Wie die Schilddrüse auf die Stimmung schlagen kann

27.09.2019
Wenn Jugendliche unter Angstzuständen leiden oder niedergeschlagen sind, denken viele Eltern an psychische Ursachen. Verantwortlich kann aber auch die Schilddrüse sein. Aber wie lässt sich das abklären?
Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann Symptome wie bei einer Depression auslösen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann Symptome wie bei einer Depression auslösen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - Manchmal treten bei einer Fehlfunktion der Schilddrüse Symptome wie bei einer Depression auf. Wenn in der Familie Schilddrüsenerkrankungen bekannt sind, sollten Eltern beim Arztbesuch darauf hinweisen, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse kann den Appetit, das Gewicht und die Gehirnleistung beeinflussen, wie die Experten erklären. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Angstzustände können weitere Anzeichen sein. Bei Mädchen seien auch veränderte Monatsblutungen ein Warnsignal.

Blutprobe bringt Klarheit

Die Schilddrüse produziert Hormone, die Einfluss darauf haben, wie schnell Lebensmittel in Energie umgewandelt werden. Dadurch ist das Organ eng mit der Gehirnfunktion und dem Stoffwechsel verbunden.

Um den Zustand der Schilddrüse zu ermitteln, muss der Arzt Blut abnehmen. Anhand der Laborwerte kann er bewerten, ob eine Unter- oder Überfunktion vorliegt. Außerdem untersucht der Arzt den Hals durch Abtasten und mit Ultraschall, um zu erkennen, ob sich das Schilddrüsengewebe verändert hat. Es kann zum Beispiel ein sogenannter Kropf, also eine Vergrößerung der Schilddrüse, vorliegen. (www.kinderaerzte-im-netz.de)

Kinderärzte im Netz


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Funktioniert die Schilddrüse nicht mehr richtig, bringt das viele unspezifische Symptome mit sich: Zum Beispiel Schlafstörungen, Haarausfall, Müdigkeit und Weinerlichkeit. Foto: picture alliance/BSIP Schilddrüsenunterfunktion bremst Körper und Geist aus Wenn die Schilddrüse als Hormon-Schaltstelle nicht mehr richtig funktioniert, gerät der komplette Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion leidet auch die Psyche. Steht die Diagnose, lässt die Erkrankung sich aber gut behandeln.
Wälzen statt schlummern: Chronische Schlafstörungen können Depressionen verursachen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Wie schlechter Schlaf der Seele schadet «Mist, schon Mitternacht - und ich bin immer noch wach.» Dann ist es eins, dann zwei, dann plötzlich Morgen. Wer das jede Nacht mitmacht, kann ernsthaft krank werden. Doch es gibt Gegenmittel.
Frühere Leukämiepatienten im Jugendalter entwickeln eher Diabetes Typ 2 als gesunde Gleichaltrige. Eine gute Nachsorge ist daher wichtig. Foto: Rolf Vennenbernd Bei Jugendlichen auf Stoffwechselkrankheiten achten Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben, wollen sich ungern länger damit befassen. Doch besonders im Jugendalter ist das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht. Regelmäßige Check-ups sind daher wichtig.
Nur Kopfschmerz - oder etwas ernsteres? Menschen mit Hypochondrie vermuten hinter Allerwelts-Symptomen schwere, manchmal tödliche Krankheiten. Foto: Christin Klose Wann ist Hypochondrie eine gefährliche Störung? Mancher kokettiert damit, ein Hypochonder zu sein - und ist es eigentlich kaum. Für ernsthaft Betroffene ist die Angst vor der Krankheit aber selbst eine Krankheit, mit ernsten Folgen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.