nicht immer

Stört einen das Sodbrennen sehr, kommt etwa eine Behandlung mit säurehemmenden Medikamenten aus der Gruppe der Protonenpumpeninhibitoren (PPI) infrage. Diese sind in der Apotheke zum Teil ohne Rezept erhältlich. «Diese sogenannten Säureblocker reduzieren die Säureproduktion des Magens und heben den pH-Wert des Mageninhaltes an - und damit auch den pH-Wert dessen, was in die Speiseröhre zurückfließt», erläutert Koop.

Zwar hätten die Medikamente keine relevanten Nebenwirkungen. «Trotzdem sollte man sie nur nehmen, wenn man sie wirklich braucht.» Und wer sie über einen gewissen Zeitraum eingenommen hat, sollte auf jeden Fall probieren, sie auch mal wegzulassen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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